Ehemalige Folterinsel Mamula vor Montenegro soll Hotel werden

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Auf der kleinen Insel Mamula vor der Küste von Montenegro steht seit der Mitte des 19. Jahrhunderts ein Fort. Während des Zweiten Weltkriegs nutzten die Italiener unter Mussolini die Anlage jedoch als Gefängnis. Laut ehemaliger Häftlinge soll es zu Folterungen und Hinrichtungen gekommen sein. Seit einigen Jahren gibt es dennoch Pläne, die Insel in ein Luxushotel zu verwandeln. Medienberichten zufolge werden diese Pläne nun konkreter, was bei Angehörigen und Aktivisten jedoch auf massive Kritik stößt. 
 

Die Angehörigen ehemaliger Insassen hatten bereits 2016 gefordert, die Insel in eine Gedenkstätte zu verwandeln. Laut Vertretern der Regierung habe es aber nur zwei Möglichkeiten gegeben: Entweder Investoren finden oder das Fort verfallen zu lassen. Den Berichten zufolge soll nun zwar die Festung erhalten bleiben, ein Hotelbetrieb ist trotzdem geplant. Und das inklusive Pool, Tanzfläche und Restaurants. Die künftigen Hotelzimmer sollen in den ehemaligen Zellen entstehen, wie Der Standard berichtet. 
 

Hinter dem Projekt soll das Investorenteam Orascom vom Unternehmer Samih Sawiris stecken, das den stetigen Verfall des Forts und der Insel aufhalten will. Der ägyptische Milliardär ist auch für das touristische Großprojekt im schweizerischen Andermatt verantwortlich. Mit seiner Firma Orascom Hotels and Development baute Sawiris in Andermatt auf einer Fläche von 1,46 Quadratkilometern ein Tourismusresort mit mehreren Hotels, Ferienhäusern und Ferienwohnungen, einem 18-Loch-Golfplatz, Geschäften sowie einem Sport- und Freizeitzentrum mit Eissporthalle und Hallenbad.

Ein Sprecher von OHM Mamula Montenegro sagte Sun Online Travel: "Alle Arbeiten zur Rekonstruktion und Anpassung der Festung Mamula auf der Insel Lastavica erfolgen in Übereinstimmung mit den Planungs-, Bau- und Erhaltungsbedingungen und unter der Aufsicht relevanter Experten.

Der historische Wert der Insel wird durch die Einrichtung einer Gedenkstätte anerkannt und geehrt, zu deren Entwicklung Orascom im Rahmen seines Mietvertrags mit der montenegrinischen Regierung verpflichtet ist. Darüber hinaus umfasst das Revitalisierungskonzept maximale Anstrengungen zum Schutz von Umwelt und Aquarium, wobei alle Abwässer gesammelt und behandelt werden und moderne Rekonstruktionsverfahren zur Reduzierung des Heiz- und Kühlbedarfs eingesetzt werden.

Das gesamte Pflanzenleben der Insel wird erhalten und weiter verbessert, so dass Mamula weiterhin spezifisch für seine zahlreichen Agavenbäume und schlanken mediterranen Kräuter ist, einschließlich seines charakteristischen großen Pinienwaldes, der seit Jahrzehnten am südöstlichen Ende des Festungswaldes wächst."
 

Diese kleine Insel ist nahezu kreisförmig, hat einen Durchmesser von cirka 200 Metern und erhebt sich bis zu 16 Meter über den  Meeresspiegel. Sie befindet sich etwa 3,4 Seemeilen (6,3 km) von Herceg Novi entfernt. Auf der Insel befindet sich ein Fort, welches während der österreichischen Herrschaft von General Lazarus von Mamula im mittleren 19. Jahrhundert errichtet wurde. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Fort vom faschistischen Italien unter Benito Mussolini seit dem 30. Mai 1942 als Gefängnis genutzt. Das Gefängnis wurde durch Folterungen und Grausamkeiten bekannt, die die Gefangenen erleiden mussten.


 

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