Hoteliers in Spanien und Griechenland machen sich nach Thomas-Cook-Pleite Sorgen

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Die Insolvenz des britischen Reisekonzerns Thomas Cook hat die Tourismusbranche auf Mallorca in Aufruhr versetzt. Die Konsequenzen der Pleite für die spanische Urlaubsinsel seien «von einer bisher nie dagewesenen Dimension», sagte die Präsidentin des Hotelierverbandes FEHM, Maria Frontera, am Montag vor Journalisten in Palma. Frontera sprach von einem «harten Schlag» und erklärte: «Wir sind noch dabei, die Konsequenzen für die Zukunft des Sektors zu evaluieren. Aber es gibt in der Branche große Sorgen.»

Auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz sagte die Verbandschefin, es gehe nun zunächst darum, dabei zu helfen, dass die Rückkehr der betroffenen Touristen in die jeweiligen Heimatländer «so wenig traumatisch wie möglich gestaltet» werde. Nach Medienberichten warteten am Montagabend auf dem Flughafen Son Sant Joan in Palma de Mallorca zwischen 1.500 und 2.000 von der Pleite betroffene Touristen auf Ersatzflüge, die sie nach Hause bringen sollten. Die Lage war am Flughafen aber ruhig.

500 Millionen Euro Einbußen in Griechenland?

Auch in Griechenland machen sich die Hoteliers wegen der Pleite große Sorgen. Wie unter anderem die Frankfurter Allgemeine berichtet, rechnen griechische Tourismusverbände mit Einbußen von bis zu 500 Millionen Euro. Es sei für die Wirtschaft der stärkste Schlag seit der Finanzkrise, wie die Wirtschaftszeitung „Naftemporiki“ laut FAZ schrieb.

In Spanien sieht es nicht nur auf Mallorca düster aus. Wie der Vizepräsident des Reiseunternehmerverbandes Exceltur mitteilte, werde die spanische Tourismusbranche wegen nicht beglichener Rechnungen schätzungsweise mindestens 200 Millionen Euro verlieren.

Deutsche Gesellschaften in kritischer Lage

Die Insolvenz der Muttergesellschaft Thomas Cook plc hat auch die eng mit ihr verbundenen deutschen Thomas Cook Gesellschaften in eine kritische Lage gebracht. Die Thomas Cook GmbH hat am 23. September auf Notgeschäftsführung umgestellt, aber noch keinen Insolvenzantrag gestellt. Die deutsche Geschäftsführung steht laut eigenen Angaben in intensiven Gesprächen mit möglichen Kapitalgebern und allen zuständigen Gremien auf Regierungsebene in Berlin und Wiesbaden, um eine Fortführung der Thomas Cook GmbH zu ermöglichen.

„Wir tun alles in unser Macht Stehende, um den Fortbestand unseres Unternehmens zu sichern. Das sind wir unseren treuen Gästen, unseren langjährigen Geschäftspartnern und all unseren engagierten Mitarbeitern schuldig“, sagt Stefanie Berk, Vorsitzende der Geschäftsführung der Thomas Cook GmbH. „Auch viele unserer loyalen Partner in den Zielgebieten wie beispielsweise Hotelgruppen signalisieren Bereitschaft, uns zu unterstützen.“

Sollten die Verhandlungen scheitern, sehe sich die Geschäftsführung gezwungen, für die Thomas Cook GmbH, Thomas Cook Touristik GmbH, die Bucher Reisen & Öger Tours GmbH und möglicherweise auch weitere Gesellschaften Insolvenzantrag zu stellen.

Kunden, die über die deutschen Veranstaltermarken Neckermann Reisen, Thomas Cook Signature, Bucher Reisen, Öger Tours und Air Marin Reisen mit Abreisedatum bis 26. September 2019 gebucht haben, können ihre Reise nicht antreten, da die Durchführung nicht garantiert werden kann. Über Reisen mit Abreisedatum ab 26. September 2019 wird so bald wie möglich informiert. 

(Mit Material von dpa)


 

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