Hostel auf Botschaftsgelände Nordkoreas - Bezirk stellt Ultimatum

| Hotellerie Hotellerie | Industrie Industrie

Im Streit um das City Hostel Berlin auf dem Gelände der nordkoreanischen Botschaft hat der Bezirk den Betreibern ein Ultimatum gestellt. Zwei Wochen haben diese Zeit, den Betrieb des Hostels in der Glinkastraße im Ortsteil Mitte einzustellen, wie der Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Die Grünen) am Freitag mitteilte. Sonst drohe ein Zwangsgeld. Ein entsprechender Bescheid ging dem Hostel zu. Die Betreiber, die EGI GmbH, können noch juristisch gegen die Zwangsmaßnahmen vorgehen. Das Amt geht trotzdem von einer baldigen Schließung aus.

Das Bezirksamt hatte den Betreibern bereits 2018 den Betrieb untersagt, wogegen die Hosteleigentümer vor das Verwaltungsgericht zogen. Dieses wies die Klage Ende Januar ab. Seit 2017 verbietet eine EU-Verordnung auf der Basis von UN-Sanktionen unter anderem Immobiliengeschäfte mit Nordkorea, um dem totalitären Staat keine Devisen für sein Atomwaffenprogramm zu liefern. (Tageskarte berichtete).

Schon 2017 hatte Nordkorea den Hostelbetreibern eine Kündigung geschickt - auf Druck der Bundesregierung, wie es in dem Kündigungsschreiben hieß. Die EGI GmbH widersprach - stellte aber nach Angaben ihres Anwalts ihre Zahlungen der Kaltmiete in Höhe von 38 000 Euro im Monat ein. Nordkorea hatte außerdem bereits vor rund zwei Jahren eine Räumungsklage am Landgericht Berlin gestellt, aber lange den fälligen Prozesskostenvorschuss nicht bezahlt. Die Räumungsklage sei mittlerweile aber zugestellt, sagte Hahn.

Im jetzigen Versuch der Untersagung beruft sich das Bezirksamt nun auf das Ordnungsrecht, das Behörden erlaubt, Maßnahmen zur Abwehr bestehender Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung zu treffen - dazu zählt auch der Verstoß gegen geltendes EU-Recht. An dem jetzigen Verfahren ist die Bundesregierung nach Angaben einer Sprecherin nicht beteiligt. Vertreter des Auswärtigen Amtes beobachteten den Prozess am Dienstag.

Das Mieten von Immobilien von Nordkorea ist seit 2017 verboten, so steht es in der EU-Verordnung, mittels der die Sanktionen auch im deutschen Recht gelten. 38 000 Euro Kaltmiete sind laut Mietvertrag für das Hostel im früheren Hauptgebäude der Botschaft monatlich fällig - dringend nötige Devisen für den isolierten ostasiatischen Staat, der mit solchen Einnahmen auch andernorts neben dem luxuriösen Lebensstil seiner Führungskaste auch sein Atomwaffenprogramm finanziert. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Ruby Group hat ihr erstes Hotel in Skandinavien nun auch offiziell eröffnet. Ruby Frida in Stockholm empfängt bereits seit Juni Gäste. Weitere Standorte in Nordeuropa sind geplant.

Airbnb verzeichnet im dritten Quartal 2026 das stärkste Umsatzwachstum seit mehr als drei Jahren und hebt seine Jahresprognose an. Das Unternehmen berichtet zudem über sein Hotelangebot und den zunehmenden Einsatz künstlicher Intelligenz im Kundenservice.

Expedia steigert den B2B-Umsatz im dritten Quartal 2026 um 23 Prozent. Das Geschäft mit Reisebüros, Fluggesellschaften und weiteren Vertriebspartnern wächst deutlich stärker als das Endkundengeschäft. Der Konzern baut seine Buchungstechnologie aus und erweitert das Angebot für Geschäftspartner.

Die Hoteldirektorenvereinigung hat sich auf der EquipHotel 2026 in Paris an einer internationalen Podiumsdiskussion beteiligt. Im Mittelpunkt standen Hotelkonzepte, Nachhaltigkeit, Technologie und die Zusammenarbeit europäischer Branchenverbände.

Eine Befragung unter mehr als 2.000 Reisenden zeigt, welche Eigenschaften Hotelgäste bei Minibars besonders schätzen. In Deutschland stehen ein geräuscharmer Betrieb, integrierte Geräte und transparente Preise im Vordergrund.

Design Hotels nimmt 18 Häuser der US-Gruppe Palisociety auf und erweitert sein internationales Portfolio um weitere Hotels in Italien, Japan, Portugal und den USA.

Weniger als ein Prozent der über Booking.com gebuchten Übernachtungen geht bislang auf Verweise großer Sprachmodelle zurück. Booking Holdings registriert dennoch steigende KI-Zugriffe und höhere Buchungsquoten bei Nutzern eigener KI-Assistenten. Bei Opentable ist OpenAI schon jetzt einer der am schnellsten wachsenden Vertriebskanäle.

Scandic hat das Hotelbetriebsgeschäft der Dalata Hotel Group mit 57 Hotels für 500 Millionen Euro übernommen. Pandox behält 32 Hotelimmobilien in Irland und Großbritannien und hat mit Scandic Pachtverträge über 30 Jahre vereinbart.

Althoff Hotels wollen das Hotel Windrose auf Sylt im Frühjahr 2028 unter der Marke Ameron Collection eröffnen. Das zuvor von Lindner und derzeit von Plaza betriebene Haus in Wenningstedt wird umfassend saniert und soll künftig 82 Hotelzimmer und 18 Residenzen bieten.

Schweizer Bergdestinationen erzielen in der Wintersaison 2026/27 deutlich höhere Übernachtungspreise als die meisten österreichischen Ferienorte. Eine Untersuchung zeigt zudem Unterschiede bei der Herkunft der Gäste und der touristischen Ausrichtung.