Hotelkrimi in Cottbus – Betreiber streiten sich um Radisson Blu-Hotel

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Rund um das Radisson-Hotel in Cottbus spielten sich Anfang der Woche aufregende Szenen ab. Manager, die Betreiber des Hotel sein wollen, wurden von anderen vor die Tür gesetzt. Polizei und Anwälte waren involviert. Jetzt geht es darum, wer eigentlich der Betreiber des Hotels unter der internationalen Marke ist.

Das Hotel wurde seit 2009 von der RIMC-Gruppe als Pächter unter Einbindung der Marke Radisson Blu mit einem Franchisevertrag betrieben. 2022 hat RIMC die Immobilie über eine Gesellschaft käuflich erworben.

RIMC gibt an, dass man den Betrieb des Radisson Blu Hotel Cottbus am 29.1.2025 an die „Guessa Capital Invest B.V.“ übergeben habe. Warum RIMC nach so vielen Jahren als Betreiber ausgeschieden ist, wurde nicht an die Presse verlautbart. Die „Trennung von Verträgen“ sei allerdings ein „völlig normaler Vorgang“, sagte das Unternehmen kürzlich in einem Pressetext, bei dem auch Bezug auf einen Gesellschafterstreit genommen wurde. (Tageskarte berichtete).

Inzwischen hat sich Michael Waldbrunner zu Wort gemeldet. Der Mann sagt, er sei der Direktor des Hauses und gab Lokalzeitungen Interviews. Vor zwei Monaten wurde Waldbrunner tatsächlich als neuer Direktor des Radisson Blu Cottbus vorgestellt. In seiem Xing Profil gab Waldbrunner an, für die RIMC International Hotels & Resorts GmbH, die ja den Betrieb des Hauses an die holländische „Guessa“ übergeben haben will, zu arbeiten.

Waldbrunner bestätigte gegenüber einer Lokaluzeitung, dass RIMC das Radisson Blu an die Guessa Capital mit Sitz in Amsterdam übergeben habe. Auch auf der RIMC-Webseite wird das Hotel nicht mehr aufgelistet.

Zu der Szene am Montag mit Polizeieinsatz kam es aber, als das Hotel wohl unter der „Kontrolle einer „1912 Hotels GmbH“ gewesen ist. Für dieses Unternehmen sprach dann, auch in einem Video ein Kurt Weber. Weber wiederum gab an, sein Führungsteam sei bedroht und vor die Tür gesetzt worden. In einem Video-Interview mit der Märkischen Allgemeine sagte Weber: „[...] das wir hier ganz normal bei der Arbeit waren und plötzlich von fremden, uns fremden Menschen, nichtdeutschen Menschen, wir vermuten Holländer, aus dem Haus gejagt worden sind, mit Gewalt, so richtig am Kragen gepackt, und die Sachen rausgeschmissen und vor die Tür gesetzt worden sind. Die Holländer, sage ich jetzt mal, behaupten, dass sie einen gültigen Pachtvertrag haben, den sie gar nicht haben können, da sie den Eigentümer, der 60 Prozent der Anteile hat, mit rausgeschmissen haben. Der sitzt dahinten im Auto und friert und telefoniert mit den Anwälten.“

Seinerzeit als Eigentümer übernommen wurde das Haus von der CRE Cottbus Real Estate UG, wie Medien berichten. Bei dieser Gesellschaft war auch RIMC-Boss Marek Riegger einst Geschäftsführer. Riegger ist allerdings am 19.6.2024 aus der Geschäftsführung dieser Gesellschaft ausgeschieden, die an diesem Tag auch ihre Postanschrift in Hamburg wechselte. Seit August 2024 ist Vincent de Groot Geschäftsführer, genauso wie der ehemalige RIMC-CFO Audun Lekve, der sich auf LinkedIn als „CEO CRE Cottbus“ nennt.

Ob diese Vorgänge mit dem Gesellschafterstreit zusammenhängen, von dem RIMC kürzlich selbst berichtet, kann nicht gesagt werden. Eine Sprecherin des Unternehmens berichtete Mitte Januar 2025 von Umstrukturierungen bei RIMC. Grund dafür sei, neben der aktuellen Marktlage am Hotelmarkt – ein Gesellschafterstreit, in dessen Folge ein Gesellschafter seines Geschäftsführeramtes enthoben worden sei. In diesem Zusammenhang habe sich das Unternehmen auch von weiteren Mitarbeitenden trennen müssen. Wegen des Verdachts gravierender Manipulationen im Unternehmen seien sie gezwungen gewesen, Strafantrag gegen Dritte zu stellen. Weitere Details wurden aufgrund des laufenden Verfahrens nicht mitgeteilt. (Tageskarte berichtete).

Laut Kurt Weber habe die „1912 Hotels GmbH”, für die er wohl arbeitet, am 29. Januar 2025 die Pacht für das Radisson Blu Hotel übernommen, berichtet eine lokale Zeitung. Geschäftsführerin einer 1912 Hotels GmbH ist auch eine Ann-Kristin Lekve, bei der Nachnamensgleicht mit dem Geschäftsführer der medial gemutmaßten Besitzgesellschaft des Hotels besteht. Ein Kurt Weber war ehemals auch in leitender Funktion bei RIMC tätig. 

Aus der Berichterstattung lässt sich schließen, dass zwei Gesellschaften Anspruch auf die Pächterschaft erheben: Die 1912 Hotels GmbH rund um Kurt Weber und die Guessa Capital Invest B.V.. Zu dieser Fraktion scheint auch der Hoteldirektor Waldbrunner zu gehören. Es hat den Anschein, dass, bis auf Weiteres, nun erst einmal die Guessa Capital Invest das Radisson Blu Hotel weiter betreibt. Wie es in dem „Hotelkrimi“ in Cottbus weitergeht, wird entweder Verhandlungen oder einer rechtlichen Prüfung bedürfen.

Dass so eine Situation nicht unbedingt imagefördernd für die Marke des Franchisegebers Radisson Blu sein dürfte, liegt auf der Hand. Die Radisson Hotel Group könne aber keine Auskünfte zu Angelegenheiten zwischen Drittparteien geben, heißt es aus dem Unternehmen und verweist auf die Eigentümer beziehungsweise Betreiber des Hotels.


 

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