Erneute Verzögerung beim Kölner Dom-Hotel 

| Hotellerie Hotellerie

Die Revitalisierung des traditionsreichen Dom-Hotels in Köln nimmt weiterhin mehr Zeit in Anspruch als zuletzt geplant. Wie ein Sprecher des Eigentümers, der Bayerischen Versorgungskammer, auf Anfrage bestätigte, wird die baubehördliche Abnahme des Objekts am Roncalliplatz nun erst im zweiten Quartal 2026 erwartet. Zuerst hatte der Kölner Stadt-Anzeiger über den neuen Zeitplan berichtet. Damit korrigiert die Eigentümerin ihre Prognosen erneut, nachdem ursprünglich bereits eine Eröffnung für Ende 2023 anvisiert worden war.

Chronik der Verschiebungen und technischer Hintergrund

Noch im August des vergangenen Jahres war eine technische Abnahme für November 2025 in Aussicht gestellt worden. Dieser Termin wurde zunächst auf den Jahresbeginn 2026 und nun auf das Frühjahr oder den Frühsommer dieses Jahres datiert. Als Gründe für die Verzögerungen wurden in der Vergangenheit Probleme bei verschiedenen Gewerken sowie bei der Feininstallation genannt. Ein konkreter Tag für die behördliche Begehung im laufenden Quartal steht weiterhin nicht fest. Dieser Schritt ist jedoch die zwingende Voraussetzung für die weiteren Prozesse. „Erst nach der baubehördlichen Abnahme kann die offizielle Übergabe an die Althoff Hotels erfolgen. Hierzu können wir Ihnen leider keine konkreten Termine nennen“, erklärte der Sprecher der Bayerischen Versorgungskammer gegenüber t-online.

Umfassende Sanierung eines historischen Denkmals

Das Luxushotel in unmittelbarer Nachbarschaft zum Kölner Dom wird seit 2013 aufwendig saniert. Von dem ursprünglichen Gebäude aus dem Jahr 1893 blieben lediglich die denkmalgeschützte Fassade und das historische Treppenhaus erhalten. Da beim Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg teils minderwertige Materialien verwendet wurden, war die Bausubstanz in einem kritischen Zustand. Projektbeteiligte sprachen im Rückblick von einer gefährlichen Situation für frühere Gäste. Während die Fassade mittlerweile wieder weitgehend sichtbar ist, wurden andere Gebäudeteile komplett entkernt oder neu gestaltet. Nach der Übergabe an den Betreiber ist ein Probebetrieb vorgesehen. Eine offizielle Eröffnung vor der zweiten Jahreshälfte 2026 gilt aufgrund der noch ausstehenden Maßnahmen als unwahrscheinlich.

Althoff-Gruppe soll Luxushotel führen

Nach der Fertigstellung soll das Haus von der Althoff-Gruppe als Fünf-Sterne-Plus-Hotel mit etwa 130 Betten positioniert werden. Im Erdgeschoss ist zudem die Ansiedlung von Einzelhandelsflächen für Marken wie Gucci und Rimowa vorgesehen. Mit der Wiederinbetriebnahme würde die Stadt Köln neben dem Hotel Excelsior Ernst wieder über zwei Häuser im obersten Luxussegment in direkter Domnähe verfügen.

Neben den baulichen Verzögerungen bleibt die logistische Anbindung eine Herausforderung. Die geplante Nutzung der Dom-Tiefgarage durch die Hotelgäste ist durch anstehende Sanierungsprojekte an der Garage selbst beeinträchtigt, wodurch die endgültige Anreisesituation zum jetzigen Zeitpunkt ungeklärt bleibt. Das Dom-Hotel blickt auf eine prominente Gästeliste zurück, zu der in der Vergangenheit Persönlichkeiten wie John F. Kennedy oder Louis Armstrong zählten.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der IHA präsentiert Handlungsempfehlungen zum neuen Kurzzeitvermietung-Datenaustausch-Gesetz. Das Gesetz soll für mehr Transparenz sorgen und Kommunen dabei unterstützen, Wohnraum zu schützen und faire Wettbewerbsbedingungen im Beherbergungssektor zu schaffen.

In den aktuellen Geschäftsberichten der globalen Hotelkonzerne taucht ein neuer, gewichtiger Risikofaktor auf. Die Unternehmen warnen vor den Auswirkungen Künstlicher Intelligenz auf die bisherigen Vertriebsstrukturen. Branchenexperten, wie Marco Nussbaum, sehen darin ein deutliches Signal für eine mögliche Verschiebung der Machtverhältnisse in der digitalen Distribution.

Das Hotel Steigenberger Camp de Mar auf Mallorca sieht sich mit wirtschaftlichen Konsequenzen durch Medienberichte über angebliche Verbindungen zum iranischen Finanzwesen konfrontiert. Das Hotel ist über einige große Plattformen derzeit nicht buchbar. Das Hotelmanagement betont die rechtliche Unabhängigkeit.

Die wirtschaftliche Krise bei der Revo Hospitality Group führt anscheinend aktuell zu Betriebseinstellungen in Deutschland. Wie verschiedene Medien übereinstimmend berichten, stehen nach der im Januar angemeldeten Insolvenz nun zwei Häuser fest, die derzeit nicht buchbar sind.

Hyatt Hotels schließt seine Transformation zum Asset-Light-Unternehmen ab und meldet für 2025 Erlöse von 7,1 Milliarden US-Dollar. Trotz eines bilanziellen Nettoverlusts durch den Konzernumbau übertrifft das operative Ergebnis im Luxussegment die Erwartungen, während die Rekord-Pipeline von 148.000 Zimmern den Wachstumskurs für 2026 sichert.

Mandarin Oriental erweitert das Portfolio in Ägypten durch die Übernahme des Old Cataract in Assuan und des Winter Palace in Luxor. Erstmals bietet die Gruppe zudem eine eigene luxuriöse Flusskreuzfahrt auf dem Nil an.

Longevity ist in aller Munde – doch was steckt dahinter und wie wird das überhaupt ausgesprochen? Ein neues Symposium in Kitzbühel liefert Fakten für Hoteliers, die Langlebigkeit als Geschäftsmodell nutzen wollen.

Das Hotel EdeR FriDA in Maria Alm schließt umfangreiche Erweiterungsmaßnahmen ab. Mit elf neuen Zimmern, innovativen Themenkategorien und großflächigen Erlebnisbereichen baut die Eder Collection ihr Angebot für Familien in den Alpen weiter aus.

In Halstenbek bei Hamburg soll auf einer langjährigen Brachfläche eine großdimensionierte Topgolf-Anlage samt Hotel mit 150 Zimmern entstehen. Der Investor Greenreb plant ein Projekt im zweistelligen Millionenbereich.

Der Hotelinvestmentmarkt erreicht laut JLL einen Wendepunkt: Ein starker Kreditmarkt und hohe Kapitalverfügbarkeit treiben das globale Transaktionsvolumen 2026 an. Besonders Luxusobjekte und der asiatische Markt stehen im Fokus der Investoren.