Radisson RED Vienna nutzt KI zur Analyse des Gästefeedbacks in Echtzeit

| Hotellerie Hotellerie

Das Radisson RED Vienna hat in Kooperation mit dem Unternehmen Where to know ein System zur Künstlichen Intelligenz (KI) implementiert, das die Analyse von Gästefeedback in Echtzeit ermöglicht. Ziel der Anwendung ist die Verbesserung des Gästeerlebnisses und die Steigerung der betrieblichen Effizienz im Hotelmanagement. Die Lösung wurde auf der Fachkonferenz 196+ forum Wien vorgestellt und im Rahmen dieser Veranstaltung mit dem „Hotel Innovation Award“ ausgezeichnet.

Faktenbasierte Steuerung durch Echtzeitdaten

Das implementierte System analysiert Gästefeedback, das über verschiedene Plattformen generiert wird. Im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden, die oft auf monatliche Berichte setzen, stellt das System tägliche Erkenntnisse über ein Dashboard bereit.

Die KI-Integration clustert das Feedback automatisch nach spezifischen Themenbereichen. Dazu gehören Kernbereiche des Hotelbetriebs wie Service, Sauberkeit, Design, Food & Beverage sowie Nachhaltigkeit. Die Verarbeitung in Echtzeit soll eine unmittelbare Reaktion des Hotelpersonals ermöglichen und datengestützte Entscheidungen fördern. Die Technologie soll die Stimmungslagen der Gäste in eine strategische Grundlage für das Hotel überführen.

Der Ansatz der Mensch-KI-Zusammenarbeit

Der Ansatz basiert auf der Kombination von KI-basierter Sprachverarbeitung mit Hospitality-Expertise. Durch diese Verbindung sollen Trends in der Gästewahrnehmung identifiziert werden, bevor diese sich in negativen Bewertungsscores niederschlagen.

Die KI-Anwendung unterstützt die Hotelteams unter anderem bei der Anpassung des Frühstücksangebots basierend auf aktuellen Gästebedürfnissen oder bei der Vorhersage von Wartungsbedarf, was zur Einsparung von Zeit und Ressourcen beitragen soll. Die Kooperation mit Where to know ist als kollaborative Plattform ausgelegt. Sie zielt darauf ab, jedes Teammitglied, vom Front Office bis zum Housekeeping, in den Prozess einzubinden. Die Konzeption zielt auf eine „Mensch-KI-Symbiose“, die auf Verantwortlichkeit und Engagement des Personals aufbauen soll.

Prognose: Zunehmende Verbreitung von KI-Tools erwartet

Die diesjährige Verleihung des Awards fokussierte auf die Anwendung von Technologien im Hotelsektor. Stefan Catic, Vorsitzender der Jury und Head of Operator Search bei der PKF hospitality group, kommentierte die Implementierung des Radisson RED Vienna. Er hob hervor, dass die Anwendung zeige, wie künstliche Intelligenz nicht nur Hotelbewertungen analysiert und kategorisiert, sondern auch „Mitarbeitende dabei unterstützt, laufend das Gästeerlebnis zu verbessern.“

Catic äußerte die Erwartung, dass der Bereich ein großes Wachstum verzeichnen wird. Er prognostizierte, dass Tools wie die von Where to know und ähnliche Lösungen in wenigen Jahren eine weite Verbreitung finden werden, vergleichbar mit der heutigen Präsenz von Revenue-Management-Software.

Technologische Schwerpunkte weiterer Hotelprojekte

Die weiteren Finalisten des „Hotel Innovation Award“ waren das Best Western Plus Hotel De’ Capuleti und das Nhow Milano, beide aus Italien.

