Die sieben Sünden beim Kommentieren von Hotelbewertungen

| Hotellerie Hotellerie

Die Anzahl der von Gästen im Internet abgegebenen Bewertungen steigt weiter rasant an. Hotels sind unter Druck, aktiv auf dieses Feedback zu reagieren. Die Experten des auf Hotelbewertungen spezialisierten Unternehmens Tourismuspartner haben in einer qualitativen Untersuchung von 60 Hotels in Berlin, Wien und Zürich über Tausend Hotelierkommentare analysiert und die häufigsten Fehler zusammengefasst.

Sünde #1: Nicht kommentieren
Der Philosoph Paul Watzlawick hat gesagt: „Man kann nicht nicht kommunizieren“. Und genau das ist die Gefahr bei negativen Online-Bewertungen. Wer als Betrieb nicht darauf reagiert, hat im harten touristischen Wettbewerb schon verloren.

Sünde #2: Zuviel kommentieren
Bei der Antwortquote gilt: Weniger ist mehr. So geht eine Untersuchung der renommierten Cornell University davon aus, dass die Konzentration auf negative Bewertungen und eine Antwortquote von nur 40% für die meisten Hotels am sinnvollsten wäre.

Sünde #3: Zu standardisiert kommentieren
In der Tourismuspartner-Untersuchung wurde deutlich: Die meisten Kommentare sind zu standardisiert und enthalten zu viele Wiederholungen. Potenziellen Gästen wird damit signalisiert, wie mit ihnen auch vor Ort umgegangen werden wird - nämlich ohne jegliche Originalität oder persönliche Note.

Sünde #4: Dem Bewerter antworten
Viele Hotels wenden beim Kommentieren die Instrumente des klassischen Beschwerdemanagements an. Im Gegensatz zu einer Beschwerde vor Ort ist eine Online-Bewertung öffentlich. Ein Hotelierkommentar richtet sich somit nicht an den Bewerter selbst, sondern vor allem an potenzielle neue Gäste.

Sünde #5: Nicht einheitlich reagieren
Auffällig war, wie inkonsistent von Hotels geantwortet wird: Mal wird jede Bewertung kommentiert, dann plötzlich drei Wochen keine einzige mehr. Auch sind Stil- und Absenderwechsel die Norm. Dabei haben Hotelierkommentare eine direkte Auswirkung auf die Markenwahrnehmung neuer Gäste. Es scheint, als wäre diese Online-Kommunikationsform für viele Betriebe noch eine große Baustelle.

Sünde #6: Aus Sicht des Hotels schreiben
Die meisten analysierten Kommentare waren aus Sicht des Hotels und in der typischen Hotelsprache formuliert. „Uns“ und „wir“ waren die am öftesten in Kommentaren verwendeten Einzelbegriffe, "Wir freuen uns, Sie bald wieder bei uns begrüssen zu dürfen" der häufigste Satz.

Sünde #7: Kommentare als Werbemittel missverstehen
„Schön, dass Ihnen unser reichhaltiges Frühstücksbuffet so gefallen hat“: Potentielle Gäste, welche einen Hotelierkommentar lesen, stehen kurz vor der Buchungsentscheidung. Unpassendes Eigenlob oder Werbeaussagen haben hier nichts zu suchen. Die Erklärung des eigenen Produkts und absolute Transparenz müssen im Vordergrund stehen. Die Leitfrage sollte lauten: „Welche Informationen sind für einen potenziellen Gast nach dem Lesen dieser Bewertung jetzt relevant?“

Die Tourismuspartner-Untersuchung hat gezeigt, dass das Thema „Kommentieren“ bei der Hotellerie angekommen ist. Kaum ein Hotel kann es sich leisten, nicht auf Online-Bewertungen zu reagieren. Allerdings kommt es ganz auf das „Wie“ an und hier ergibt sich noch viel Handlungsbedarf. Wer mehr zum richtigen Kommentieren lernen will, ist in den Seminaren von Tourismuspartner gut aufgehoben.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das The Ritz-Carlton, Berlin hat auf der dritten Etage einen saisonalen Hochgarten eröffnet. Die Sommerbar öffnet wetterabhängig montags und kann an den übrigen Tagen für Veranstaltungen mit bis zu 40 Personen gebucht werden.

Der Wert des investmentrelevanten deutschen Hotelmarktes ist 2025 nach Berechnungen von bulwiengesa und Union Investment auf 66,1 Milliarden Euro gestiegen. Neue Hotelzimmer trugen den größten Teil zum Zuwachs bei, während Bestandswerte nur leicht zulegten.

Das Bristol Berlin bekommt nach umfassender Modernisierung eine neue Markenheimat. Das Traditionshotel am Kurfürstendamm wird als erstes Haus in Deutschland Teil der Vignette Collection von IHG Hotels & Resorts. Eigentümer Aroundtown will die letzten Arbeiten bis Ende 2026 abschließen.

Künstliche Intelligenz soll nach Einschätzung von Accenture künftig einen größeren Teil der Reiseplanung übernehmen. Während viele Verbraucher einem KI-Agenten bereits die Zusammenstellung einer kompletten Reise anvertrauen würden, wollen sie die Auswahl des Hotels häufig weiterhin selbst treffen.

Die irische Hotelmarke The Dean expandiert weiter auf dem deutschen Markt und eröffnet ein neues Haus im Münchner Westend. Das Hotel kombiniert ein vom bayerischen Jugendstil inspiriertes Design mit einem modernen japanischen Gastronomiekonzept.

Das Kölner Hopper Hotel St. Josef wurde neugestaltet, die Zimmer und öffentlichen Bereiche erhielten ein neues Designkonzept. Das Projekt verbindet den Erhalt historischer Bausubstanz mit nachhaltigen Materialien und moderner Ausstattung.

Nach einem Bericht des SWR haben zwei Mainzer Hotels sämtlichen Beschäftigten gekündigt. Die Gewerkschaft NGG vermutet einen Zusammenhang mit einer geplanten Betriebsratsgründung, während die Hotelgruppe von dringenden betrieblichen Erfordernissen spricht.

Der geplante Verkauf des ehemaligen Dorint-Hotels am Stausee Bitburg an die Interspa-Gruppe ist gescheitert. Damit können auch die im Frühjahr 2025 vorgestellten Pläne für ein Familien- und Wellness-Resort vorerst nicht umgesetzt werden.

Scandic und Axfast planen in Stockholm ein unterirdisches Hotel mit 135 fensterlosen Zimmern. Das Haus soll 2027 eröffnen und in einem umgebauten Gebäude unter der Drottninggatan, der bekanntesten Einkaufsstraße Stockholms, entstehen.

Limehome hat im ersten Halbjahr 2026 nach eigenen Angaben neue Partnerschaften geschlossen und seine Expansion in mehreren europäischen Märkten fortgesetzt. Dazu gehören ein erstes Projekt mit Aroundtown in Frankfurt sowie weitere Vorhaben in Deutschland, Großbritannien, Italien, Belgien und den Niederlanden.