Diskussion: Das Hotelfrühstück zwischen Preis und Leistung

| Hotellerie Hotellerie

Ein Beitrag von Marco Nussbaum auf LinkedIn hat eine Diskussion über Frühstückspreise in Hotels ausgelöst. Nußbaum schreibt, er beobachte steigende Preise, eine sinkende Frühstücksquote und kritischere Bewertungen. In seinem Beitrag verweist er auf eigene Beobachtungen sowie auf Gespräche mit Kollegen aus der Branche.

Nussbaum erinnert in seinem Beitrag an die steuerliche Trennung von Übernachtung und Frühstück im Jahr 2010. Damals seien 7 Prozent Mehrwertsteuer auf Logis und 19 Prozent auf Frühstück fällig gewesen. Dadurch habe das Frühstück separat ausgewiesen werden müssen. Nach Darstellung von Nußbaum habe sich seitdem auch die Preisentwicklung beim Hotelfrühstück deutlich verändert.

Nußbaum berichtet von steigenden Preisen und sinkender Frühstücksquote

Wörtlich schreibt Marco Nussbaum: „Die Preise steigen weiter. Die Frühstücksquote sinkt.“ Außerdem verweist er auf Bewertungen auf Buchungs- und Reiseportalen. Dort gehe es, so Nußbaum, häufig um den Vorwurf: „Zu teuer für das, was geboten wird.“

Als mögliche Gründe nennt Nußbaum in seinem Beitrag unter anderem eine zu weit gedrehte Preisschraube, eine geringere Zahlungsbereitschaft von Unternehmen, nicht berechnete Frühstücke sowie Konkurrenz durch Bäcker und Cafés in der Umgebung. Eine eigene Schlussfolgerung formuliert er als These. Wörtlich heißt es: „Wir laufen Gefahr, das Frühstück aus der Komfortzone zu verlieren, weil Preis und wahrgenommener Wert auseinanderdriften.“

Kommentare verweisen auf Unterschiede zwischen Stadt- und Ferienhotels

In den Kommentaren wird die Entwicklung von mehreren Branchenvertretern aufgegriffen. Thomas Edelkamp, Vorstandsvorsitzender bei Romantik Hotels & Restaurants AG, schreibt, er gehe von „eklatanten Unterschiede[n] zwischen Ferienhotellerie und Stadthotellerie“ aus. Er selbst habe sich angewöhnt, in Stadthotels kein Frühstück mehr zu buchen. Als Grund nennt er weniger den Preis als fehlende Flexibilität beim Angebot.

Auch Susanne Frankenhauser verweist auf Unterschiede zwischen Ferienhotellerie und Stadthotellerie. Sie schreibt, sie beobachte bei ihren Kunden, dass in Stadthotels der Bäcker in der Umgebung derzeit an Bedeutung gewinne. Ähnlich äußern sich weitere Kommentatoren, die Alternativen außerhalb des Hotels nennen.

Auch Erik Florvaag, CEO der The Chocolate on the Pillow Group, greift den Zusammenhang zwischen Preis und Nachfrage auf. In seinem Kommentar schreibt er: „Preis und wahrgenommener Wert driften aktuell auseinander, und genau das kostet Gäste. Der Margendruck ist real, aber leere Frühstücksräume sind am Ende noch teurer.“

Florvaag sieht den Ansatz weniger in weiteren Preiserhöhungen, sondern in einer Anpassung des Angebots. Wörtlich heißt es: „Für mich liegt der Hebel weniger im ‚noch teurer‘, sondern im klügeren Angebot: flexiblere Optionen, klarer Mehrwert und aktives Upselling.“

Zudem verweist er auf die Bedeutung der Positionierung des Frühstücks. „Wer das Frühstück wieder als Erlebnis positioniert (statt als Pflicht-Add-on), gewinnt auch die Zahlungsbereitschaft zurück.“

Mehrere Stimmen kritisieren starre Buffets und fehlende Auswahl

Mehrere Kommentare beziehen sich auf das Verhältnis zwischen Preis und tatsächlichem Bedarf. Marc Weitzmann schreibt, sein tatsächlicher Konsum beim Frühstück sei überschaubar. Preise von 20 bis 25 Euro empfänden er und andere deshalb als nicht stimmig. Dirk Ladenberger berichtet von einem Frühstückspreis von 26 Euro in einem Hotel und nennt als Wunsch ein kleineres Frühstücksangebot zu einem niedrigeren Preis.

