Hotel in Blatten setzt Zeichen nach Bergsturz

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Gut sechs Monate nach dem gewaltigen Bergsturz von Blatten gibt es ein neues Symbol der Hoffnung: Hotelier-Familien aus dem Schweizer Bergdorf haben ein neues Hotel eingeweiht. Das «Momentum» auf fast 2.000 Metern Höhe hat 64 Betten und will zu Weihnachten die ersten Gäste bedienen. Der Holzbau steht an der Bergstation eines Skilifts.

«Es ist mehr als ein Bauprojekt», sagte Hotelier Lukas Kalbermatten noch während des Baus. «Es ist eine Art kollektive Therapie. Etwas entsteht, wo alles verloren schien.» Die Hoteliers finanzierten den Bau mit Versicherungegeldern sowie Beteiligungen der Bergbahn und des Kantons Wallis. Viele der 300 Dorfbewohner möchten ihre Häuser in der Nähe des alten Dorfes wieder aufbauen. Im September fand bereits symbolisch der erste Spatenstich statt. 

Symbol für Aufbruch

Die Katastrophe traf das Dorf am 28. Mai. Wochenlang hatten sich am Berg Kleines Nesthorn (3.342 Meter) oberhalb von Blatten Gesteinsbrocken gelöst und waren auf den darunterliegenden Birchgletscher gefallen. Der brach unter dem Gewicht zusammen und Millionen Kubikmeter Eis und Geröll donnerten ins Tal.

Das Dorf war vorher geräumt worden. Es wurde fast vollständig zerstört. Ein Mann kam außerhalb des Dorfes an einem Stall ums Leben. Die meisten Gebäude liegen nun unter einem riesigen Schuttkegel. Andere, die zunächst verschont blieben, gingen in dem See hinter dem Schuttkegel unter, der sich bildete, weil dort der Fluss Lonza nicht abfließen konnte. 

«Momentum ist ein temporäres Hotel für fünf Jahre – und ein bleibendes Symbol für Aufbruch und Verbundenheit im Lötschental», heißt es auf der Webseite. Von den acht Hotels im Lötschental waren die drei Häuser in Blatten durch den Bergsturz zerstört worden. Ein weiteres hinten im Tal ist seitdem von der Außenwelt abgeschnitten. (dpa)


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