Gästehaus Petersberg feiert 35-jähriges Jubiläum in Bundesbesitz

| Hotellerie Hotellerie

Das Gästehaus Petersberg feiert in diesem Jahr sein 35-jähriges Jubiläum in Bundesbesitz. Das einst vom 4711-Parfümfabrikanten Ferdinand Mülhens erbaute Anwesen ist seit Jahrzehnten ein Schauplatz deutscher Diplomatie und internationaler Begegnungen.

Die Historie des Hauses ist vielschichtig: Im frühen 20. Jahrhundert errichtet, wurde es mehrfach umgestaltet und diente zeitweise als Lazarett. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es von US-Truppen als Sitz der Alliierten Hohen Kommissare beschlagnahmt und entwickelte sich in der Nachkriegszeit zu einem Ort von weltpolitischer Bedeutung. Hier trafen sich Staatsoberhäupter, Friedensnobelpreisträger, Kanzler und Präsidenten. Ein historischer Meilenstein war die Unterzeichnung des Petersberger Abkommens durch Bundeskanzler Konrad Adenauer mit den Alliierten im Jahr 1949. Nachdem das Hotel 1954 erneut für Staatsgäste öffnete, 1969 geschlossen und 1973 kurzfristig für den Besuch Leonid Breschnews genutzt wurde, ging das Anwesen 1978 in den Besitz der Bundesrepublik Deutschland über.

Vom Gästehaus zum Grandhotel

Nach umfassenden Umbauten durch die damalige Bundesbauverwaltung wurde das Gästehaus Petersberg im Jahr 1990 wiedereröffnet und ist seither Teil des Portfolios der Steigenberger Hotels & Resorts.

Andreas Wieckenberg, General Manager des Steigenberger Icon Grandhotel & Spa Petersberg, äußerte sich zur Bedeutung des Ortes: „Der Petersberg ist ein Ort, an dem die Geschichte unseres Landes greifbar wird. Seit 35 Jahren ist es für uns eine besondere Aufgabe und ein großes Privileg, Gastgeber an diesem historischen Ort zu sein. Jeder Gast, der durch unsere Lobby schreitet, wird Teil dieser lebendigen Tradition.“

Die jüngste Renovierung und Neugestaltung des Hauses erfolgte mit dem Ziel, das historische Erbe zu bewahren und gleichzeitig modernen Anforderungen gerecht zu werden. Das Hotel verfügt nun über 111 hochwertig ausgestattete Zimmer und Suiten, von denen viele einen Blick über das Rheintal bieten. Ein exklusiver Spa- und Wellnessbereich mit Pool, Saunen, Hamam, Kaminlounge und Gesundheitszentrum steht den Gästen zur Verfügung. Kulinarisch wird ein internationales Niveau geboten, mit vier Restaurants und Bars – darunter „Bill’s“, „Charles“, „Ferdinand“ und die „Nelson’s Bar“, benannt nach historischen Persönlichkeiten. Für Veranstaltungen stehen 15 elegante Räume, einschließlich der Rotunde, für bis zu 1.000 Gäste bereit. Eine hauseigene Kapelle aus dem Jahr 1764 bietet zudem einen Rahmen für Feierlichkeiten.

Ein Symbol für Gastlichkeit mit Blick nach vorn

Paul Fietz, Vorstandsmitglied der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, betonte die historische Dimension: „Dieses Haus hat in seinen Mauern nicht nur Geschichte erlebt, sondern ist selbst Teil davon. Unsere Aufgabe ist es, diesen einzigartigen Ort mit all seinem Charme zu erhalten und für die Zukunft zu stärken. Heute steht das Grandhotel Petersberg beispielhaft für zukunftsorientierte Gastlichkeit.“

Das Steigenberger Icon Grandhotel & Spa Petersberg plant, seine Rolle als Gastgeber internationaler Begegnungen, exklusiver Veranstaltungen und als privater Rückzugsort weiter auszubauen. Die besondere Lage, der Fünf-Sterne-Service und das historische Erbe sollen das Haus als einzigartigen Ort in Europa positionieren. Wieckenberg fasste zusammen: „Gastgeber auf dem Petersberg zu sein, ist mehr als eine Aufgabe, es ist eine Ehre. Wir blicken mit Demut auf die vergangenen 35 Jahre zurück und mit Enthusiasmus auf das, was kommt.“


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg erhält erstmals Hotels direkt am Terminal. Geplant sind zwei Häuser mit insgesamt 140 Zimmern, die Ende 2027 eröffnen sollen.

Anzeige

In Folge 5 des HotelPartners Podcast „AUSGEBUCHT!“ interviewt Gastgeber und HotelPartner-CEO Oliver Meyer Myriam Schlatter, CEO der Laudinella Group, zur beeindruckenden Entstehung ihrer Hotelgruppe. Sie erzählt.

Der Bundesfinanzhof hat klargestellt, dass Hotelzimmermieten nicht grundsätzlich von der gewerbesteuerlichen Hinzurechnung ausgenommen sind. Entscheidend ist, ob die angemieteten Unterkünfte nach dem Geschäftsmodell eines Unternehmens dauerhaft für den Betrieb vorgehalten werden müssen.

Eine Studie von Christie & Co sieht die Münchner Luxushotellerie weiterhin auf Wachstumskurs. Besonders hohe Auslastungen und Zimmerpreise wurden im Herbst 2025 registriert.

Waren die Urlaubsziele in Schleswig-Holstein in den ersten Monaten des Jahres besser besucht als 2025? Ein genauerer Blick zeigt große Unterschiede zwischen größeren Hotels und kleineren Häusern.

Das Hamburger Hotel Louis C. Jacob feiert am 5. Juli seinen 235. Geburtstag mit einem öffentlichen Jubiläumsfest. Besucher erwarten Hausführungen, kulturelle Darbietungen und eine Versteigerung zugunsten des Liedstadtfestivals.

Die Hyatt Hotels Corporation hat auf ihrem Investorentag neue Finanzziele für den Zeitraum bis 2028 präsentiert und eine Aufstockung ihres Aktienrückkaufprogramms bekannt gegeben.

Die Hotelbuchungen zur Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den Vereinigten Staaten liegen bisher unter den Erwartungen. Gründe hierfür sind komplexe Einreiseformalitäten, hohe Reisekosten sowie Verzerrungen durch die Kontingentverwaltung der FIFA.

Das Jufa Hotel in der Hamburger HafenCity verzeichnet einen Meilenstein von einer Million Übernachtungen. Parallel dazu steigt die Zahl der Gäste aus Norddeutschland in der Steiermark an.

Mercurius Real Estate plant im Frankfurter Gallus-Viertel den Bau von 577 Serviced Apartments. Das Projekt „Green Cam“ ersetzt eine ursprünglich vorgesehene Büronutzung und soll zusätzlich Gewerbe-, Gastronomie- und Freizeitflächen umfassen.