Globale Hotelkonzerne 2025: Ein vierter Player knackt die Millionenmarke

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Der internationale Hotelmarkt erlebt eine neue Dimension des Wachstums: Laut dem aktuellen Hotelgruppen-Ranking von MKG Consulting hat sich ein vierter Hotelkonzern in den exklusiven Kreis der „Millionäre“ eingereiht – gemeint sind Hotelgruppen mit mehr als einer Million Zimmer weltweit. Der Wettbewerb um Größe und globale Präsenz ist intensiver denn je – angetrieben durch organisches Wachstum, Übernahmen und strategische Partnerschaften.

Weltweite Expansion auf Hochtouren

Die Projektpipelines der großen Hotelgruppen sind prall gefüllt – mit einem klaren Ziel: möglichst viele Franchise- und Managementverträge mit zunehmend begehrten Immobilieneigentümern abzuschließen. Besonders die „asset-light“-Strategie, bei der die Betreiber auf Eigentum verzichten und stattdessen auf Managementverträge setzen, dominiert die Branche.

Regionen wie Indien, Saudi-Arabien, Südostasien und Afrika gelten als neue Wachstumsmotoren – mit dem Risiko zukünftiger Überkapazitäten. Gleichzeitig wollen die Hotelkonzerne mit breit aufgestellten Markenportfolios alle Segmente abdecken: von Lifestyle- bis hin zu Langzeitaufenthalten, denn insbesondere gehobene Marken ziehen derzeit das größte Investoreninteresse auf sich.

Die führenden Hotelkonzerne im Überblick:

1. Marriott International – Unangefochtener Spitzenreiter
Marriott festigte seine globale Führungsrolle mit über 123.000 neuen Zimmern im Jahr 2024 und einem Projektvolumen, das einem Drittel des aktuellen Bestands entspricht. Das Unternehmen expandierte in 144 Länder und verzeichnete ein weltweites RevPAR-Wachstum von 4,3 %. Besondere Highlights:

  • Einstieg ins Economy-Segment durch Kauf von Hoteles City Express (150+ Hotels),

  • Einführung der Extended-Stay-Marke StudioRes (Mindestaufenthalt: 20 Nächte),

  • Partnerschaft mit Sonder: +10.000 Serviced Apartments,

  • Ausbau von Markenresidenzen im Luxussegment (142 Projekte weltweit).

2. Jin Jiang – Globalisierung in drei Säulen
Mit über 90 % des Portfolios in China strebt Jin Jiang International nach internationaler Diversifikation, u. a. über die Tochterfirmen Radisson Hotel Group und Louvre Hotels. Die wichtigsten Strategien:

  • Partnerschaft mit Ascott Ltd. zur Entwicklung von Aparthotels in China,

  • Transformationsplan für Louvre Hotels Group mit 400 Mio. € Investition,

  • Ausbau von Radisson-Marken in Europa, Indien und China.

3. Hilton Worldwide – Wachstum über alle Segmente hinweg
Hilton erweiterte 2024 sein Portfolio um 100.000 Zimmer. Zentrale Entwicklungen:

  • Übernahmen von NoMad und Graduate Hotels (Lifestyle-Segment),

  • Kooperation mit Small Luxury Hotels of the World,

  • Einstieg ins Glamping mit AutoCamp,

  • Verdopplung der Lifestyle-Marken auf 700 Hotels geplant,

  • Hilton Honors: Über 210 Mio. Mitglieder weltweit.

4. H World – Der große Sprung nach vorn
Der chinesische Riese (ehemals Huazhu) durchbrach die Millionenzimmer-Marke – mit über 11.000 Hotels (davon nur 557 im Eigentum). 2024 kamen fast 170.000 neue Zimmer hinzu. Zentrale Punkte:

  • China bleibt der Wachstumsmotor mit 81 % Auslastung,

  • Deutsche Hospitality wächst international unter Oliver Bonke,

  • Geplante Expansion chinesischer Marken ins Ausland bleibt vorsichtig.

