Europäischer Hotelmarkt: Anleger zeigen Optimismus

| Hotellerie Hotellerie

Spanien bleibt das beliebteste Land für Hotelinvestitionen, Italien überholt das Vereinigte Königreich und belegt den zweiten Platz – Deutschland verbessert sich um zwei Plätze / London ist erste Wahl für Investitionen auf städtischer Ebene, Berlin klettert auf Platz 8.

Das sind Ergebnisse des CBRE 2025 European Hotel Investor Intentions Surveys.  Hierbei wurden zwischen dem 21. Oktober und dem 2. Dezember 2024 die Ansichten von 110 Investoren, die sich aus Hoteleigentümern und -entwicklern, Private Equity, institutionellen Anlegern, Privatanlegern und Immobilienfonds zusammensetzten, erhoben.

Obwohl die Befragten bereits vorausgesagt haben, dass die geopolitischen Entwicklungen im Jahr 2025 die größte Herausforderung für Investitionen sein werden, wächst das Vertrauen in den europäischen Hotelmarkt weiter. Die überwiegende Mehrheit (90 Prozent) der Investoren wollen laut einer CBRE-Umfrage* ihre Investitionen in den europäischen Hotelmarkt im Jahr 2025 beibehalten oder sogar erhöhen.

Der Sektor bietet wettbewerbsfähige Renditen, und laut der Studie nannten die Befragten optimistische Gesamtrenditeaussichten und eine relative Outperformance gegenüber anderen Anlageklassen als Hauptgründe für eine Erhöhung ihrer Hotelallokation.

Spanien bleibt das zweite Jahr in Folge das Top-Investitionsziel, unterstützt durch langfristige Marktfundamente und einer anhaltenden Tourismusnachfrage. Italien überholte das Vereinigte Königreich und nahm den zweiten Platz ein. Das Vereinigte Königreich und Portugal belegten gemeinsam den dritten Platz, während Frankreich und Griechenland die Plätze vier und fünf behalten.

Deutschland gewann zwei Plätze und kletterte auf Platz 7. Diese positive Entwicklung wird durch einen Anstieg der Übernachtungszahlen (2024: plus 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) sowie durch RevPAR-Steigerungen (2024: plus 7,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) unterstützt.

Auf städtischer Ebene bleibt London die erste Wahl für Investitionen. Madrid festigte seinen Status als zweitattraktivste Stadt für Hotelinvestitionen weiter, wobei Rom nach dem vierten Platz im Vorjahr die Top drei der Städte abrundet. Berlin hat sich auf den achten Platz verbessert, was ein weiteres Indiz für das gestiegene Investorensentiment gegenüber des deutschen Hotelmarkts darstellt.

„Das anhaltende Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage in ganz Europa ist nach wie vor ein wichtiger Treiber für den Sektor", sagt Kenneth Hatton, Head of European Hotels bei CBRE. „Wir sehen starke Gebote von potenziellen Käufern, die die besten Objekte erwerben wollen, was sich im Hotelinvestitionsvolumen des letzten Jahres widerspiegelt, das gegenüber 2023 um 34 Prozent gestiegen ist, der größte Anstieg im Vergleich zum Vorjahr für einen Sektor in der Region."

Die Investoren zielen weiterhin auf städtisches Produkt ab. 65 Prozent der Befragten halten CBD und Gateway-Städte für die attraktivsten Standorte und bestätigen damit ihren Status als langfristige Nachfragehubs, die durch resiliente Geschäfts- und Urlaubsreisen unterstützt werden. Sekundärstädte haben an Bedeutung gewonnen, und laut der CBRE-Studie gaben zwölf Prozent der Befragten an, dass sie die attraktivsten Investitionsmöglichkeiten sind, angetrieben durch das wachsende Vertrauen in aufstrebende Tourismusmärkte, die durch eine verbesserte Infrastruktur und veränderte Reisemuster unterstützt werden.

