Deutsche Hotelmärkte 2025 - Zimmerpreise unter Druck

| Hotellerie Hotellerie

Der Hotelimmobilienspezialist Christie & Co hat seine Analyse der deutschen Hotelmärkte für das Jahr 2025 vorgelegt. Trotz einer stabilen Nachfrage und leicht steigenden Belegungszahlen markiert das Jahr eine Phase der Konsolidierung. Insbesondere die Durchschnittsraten standen im abgelaufenen Jahr spürbar unter Druck.

Sinkende Preise bremsen Erlöswachstum

Nach einem starken Vorjahr zeigt sich der Hotelmarkt in Deutschland zwar stabil, weist jedoch eine rückläufige Ratenstruktur auf. Während die Auslastung bundesweit um etwa 1,1 Prozent zulegte, sank die durchschnittliche Zimmerrate (ADR) um circa 1,8 Prozent. Diese Entwicklung führte dazu, dass der Erlös pro verfügbarem Zimmer (RevPAR) mit einem Minus von 0,7 Prozent leicht unter das Niveau des Vorjahres fiel.

Die Nachfrage wurde laut Statistischem Bundesamt vor allem durch das Inland gestützt (plus 0,6 Prozent), wohingegen die Übernachtungszahlen ausländischer Gäste um 2,2 Prozent nachgaben.

Metropolen mit unterschiedlicher Dynamik

Die sogenannten A-Städte konnten ihre Position als stärkste Märkte behaupten und lagen beim RevPAR rund 9 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Dennoch verzeichnete diese Gruppe ein Minus von 2 Prozent gegenüber 2024, da die höhere Auslastung die nachgebenden Preise nicht kompensieren konnte.

München behauptete sich dabei als Spitzenreiter und konnte als einer der wenigen Standorte sogar ein Wachstum generieren. Auch Köln zeigte eine robuste Performance mit moderaten Zuwächsen. Im Gegensatz dazu wurde die Bilanz in Berlin trotz einer guten Belegungsquote massiv durch sinkende Zimmerpreise belastet. Auch Frankfurt und Stuttgart entwickelten sich im Jahresvergleich schwächer.

Münster und Rostock trotzen dem Trend

In den kleineren Marktsegmenten stechen zwei Städte hervor. Münster übertraf als einzige der untersuchten B-Städte den nationalen Durchschnitt beim Zimmererlös. Das Segment der B-Städte insgesamt blieb zwar stabil, lag beim RevPAR jedoch rund 16 Prozent unter dem bundesweiten Mittelwert.

Bei den C-Städten dominierte erneut Rostock. Dank einer außergewöhnlich hohen Zimmerauslastung prägte die Hansestadt das Ergebnis dieser Kategorie maßgeblich. Während auch andere C-Märkte von hohen Belegungszahlen profitierten, konnten sie die Werte von Rostock nicht erreichen.

Fokus auf die Preisgestaltung für 2026

Alexander Apitzsch, Senior Consultant Advisory & Valuation Services bei Christie & Co, kommentiert die Lage: „Die Zahlen des Jahres 2025 zeigen sehr deutlich, dass die Nachfrage nach Hotelübernachtungen in Deutschland weiterhin stark ist. Gleichzeitig bleibt 2025 ein Jahr der Konsolidierung: höhere Auslastung trifft auf schwächere Durchschnittsraten. Für 2026 wird entscheidend sein, ob es den Hoteliers gelingen wird, höhere Zimmerpreise am Markt durchzusetzen und Wachstum breiter getragen wird – jenseits einzelner Top-Destinationen.“


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

1912 Hotels hat die Übernahme und den Betrieb im Rahmen eines langfristigen Pachtvertrags der Marbella Old Town Hotel Collection im spanischen Marbella bekanntgegeben. Mit den neuen Häusern startet auch die neue Marke 1912 Collection.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat Booking.com wegen des Empfehlungssystems bei der Unterkunftssuche auf einer Karte verklagt. Der vzbv beanstandet die Angaben in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu den Kriterien, nach denen Inhalte abhängig vom Hinein- oder Herauszoomen vorgeschlagen werden.

Das Hotel Schweizerhof in Lenzerheide warnt rund 10.000 Adressaten vor betrügerischen WhatsApp-Nachrichten. Inhaber des Viersternehauses ist Andreas Züllig, der langjährige Präsident von HotellerieSuisse. Nach seinen Angaben wurden vermutlich Reservierungssysteme gehackt, die das Hotel nutzt.

Mit einer großen Jubiläumsnacht hat das Steigenberger Icon Frankfurter Hof in der vergangenen Woche sein 150-jähriges Bestehen gefeiert. Unter dem Motto „150 Years of Shared Moments“ kamen rund 250 Gäste zusammen.

Das Leipzig Marriott Hotel hat sein Restaurant The Local nach einer Neugestaltung offiziell wiedereröffnet. Durch den Umbau soll das Restaurant nun noch stärker als offener Treffpunkt in der Leipziger Innenstadt fungieren.

Die Vorreiter AG übernimmt als neuer Pächter und Betreiber das Adagio Access Stuttgart Airport Messe in Leinfelden-Echterdingen. Das Aparthotel mit 125 Apartments wird weiterhin unter der Marke Adagio Access betrieben.

Das Strandhotel Sylt in Westerland ist als erstes Haus der Marke auf der Nordseeinsel in das Portfolio von BWH Hotels Central Europe aufgenommen worden. Nun wird es in die BW Signature Collection by Best Western integriert.

Marriott International baut seine Präsenz in Osteuropa und der Kaukasus-Region durch eine neue Vereinbarung mit regionalen Partnern gezielt aus. Insgesamt sind drei neue Hotel- und Wohnimmobilienprojekte in Aserbaidschan und Georgien vorgesehen.

Mercure führt weltweit die digitalen „Mercure Local Maps“ ein, um Gästen durch kuratierte Empfehlungen von Hotelteams authentische lokale Erlebnisse in über einhundert Destinationen zu bieten.

Die Radisson Hotel Group hat zum 1. August 2026 das Management des Park Inn by Radisson Berlin Alexanderplatz übernommen. Das Hotel wurde bereits zuvor unter der Marke Park Inn by Radisson im Rahmen eines Franchisevertrags geführt.