5. IHG – Breite Markenoffensive unter neuer Führung
Unter CEO Elie Maalouf wuchs IHG geografisch und markentechnisch stark. 2024 wurden 714 neue Projekte unterzeichnet. Besonderheiten:

  • Fokus auf Lifestyle (Garner) und Langzeitaufenthalte (Candlewood Suites),

  • Markenexpansion u. a. nach Indien, Saudi-Arabien und Deutschland (via NOVUM),

  • Neuer Zukauf: Ruby Hotels (Europa, „Lean Luxury“-Segment).

6. Wyndham – Internationalisierung schreitet voran
Wyndham bleibt größter Hotel-Franchiser der Welt, mit 25 Marken. Trotz starker US-Präsenz wächst das internationale Portfolio (+4 %). Wichtige Trends:

  • 58 % der Pipeline außerhalb der USA,

  • Fokus auf Neubauten (78 %),

  • RevPAR-Wachstum durch Nähe zu Infrastrukturprojekten (+6 % in Q4/2024).

7. Accor – Erstes Jahr mit Milliarden-Gewinn
Accor erreichte 2024 erstmals eine Bruttomarge über 1 Mrd. €. Unter CEO Sébastien Bazin wurde die Unternehmensstruktur gestrafft. Höhepunkte:

  • 293 Neueröffnungen (+50.000 Zimmer),

  • Fokus auf Afrika, Indien, China und Südostasien,

  • Co-Investments mit Entwicklern über lange Zeiträume (v. a. in Afrika).

8. Choice Hotels – Fokus auf Langzeitaufenthalte
Mit über 400 neuen Hotels (+21 %) hat Choice die Zahl seiner Extended-Stay-Häuser auf 515 erhöht. Die Upscale-Pipeline stieg um 45 %. Zudem:

  • Partnerschaft mit Westgate Resorts (21 Luxusresorts),

  • Starke Expansion der Loyalty-Plattform.

9. OYO – Rückkehr auf den US-Markt mit Motel 6
Nach der Übernahme von G6 Hospitality (525 Mio. USD) will OYO mit Motel 6 und Studio 6 den US-Markt erobern. Trotz Umsatzrückgang (-15 %) ist OYO zurück in der Gewinnzone. Jedoch bleibt CEO Ritesh Agarwals finanzielle Lage ein Unsicherheitsfaktor.

10. BTG Homeinns – Digitalisierung und Luxusoffensive
Die chinesische Gruppe will sich aus der Economy-Nische lösen und in den gehobenen Markt vorstoßen:

  • 100 neue PuYin-Hotels in Provinzhauptstädten geplant,

  • Joint Venture mit E-Sport-Gigant NIP Group (bis 2031),

  • Start von NUO International Hotel Management zur globalen Steuerung der Luxusmarken.

11. Hyatt – Größte Pipeline der Branche
Obwohl aus den Top 10 verdrängt, setzt Hyatt auf Expansion mit 138.000 Zimmern in der Pipeline. M&A-Schwerpunkte:

  • Kauf von Standard International (Lifestyle),

  • Übernahme von Playa Hotels & Resorts (All-Inclusive-Segment),

  • Ausbau von Hyatt Centric mit 35+ neuen Standorten bis 2028.

12. BWH Hotels – Mutige Diversifizierung
Mit Marken wie Best Western, WorldHotels und SureStay strebt BWH in neue Segmente:

  • Glamping (Zion Wildflower Resort),

  • Serviced Residences (z. B. in Hanoi),

  • Erweiterung von Aiden by Best Western (130+ Projekte),

  • Neue Marke HOME by Best Western für Langzeitgäste.

Das Ranking 2025 belegt: Der Wettbewerb unter den globalen Hotelriesen ist so dynamisch wie nie. Lifestyle-Marken, Extended-Stay-Konzepte und eine konsequente Expansion in Schwellenländer dominieren das Geschehen. Die Devise lautet: Größer, internationaler, markenstärker – aber möglichst ohne eigene Immobilien.

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