Gastbeitrag: Revenue Management mit selbstbewussten Prognosen

| Hotellerie Hotellerie

Ob Sie Hotelzimmer oder Parkplätze verkaufen, das Vertrauen in Ihre Prognosen und letztlich Ihre Preisentscheidungen beginnt mit einem soliden Verständnis der Nachfrage in Ihrem Markt.

Hierfür bedarf es eines wissenschaftlich fundierten Ansatzes zur Beurteilung dieser Nachfrage - einer Nachfrage, die zunächst nicht durch die Kapazität Ihres Hotels eingeschränkt ist und bedient könnte, wenn Ihr Haus über eine unbegrenzte Anzahl von Zimmern verfügen würde.

Stellen Sie sich beispielsweise ein 100-Zimmer-Hotel oder eine 100-Zimmer-Parkplatz mit Bedarf von ca. 100 Zimmern oder Stellplätzen zu einem bestimmten Zeitpunkt vor. Berechnen Sie einen fairen Preis, mit dem Sie gut leben können. Denken Sie jetzt an die gleiche Immobilie, aber mit einer Kapazität von 1.000 Einheiten. Wie Sie Ihr Unternehmen zwischen diesen beiden Gegebenheiten richtig steuern, kann sehr unterschiedliche Maßnahmen erfordern. Letztendlich können Sie in beiden Situationen eine volle Auslastung erreichen - aber die tatsächliche Nachfrage ist sehr unterschiedlich. Im letzteren Fall können Sie es sich leisten, aggressiver zu preisen, höhere Raten zu verlangen und Ihr Hotel trotzdem zu füllen.

Alle historischen Daten, auf die Sie sich nach Ablauf des betreffenden Zeitraums beziehen, sind von vielen Faktoren beeinflusst, wie z.B. tatsächlich vorhandene Kapazitäten oder Preisentscheidungen. Es ist wichtig zu verstehen, wie hoch die Nachfrage aber gewesen wäre, wenn sie nicht durch diese einschränkenden Faktoren beeinflusst worden wäre. Diese Sicht auf die Dinge ermöglicht es uns, die wahre Nachfrage zu kennen, so dass wir die Gewinne wirklich optimieren können, indem wir die Nachfrage auf dem Markt verstehen - anstatt auf eine begrenzte Nachfrage zu schauen.

Manchmal werde ich gefragt, warum wir nicht angenommene oder abgelehntem Geschäft nutzen, um diese uneingeschränkte Nachfrage zu ermitteln. Vor einigen Jahrzehnten wäre dies unter Umständen noch möglich gewesen. Damals hätte man vielleicht den Überblick über alle Anfragen oder Absagen behalten können. Aber es ist schwierig, diese Art von Daten in der heutigen komplexen Online-Umgebung sauber und genau zu verfolgen. Dies ist besonders dann der Fall, wenn Sie nicht wissen, warum eine Person nicht bereit ist, einen bestimmten Tarif zu zahlen. Eine Absage entsteht nicht mehr nur wegen des Preises, sondern wegen einer Kombination vieler Faktoren wie Standort, Reputation und Online-Inhalte.

Die Verwendung von Daten aus nicht angenommenen oder abgelehnten Geschäften ist fehlerhaft, führt zu Verzerrungen und möglicherweise letztendlich nicht zu einer genauen Schätzung der Nachfrage. Die fortschrittlichsten Revenue Management Systeme verwenden wissenschaftliche Methoden, um die tatsächliche Nachfrage zu verstehen - dieser Ansatz hat sich aufgrund der Verlässlichkeit der verwendeten Daten stets als äußerst zuverlässig erwiesen.

Die Nachfrage zu ermitteln, ist stets von Unsicherheiten geprägt. Daher ist es am besten, sie als ein Signal zu betrachten, das ein prognostizierbarer Teil ist, zu dem etwas „Rauschen“ hinzugefügt wurde. Das „Rauschen“ steht für all die scheinbar zufälligen oder willkürlichen Schwankungen der Nachfrage. „Rauschen“ kann nicht vorhergesagt werden, und es ist nicht möglich, ein Signal mit herkömmlichen Prognosemethoden sauber vom „Rauschen“ zu trennen.

Die Aufgabe der Prognose besteht darin, das Signal zu isolieren und daraus eine Prognose zu erstellen. Aber was bleibt, nachdem Sie das Signal herausgenommen haben, ist zufälliges Rauschen. Daher müssen Sie verstehen, dass Sie bei jeder Prognose, die Sie erstellen, unsicher sein werden und das Zufallsrauschen berücksichtigen müssen.

Um eine genaue Prognose zu erstellen, muss Ihr Revenue Management System:

- ungenaue oder „verrauschte“ Daten vermeiden, die die Zuverlässigkeit einer Bedarfsprognose beeinträchtigen.

- selbstlernende, entscheidungsbasierte Systeme entwickeln, die sich schnell an Veränderungen in Ihrem Unternehmen oder am Markt anpassen, um die Vorhersagen kontinuierlich zu verbessern.