Mehrere Kommentatoren sprechen sich für flexiblere Modelle aus. Genannt werden kleinere Frühstücksvarianten, kombinierte Angebote aus Buffet und Einzelbestellung oder eine stärkere Individualisierung. Claudine Wunderlich schreibt, es gebe oft nur die Wahl zwischen Buffet und À-la-carte-Angebot, „aber selten beides zusammen“.

Einzelne Hoteliers berichten von anderen Erfahrungen mit höheren Preisen

Neben kritischen Stimmen gibt es auch Hinweise auf andere betriebliche Erfahrungen. Denis Davydov schildert die Entwicklung in zwei Häusern. Für das Acron Hotel Quedlinburg nennt er für 2019 einen Frühstückspreis von 5,00 Euro pro Person bei ausschließlich inkludierten Raten. Für 2026 gibt er 14,00 Euro pro Person bei wahlweise Zimmer-only- oder Frühstücksraten an. Nach seinen Angaben seien Beschwerden inzwischen minimal und die Auslastung geringer.

Weitere Kommentare thematisieren außerdem Lebensmittelabfälle, die Dauer des Frühstücksangebots, vegane Optionen und die Qualität einzelner Bestandteile. Christian Robert Fiederer schreibt in einem Kommentar, dass „bis zu 50 Prozent“ weggeworfen würden. Andere Nutzer nennen fehlende Flexibilität, begrenzte Zeit am Morgen und unzureichende Angebotsqualität als Gründe gegen das Hotelfrühstück.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Motel One und B&B Hotels erhalten im Treugast Rating 2026 erneut die Bestnote AAA. Odyssey Hotel Group steigt mit BBB ein, während Premier Inn und travdo ausgezeichnet werden.

Die Investmentgesellschaft Ardian und die Wohnplattform Rockfield haben eine Mehrheitsbeteiligung an dem Hybridhotel The Social Hub in Berlin am Alexanderplatz erworben. Die Transaktion markiert den ersten Schritt der neuen Wachstumsstrategie.

Stayery expandiert nach Österreich und realisiert gemeinsam mit der Real-Treuhand Immobilien ein neues Haus in Wien. Die Fertigstellung des Neubaus ist für Anfang 2030 vorgesehen.

Wenn Prozesse digitalisiert und automatisiert werden, muss dies immer mit einem finanziellen ROI einhergehen, sagt Lukas Fritschi, CEO von b_smart hospitality in einer neuen Folge des HotelPartner-Podcasts „AUSGEBUCHT!“. Wie das insbesondere auch Hotels in B-Lagen gelingen kann und welche Balance dabei wichtig ist, lesen Sie im Beitrag – oder hören Sie im Gespräch mit Host Oliver Meyer.

Die IHG-Marke Ruby hat mit dem Ruby Lilou ihr erstes Hotel in Frankreich eröffnet. Das Haus in Marseille verfügt über 237 Zimmer und wird gemeinsam mit dem neuen Ruby Yani Workspace betrieben.

Novum Hospitality weist für 2025 Gesamterlöse von 450,9 Millionen Euro aus, 4,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Zugleich integrierte die Hotelgruppe 40 Bestandshotels in die IHG-Systeme und sicherte acht Neubauprojekte.

Likestay erweitert sein Portfolio um zwei gepachtete Hotels auf rund 250 Zimmer. In Bochum übernimmt die Marke den Betrieb des bisherigen Wald & Golfhotels Lottental aus der Insolvenz, in Regensburg das bisherige Atrium im Park Hotel.

Aroundtown hat auch das HanseDom Hotel in Stralsund an Sunday Hotels vermietet. Das Hotel soll vollständig renoviert und dafür vorübergehend geschlossen werden; parallel ist eine Modernisierung des HanseDom geplant.

Premier Inn plant ein Hotel mit 244 Zimmern im Münsteraner Quartiersensemble „Drei Schwestern“. Das Haus am Dortmund-Ems-Kanal soll 2029 eröffnet werden.

Hotel Indigo hat weltweit das 200. Hotel eröffnet. Die zur IHG-Hotelgruppe gehörende Marke verdoppelte damit seit 2019 die Zahl ihrer eröffneten Häuser. Weitere 134 Hotels befinden sich derzeit in der Entwicklung.