Auf die Frage, welche Strategie für den Kapitaleinsatz bevorzugt wird, gaben zwei Drittel der Anleger an, dass sie Value-Add-Strategien bevorzugen. Dies spiegelt einen deutlichen Anstieg gegenüber 51 Prozent in der letztjährigen Umfrage wider, was darauf hindeutet, dass die Erwartungen, in Krisensituationen opportunistische Renditen zu erzielen, gesunken sind, während gleichzeitig die Überzeugung besteht, dass die europäische Industrie von einer Neupositionierung und operativen Verbesserungen profitieren kann, um die Gesamtrenditen zu steigern.

Hatton fügt hinzu: "Investoren sehen nach wie vor Chancen in der starken Professionalisierung des europäischen Hotelsektors, wo Investitionen, operative Verbesserungen und Roll-out-Strategien die Aussicht auf sehr attraktive Gesamtrenditen bieten, insbesondere wenn man die prognostizierte Angebots- und Nachfragedynamik betrachtet."

Ronald Chan, European Hotels Research Lead bei CBRE, fügt hinzu: "Europa war im vergangenen Jahr die am meisten besuchte Region für Reisende aus aller Welt und ist ein Markt, der durch eine Vielzahl von Reisezielen gekennzeichnet ist, sei es in pulsierenden Stadtzentren oder in idyllischen Küstenstädten. Insbesondere das Luxus-Subsegment war ein Lichtblick, der seine Preismacht durch ein beeindruckendes Wachstum der durchschnittlichen Tagespreise unter Beweis stellte und wir glauben, dass es immer noch Möglichkeiten für diejenigen gibt, die in den Markt einsteigen wollen."


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine Studie von HotellerieSuisse zeigt den anhaltend hohen Einfluss von Buchungsplattformen auf die Preisgestaltung in der Schweizer Hotellerie. Hotels berichten zunehmend über Preisunterbietungen und eingeschränkte Kontrolle im digitalen Vertrieb.

Das „Hotel am Sophienpark“ in Baden-Baden soll nach einer umfassenden Modernisierung im Frühjahr 2027 unter dem Namen „The Floris“ weitergeführt werden. Das traditionsreiche Gebäude an der Sophienstraße 14 werde derzeit revitalisiert und als Vier-Sterne-Superior-Hotel neu positioniert.

Das Hotel du Cap-Eden-Roc erweitert sein Angebot 2026 um die Yacht Millesime. Die 37 Meter lange Yacht soll exklusiv Hotelgästen für Fahrten entlang der Mittelmeerküste zur Verfügung stehen.

Mecklenburg-Vorpommern zählte im vorigen Jahr rund acht Millionen Urlauber und etwa 33 Millionen Übernachtungen. Das hohe Niveau soll mindestens gehalten werden. Aber die Branche steht unter Druck.

Die Dormero Gruppe erweitert ihre Präsenz in der Region Mittelfranken und übernimmt das bisherige NH Hotel in Fürth. Das Hotel befindet sich in zentraler Lage direkt am Stadtpark und umfasst insgesamt 118 Zimmer.

Eine aktuelle Preisstudie zeigt, dass viele Hotels an der Nord- und Ostsee trotz einer hohen Nachfrage ihre Preise senken. Grund dafür ist ein verändertes Buchungsverhalten der Gäste, auf das viele Betriebe mit defensiven Preisstrategien reagieren.

Die Jufenalm hat den Umbau ihrer Hotelanlage in den Salzburger Bergen abgeschlossen. Das Unternehmen startet mit neuen Suiten, einem erweiterten Wellnessbereich und speziellen Rabattaktionen in die aktuelle Sommersaison.

Das Hotel Bergkristall in Oberstaufen hat sechs neue Seesuiten am hauseigenen Bergsee eröffnet. Ab August 2026 soll das Angebot laut Unternehmen um weitere Bergsuiten ergänzt werden.

Die H World Group hat nach eigenen Angaben das Europageschäft wieder in die Gewinnzone geführt. In den veröffentlichten Quartalszahlen verweist das Unternehmen auf Fortschritte im internationalen Segment sowie auf den weiteren Ausbau der Marken Steigenberger und IntercityHotel.

Eine Studie von Mews zeigt eine breite Nutzung von künstlicher Intelligenz in Hotels. Gleichzeitig sehen viele Hoteliers persönliche Kontakte wie Begrüßung und Check-in weiterhin als Aufgabe von Mitarbeitern.