Hotel-Adlon-Investor Jagdfeld gegen Signal Iduna - Juristische Niederlage zeichnet sich ab

| Hotellerie Hotellerie

Im juristischen Tauziehen um eine milliardenschwere Schadenersatzforderung des Hotel-Adlon-Investors Anno August Jagdfeld gegen die Signal-Iduna-Gruppe zeichnet sich auch in der Berufungsinstanz eine Niederlage Jagdfelds ab. Wie das Oberlandesgericht Hamm (OLG) mitteilte, habe der Senat in einer mündlichen Verhandlung am Montag zu erkennen gegeben, dass er die Bewertungen der Vorinstanz «jedenfalls im Ergebnis» teilt. Das Landgericht Dortmund hatte die Klage des Aacheners im April 2020 abgewiesen. Das OLG Hamm kündigte an, seine Entscheidung am 28. März verkünden zu wollen. Bis dahin haben die Parteien noch mal Zeit, Stellung zu nehmen.

Jagdfeld wirft der Versicherung mit Sitz in Dortmund eine gezielte Rufmordkampagne im Zusammenhang mit der Wiedereröffnung des Berliner Hotels Adlon vor und beziffert den entstandenen Schaden auf rund eine Milliarde Euro. Der Investor hatte für den Wiederaufbau des Hotels einen Fonds aufgelegt, an dem sich die Dortmunder Versicherung mit fünf Millionen Euro beteiligt hatte.

Als es später zu Unstimmigkeiten und Ärger kam, hatte sich eine Anlegerschutzgemeinschaft gegründet, deren Sprecher dem Investor fortan öffentlich schwere Vorwürfe machte. In dem Verfahren geht es auch um die Frage, ob Jagdfeld neben dem Schadenersatz ein Schmerzensgeld von 100 000 Euro durch den Versicherer zusteht.

Das Landgericht war nicht davon überzeugt gewesen, dass die Signal-Iduna-Gruppe eine Rufmordkampagne gegen den Immobilienunternehmer betrieben hatte. Außerdem müsse sich die Versicherung nicht sämtliche Äußerungen des von der Schutzgemeinschaft beauftragten Rechtsanwalts zurechnen lassen, hatte das Gericht im Frühjahr 2020 geurteilt. Der Rechtsanwalt selbst ist inzwischen gestorben. Die Signal-Iduna-Gruppe hatte die Anschuldigungen von Anfang an zurückgewiesen. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

​​​​​​​Marriott International hat nach eigenen Angaben eine Vereinbarung für den Betrieb des Hotelprojekts Seegut am Tegernsee in Bad Wiessee unterzeichnet. Das Resort soll künftig unter der Marke The Luxury Collection geführt werden. Die Eröffnung ist laut Mitteilung für das Jahr 2029 vorgesehen.

Das Sunneschlössli in Nesselwängle im Tiroler Tannheimer Tal bekommt neue Eigentümer. Nina und Matthias Kienzle übernehmen das Boutique-Apartmenthaus zum 1. Juli 2026. Das Ehepaar war nach eigenen Angaben seit 15 Jahren regelmäßig Gast des Hauses.

Nach der Insolvenz der Revo-Hospitality-Gruppe übernimmt die neu gegründete Ernst Leitz Hotel GmbH unter Führung der Familie Kaufmann das Ernst Leitz Hotel in Wetzlar. Die operative Leitung wird der Treugast Solutions Group übertragen.

Die Radisson Hotel Group baut ihr Portfolio in Deutschland und Österreich durch drei neue Standorte in Ahlbeck, Wien und Lustenau aus. In Kooperation mit der 1912 Hotels GmbH wächst die Präsenz der Gruppe in der DACH-Region damit auf insgesamt 90 Hotels.

Die Landlust Hotels bauen ihre Präsenz in Europa aus und integrieren fünf neue Partnerbetriebe in das Portfolio. Damit umfasst die Kollektion nun insgesamt 40 Häuser mit Schwerpunkten auf Regionalität und Naturverbundenheit.

Das unter Denkmalschutz stehende IFA Fehmarn Hotel & Ferien-Centrum wird bei laufendem Betrieb modernisiert. Die Maßnahmen umfassen öffentliche Bereiche sowie Zimmer und Apartments und sollen den architektonischen Charakter des Standorts bewahren.

In Bayreuth ist es laut Polizei zu mehr als 100 auffälligen Hotelbuchungen über ein Online-Portal gekommen. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen des Verdachts des Betrugs.

Patrizia hat für das Holiday Inn Express in Augsburg einen neuen langfristigen Mietvertrag abgeschlossen. Die The Chocolate on the Pillow Group übernimmt den Betrieb des Hotels mit 136 Zimmern.

Der Mainzer Stadtrat hat die Einführung einer Bettensteuer beschlossen. Kurz vor der Abstimmung hatte der DEHOGA Rheinland-Pfalz erneut versucht, die Entscheidung zu stoppen und für einen Gästebeitrag geworben.

Das aktuelle „mrp hotels quarterly“ sieht aktives Asset Management als zentrale Steuerungsfunktion für Hotelimmobilien. Vertreter aus Finanzwirtschaft und Hotellerie diskutierten steigende Kosten, veränderte Nachfrage und Unterschiede zwischen den Hotelsegmenten.