- die Leistungsfähigkeit Hunderter von Analysemodellen, die alle auf spezifische Geschäftsszenarien abgestimmt sein müssen, nutzen.

- Nachfrage durch Einbeziehung historischer und zukünftiger Daten, der Preise der Wettbewerber und zukunftsorientierter Marktnachfrageinformationen vorhersagen.

- die Nachfrage berücksichtigen und wie sie aufgrund von Geschwindigkeit, Saison, Wochentag, Jahrestrends, Schicht, Aufenthaltsdauer und Immobilie variiert.

- die einzigartigen Beziehungen zwischen Immobilien, Marktsegmenten und deren Buchungsmustern verstehen und gleichzeitig Unsicherheit oder Schwankungen auf dem Markt berücksichtigen.

- Preis- und Marktnachrichtendaten direkt in Nachfrageprognosen und strategische Entscheidungen zur Optimierung der Umsatzleistung integrieren.

Wenn wir bei IDeaS über Prognosen sprechen, sprechen wir nicht nur über die Prognose eines Ergebnisses, sondern auch über die Prognose der Zuverlässigkeit dieses Ergebnisses. Wir nutzen die Prognose der Nachfrage und der Unsicherheit, um das Risiko der Unsicherheit der Nachfrage auf dem Markt in unserem Entscheidungsprozess zu bewältigen, anstatt sie zu ignorieren.

Die Prinzipien, der Prozess und die beispiellose Kraft der Revenue Wissenschaften
Autor - Dr. Ravi Mehrotra, Präsident, Gründer & Chefwissenschaftler IDeaS
 Revenue Solutions


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Hotelkooperation The Leading Hotels of the World stellt ihre Expansionsstrategie für das Jahr 2026 vor. Mit zahlreichen Neueröffnungen in Europa, Asien und den USA wächst das globale Portfolio weiter, darunter Projekte in Köln, Paris und Kyoto.

Die Revo Hospitality Group äußert sich nach Medienberichten zu dem Sanierungsprozess der Gesellschaft: Während rund 175 Hotels in Eigenverwaltung nach eigenen Angaben stabilisiert wurden, bestätigt das Unternehmen das Aus für Standorte in Frankfurt und Hannover.

Die Eröffnung des Motel One in Koblenz ist für den Spätsommer 2026 terminiert. Der Neubau in der Löhrstraße kombiniert 177 Zimmer mit einer öffentlichen Bar und einer Dachterrasse, die einen Panoramablick auf die Festung Ehrenbreitstein bietet.

Minor Hotels schließt das Jahr 2025 mit einer Gewinnsteigerung von 32 Prozent ab. Trotz weitreichender Renovierungen in den Hotels und globaler Unsicherheiten sorgten Kostendisziplin und eine starke Nachfrage in Europa und Asien für ein Rekordergebnis.

Das Werzers Seehotel Wallerwirt investiert 8,5 Millionen Euro in eine strategische Neupositionierung. Durch Modernisierungen und die Erweiterung des Wellnessangebots wandelt sich das Haus am Wörthersee bis April zu einem ganzjährig geöffneten Betrieb.

Der IHA präsentiert Handlungsempfehlungen zum neuen Kurzzeitvermietung-Datenaustausch-Gesetz. Das Gesetz soll für mehr Transparenz sorgen und Kommunen dabei unterstützen, Wohnraum zu schützen und faire Wettbewerbsbedingungen im Beherbergungssektor zu schaffen.

In den aktuellen Geschäftsberichten der globalen Hotelkonzerne taucht ein neuer, gewichtiger Risikofaktor auf. Die Unternehmen warnen vor den Auswirkungen Künstlicher Intelligenz auf die bisherigen Vertriebsstrukturen. Branchenexperten, wie Marco Nussbaum, sehen darin ein deutliches Signal für eine mögliche Verschiebung der Machtverhältnisse in der digitalen Distribution.

Das Hotel Steigenberger Camp de Mar auf Mallorca sieht sich mit wirtschaftlichen Konsequenzen durch Medienberichte über angebliche Verbindungen zum iranischen Finanzwesen konfrontiert. Das Hotel ist über einige große Plattformen derzeit nicht buchbar. Das Hotelmanagement betont die rechtliche Unabhängigkeit.

Die wirtschaftliche Krise bei der Revo Hospitality Group führt anscheinend aktuell zu Betriebseinstellungen in Deutschland. Wie verschiedene Medien übereinstimmend berichten, stehen nach der im Januar angemeldeten Insolvenz nun zwei Häuser fest, die derzeit nicht buchbar sind.

Hyatt Hotels schließt seine Transformation zum Asset-Light-Unternehmen ab und meldet für 2025 Erlöse von 7,1 Milliarden US-Dollar. Trotz eines bilanziellen Nettoverlusts durch den Konzernumbau übertrifft das operative Ergebnis im Luxussegment die Erwartungen, während die Rekord-Pipeline von 148.000 Zimmern den Wachstumskurs für 2026 sichert.