Das Best Western Plus Hotel De’ Capuleti (BWH Hotels Group) in Verona stellte eine KI-Lösung vor, die entlang des gesamten Gästezyklus zum Einsatz kommt. Dazu gehören KI-gestützte Systeme zur Personalisierung der Gästekommunikation, zur Steigerung der betrieblichen Effizienz und zur Automatisierung zentraler Prozesse. Mithilfe prädiktiver Analysen sollen Angebote personalisiert und Wünsche antizipiert werden. Zudem umfasst der KI-Ansatz Aspekte der Nachhaltigkeit durch Optimierung des Energieverbrauchs und Reduzierung von Abfall. Die Zielsetzung ist, das Personal von Routinetätigkeiten zu entlasten, um menschliche Interaktionen in den Vordergrund zu stellen.

Das Nhow Milano (Minor Hotels Group) präsentierte eine Lösung, die auf die künstlerische und emotionale Gestaltung des Hotelerlebnisses ausgerichtet ist. Die KI-gestützte Lösung integriert immersives Videomapping, holografische Interaktionen und Robotik. Die Anwendung soll die Gästezufriedenheit stärken und die Sichtbarkeit in sozialen Medien erhöhen. Das KI-Ökosystem soll moderne Technologie mit kreativen Elementen verbinden, um das Haus als Destination zu positionieren.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Atlantic Hotel Gruppe hat mit dem Atlantic Hotel Frankfurt im Sparda-Bank Tower ihr 21. Haus eröffnet. Das 4-Sterne-Superior-Hotel bietet mit 373 Zimmern und Suiten die höchste Zimmerkapazität innerhalb der Hotelgruppe. 

50 Best hat die erweiterte Hotel-Rangliste der Plätze 51 bis 100 für das Jahr 2026 veröffentlicht. Die Zusammenstellung umfasst insgesamt 23 verschiedene Regionen und 40 Städte. Aus Deutschland schaffte es jedoch kein Hotel auf die Liste.

Verkehrsbuero Hospitality aus Österreich hat die Betriebsführung des ibis Styles Bad Reichenhall übernommen und vollzieht damit seinen Markteintritt in Deutschland. Sämtliche Mitarbeiter werden vom neuen Betreiber übernommen.

Ein Joint Venture aus Reiß & Co. Gruppe und PEG Hamburg hat mit dem Bau eines neuen Premier Inn Hotels mit 296 Zimmern in der Hamburger Adenauerallee begonnen. Es wird bereits das achte Haus der Hotelmarke in der Hansestadt.

Die Lerch Genusswelten haben den Betrieb des Bayerischen Hofs und des Hotels Reutemann-Seegarten in Lindau übernommen. Alle bisherigen Mitarbeiter sollen in den Häusern bleiben, für den Wellnessbereich kündigt das Familienunternehmen Investitionen an.

Ein Geschäftsmann soll Gelder für Irans Machtapparat verschoben haben. Konten eines Hotel-Betreibers bei Frankfurt wurden eingefroren. Laut OVG können sie nicht vorzeitig freigegeben werden.

Die Honestis-Gruppe hat mit der DHO Deutsche Hotel Operations GmbH einen neuen White-Label-Betreiber für die D-A-CH-Region gegründet. Geschäftsführer und Mitgesellschafter ist Björn Weidner, erstes Hotel ist das Mercure Hotel Frankfurt Eschborn Helfmannpark.

Die Motel One Group übernimmt das Hyperion Hotel Salzburg und führt das denkmalgeschützte Palais Faber künftig unter der Marke The Cloud One Hotels weiter. Auch die Mitarbeiter werden übernommen.

Das Berliner Luxushotel Adlon kann nach einer Abstimmung der Gesellschafter vorerst nicht verkauft werden. Die zuständige Immobiliengesellschaft will ihre Pläne aber weiter verfolgen.

Ennismore und Central Pattana bringen die Marke 25hours im ersten Quartal 2029 nach Bangkok. Das Hotel mit 345 Zimmern entsteht am Siam Square. Nach dem Standort in Jakarta handelt es sich um das zweite Hotel der Marke in Asien.