DSGVO-Verstoß: Rekordstrafen für Marriott und British Airways angedroht

| Hotellerie Hotellerie

Die britische Datenschutzbehörde ICO will gegen Marriott und British Airways Rekordstrafen wegen Verstoßes gegen den Datenschutz verhängen. Die Hotelkette Marriott soll 110 Millionen und die Fluggesellschaft über 200 Millionen Euro berappen. Marriott kündigte an, gegen die Strafe vorgehen zu wollen.

Von größtem Hackerangriff in der Hotelgeschichte (Tageskarte berichtete) waren rund  383 Millionen Gästedatensätze betroffen. Ferner wurden dem Hotelkonzern rund 5,25 Millionen unverschlüsselte Passnummern entwendet. Darüber hinaus schnappten sich die Angreifer rund 20,3 Millionen verschlüsselte Passnummern, wie Marriott mitteilte. 

Für dieses Datenleck soll Marriott jetzt bezahlen. Die Prüfung der britischen Datenschützer habe ergeben, dass die Marriott-Kette keine ausreichenden Prüfungen bei der Übernahme durchgeführt und auch danach nicht ausreichend für die Sicherheit der Systeme gesorgt hätten. Die Pflicht zum Schutz der Daten, die die DSGVO Unternehmen auferlege, umfasse aber auch solche Fälle von Übernahmen, erklärte Englands Chef-Datenschützerin Elizabeth Denham. Die Strafe ist noch nicht vollstreckt. Zunächst handelt es sich um eine Absichtserklärung, die den Unternehmen raum zur Erklärung bietet.

Das nutzte Marriott dann auch gleich für einen Pressetext in dem Arne Sorenson, Präsident und CEO von der Gruppe, sagte: „Wir sind enttäuscht über diese Absichtserklärung des ICO, die wir anfechten werden. Marriott hat während der gesamten Untersuchung des Vorfalls, bei dem es sich um einen kriminellen Angriff auf die Starwood-Gastbuchungsdatenbank handelte, mit dem ICO zusammengearbeitet. Wir bedauern zutiefst, dass dieser Vorfall stattgefunden hat. Wir nehmen den Datenschutz und die Sicherheit von Gästeinformationen sehr ernst und arbeiten weiterhin hart daran, den Qualitätsstandard zu erreichen, den unsere Gäste von Marriott erwarten.“ Laut Marriott wir die angegriffene Starwood-Datenbank nicht mehr für den Geschäftsbetrieb verwendet.

Auch gegen die Fluggesellschaft British Airways will die ICO vorgehen. 2018 wurde bekannt, dass nach einem Hackerangriff auf die Fluggesellschaft British Airways die persönlichen Daten und Bankverbindungen von mehr als 500.000 Kunden aus Online-Buchungen gestohlen worden waren. Damit verstieß die Airline gegen die europäischen Datenschutzbestimmungen und muss nun eine hohe Strafe zahlen. 

Die Datenschutzbehörde ICO dotierte die Höhe des Strafgeldes Medienberichten zufolge auf umgerechnet 204 Millionen Euro. In der Begründung teilte die Datenschutzbeauftragte Elizabeth Denham mit, dass die British Airways zu fahrlässig im Umgang mit den persönlichen Daten ihrer Kunden gewesen sei. "Wenn Sie mit persönlichen Daten betraut werden, müssen Sie darauf aufpassen", so Denham. 

Enttäuschung bei der British Airways über das Strafmaß

Der Chef der British Airways Alex Cruz zeigte sich in Bezug auf die Höhe der Strafe, die 1,5% des Umsatzes der Airline aus dem Jahr 2017 entspricht, überrascht. Nachdem der Hackerangriff aufgedeckt worden war, habe er sofort reagiert und „keine Hinweise auf betrügerische Aktivitäten“ gefunden. Laut ICO seien aber 500.000 Kunden, die in der Zeit zwischen dem 21. August und 5. September 2018 ihre Flüge online gebucht und mit der Kreditkarte bezahlt hatten, von dem Datendiebstahl betroffen gewesen. Ihre Namen, Anschriften, Mail-Adressen und Bankdaten seien in die Hände der Cyber-Kriminellen geraten. Reise- und Passdaten sollen aber nicht von dem Datendiebstahl betroffen gewesen sein. 

Die Fluggesellschaft hatte sich in ganzseitigen Anzeigen in der Zeitung bei den betroffenen Kunden entschuldigt und Entschädigungszahlungen angekündigt. Gegen die Millionenstrafe will der Mutterkonzern IAG nun eventuell Einspruch erheben. 


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

CityHub plant ein Hotel mit 139 Einheiten am Leipziger Platz in Berlin. Für den Standort sollen rund 2.100 Quadratmeter bestehende Einzelhandelsfläche umgebaut werden.

Eine aktuelle Umfrage im Auftrag von a&o Hostels zeigt, dass Europas Reisende bei Unterkünften vor allem auf das Preis-Leistungs-Verhältnis und Sicherheit achten, während bekannte Marken an Bedeutung verlieren.

Der traditionsreiche Vitznauerhof am Vierwaldstättersee öffnet im 125. Jubiläumsjahr erstmals auch im Winter seine Türen und bietet ein neues Programm aus Kulinarik, Kultur und Wellness.

Das aja Garmisch-Partenkirchen hat sein fünfjähriges Bestehen mit einem Tag der offenen Tür und rund 1.000 Besuchern gefeiert. Zum Jubiläum stellte das Hotel zudem neue Namen für Bar und Restaurant vor.

Der Schweizer Ständerat hat der Verlängerung des Mehrwertsteuer-Sondersatzes von 3,8 Prozent für Beherbergungsleistungen bis Ende 2031 zugestimmt. HotellerieSuisse begrüßt die Entscheidung, bezeichnet vier Jahre allerdings als vergleichsweise kurzen Planungshorizont.

Aus einer Büro- und Einzelhandelsimmobilie am Frankfurter Ring soll Breras drittes Münchner Haus werden. Der Betreiber plant rund 152 Serviced Apartments und eine Eröffnung Anfang 2029.

Vom ehemaligen Bürogebäude in Berlin bis zum Neubau auf Sylt: Limehome setzt bei seiner Expansion auf unterschiedliche Immobilientypen. Bis 2030 will das Unternehmen 25.000 Einheiten unter Vertrag haben.

IHG Hotels & Resorts plant ein neues Vignette-Collection-Hotel im Zentrum von Madrid. Das San Bernardo soll im März 2028 mit 67 Zimmern eröffnen und das spanische Luxus-Portfolio des Konzerns auf 21 Häuser erweitern.

Die österreichische Hotelgruppe Cooee alpin erweitert ihr Portfolio von drei auf fünf Hotels. In Kaprun läuft der Umbau eines bestehenden Hauses, zugleich entsteht in Bad Goisern bis Dezember 2027 ein Neubau mit 78 Zimmern.

Das familiengeführte Flemings Mayfair Hotel in London feiert sein 175-jähriges Jubiläum. Das im Jahr 1851 von Robert Fleming errichtete Anwesen gehört zu den ältesten unabhängigen Hotels der britischen Metropole.