Freizeitgäste verdrängen Geschäftsreisende im Serviced-Apartment-Markt

| Hotellerie Hotellerie

Der Markt für Serviced Apartments in Deutschland verzeichnete im vergangenen Jahr eine Verschiebung der Gästestruktur. Wie aus dem aktuellen Marktreport von Apartmentservice hervorgeht, stellten Freizeitgäste mit einem Anteil von 56 Prozent erstmals die Mehrheit gegenüber Geschäftsreisenden dar. Diese Entwicklung beeinflusst wesentliche Kennzahlen der Branche: Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer sank auf sieben Nächte. Während die Auslastung im Jahr 2025 mit 81 Prozent stabil auf dem Niveau des Vorjahres blieb, verringerte sich die durchschnittliche Tagesrate von 92 Euro auf 89,50 Euro.

Steigende Betriebskosten

Nach Angaben des Beratungsunternehmens ist die Branche mit einem intensiveren Wettbewerb zur klassischen Hotellerie sowie einer hohen Preissensibilität konfrontiert. Anett Gregorius, Inhaberin von Apartmentservice, führt dies auf die wirtschaftliche Lage in Deutschland zurück. Zwar stieg die Zahl der Dienstreisen laut dem Geschäftsreiseverband VDR im Jahr 2025 um 8,3 Prozent auf insgesamt 116,1 Millionen Geschäftsreisen an, jedoch werde bei den Ausgaben verstärkt auf Effizienz geachtet.

Infolge steigender Betriebskosten und der veränderten Nachfragesituation hat sich die Stimmung unter den Marktteilnehmern verschlechtert. Während im Vorjahr noch 59 Prozent der befragten Betreiber die allgemeine Marktentwicklung in Deutschland positiv beurteilten, sank dieser Wert aktuell auf 24 Prozent. Dennoch bewerteten zwei Drittel der Befragten die wirtschaftliche Situation des eigenen Unternehmens weiterhin als positiv. Laut dem Bericht schreitet die Konsolidierung im Segment voran, was sich in der Überarbeitung von Portfolios und dem Verschwinden einzelner Marken zeigt.

Bestand wächst auf knapp sechzigtausend Einheiten

Der Bestand an Serviced Apartments in Deutschland umfasst laut Marktreport derzeit 59.300 Einheiten in 1.160 Häusern mit einer Mindestgröße von 15 Einheiten. Berlin führt die Statistik bei der Anzahl der Häuser an, während München über die meisten Einheiten verfügt. Gemeinsam mit Frankfurt am Main bilden diese Standorte die Spitze des Marktes. Zu den führenden Betreibern gehören die TFE-Hotels mit der Marke Adina, die WMM-Hotels sowie die Gruppe Novum Hotels / IHG.

Für die kommenden Jahre wird ein deutliches Wachstum prognostiziert. Bis Ende 2029 soll das Segment um 38 Prozent zulegen. Den größten Expansionsplan verfolgt derzeit der Anbieter Limehome, der sein Portfolio bis zum Ende des Jahrzehnts verdreifachen könnte. Es folgen die Unternehmen Homaris und Numa. Laut Mitteilung treiben insbesondere vollautomatisierte Konzepte sowie die Umwandlung von ehemaligen Büro- und Hotelflächen die Entwicklung voran. Das Interesse von Investoren bleibe bestehen, da sich die Konzepte zunehmend standortspezifisch anpassen.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Generator erweitert seine Präsenz in London und Paris. Das Unternehmen übernimmt das Novotel London Greenwich und unterzeichnet einen Managementvertrag für ein Bürogebäude im 13. Pariser Arrondissement.

LaPosch – Living Lands hat in Biberwier in Tirol eine umfangreiche Erweiterung eröffnet. Zehn neue Unterkünfte, ein neues Torhaus mit Gastronomie und ein Gartenbad ergänzen das bestehende Chalet-Dorf.

Wyndham Hotels & Resorts hat das Vienna House by Wyndham Frankfurt South eröffnet. Das Hotel in Sachsenhausen startet mit 104 Zimmern und soll bis Ende 2027 auf 139 Zimmer und Suiten erweitert werden.

B&B Hotels hat erste Häuser der Revo Hospitality Group übernommen und betreibt damit erstmals mehr als 250 Hotels in Deutschland. Weitere Standorte sind bereits vertraglich gesichert und befinden sich in der Vorbereitung.

Das Mercure Bonn City Center hat Anfang Oktober 2026 direkt am Hauptbahnhof eröffnet. Das von DQuadrat Living betriebene Haus wird nun bis zum ersten Quartal 2027 bei laufendem Betrieb renoviert.

he Living Circle führt die Bergwelt Grindelwald seit dem 1. Oktober 2026 operativ. Das Hotel und die Betriebsgesellschaft hatte die Gruppe bereits Ende November 2025 übernommen; bis zur Übergabe blieb Swiss Design Collection Betreiberin.

Leonardo Hotels hat zum 1. Oktober 2026 drei ehemalige Revo-Hotels mit insgesamt 735 Zimmern als Betreiber übernommen. Die Häuser liegen in München, Hannover und Braunschweig.

Ex-prizeotel-Chef Connor Ryterski startet mit einem Hamburger Family Office die Hotelmarke Kumo. Zwei Neubauten in Hamburg und Köln sollen ab 2029 eröffnen.

Das Waldorf Astoria Rabat Salé hat das Restaurant Aldabaran im 33. Stock des Mohammed VI Tower eröffnet. Alain Ducasse verantwortet damit sein erstes Restaurant in Marokko.

Nach bundesweiten Durchsuchungen in Hotels und Reinigungsfirmen sitzen zehn Beschuldigte in Untersuchungshaft. Oberstaatsanwältin Christine Höfele zufolge sollen Beschäftigte wie einst Sklaven für den Profit der mutmaßlichen Täter in Abhängigkeit gehalten worden sein.