Hotellerie erhöht Druck bei DMA-Umsetzung nach Alphabet-Verfahren

| Hotellerie Hotellerie

Zwei Jahre nach der Einleitung eines Verfahrens gegen Alphabet durch die Europäische Kommission wegen möglicher Verstöße gegen den Digital Markets Act (DMA) fordern mehrere Unternehmen und Organisationen ein entschlosseneres Vorgehen der Behörde. Nach Angaben der Unterzeichner eines gemeinsamen Statements sei eine vollständige Umsetzung der Vorgaben weiterhin nicht erreicht worden.

Die Europäische Kommission hatte das Verfahren im Zusammenhang mit der Suchmaschine Google Search eröffnet. Hintergrund ist Artikel 6 Absatz 5 des DMA, der sicherstellen soll, dass sogenannte „Torwächter“ ihre eigenen Dienste nicht bevorzugen und den Wettbewerb nicht verzerren.

Mehr als drei Jahre nach Inkrafttreten des DMA und trotz „anhaltendem Dialog, Workshops und mehreren Vorschlagsrunden“ gebe es weiterhin keine vollständige Einhaltung der Vorgaben, heißt es in der Mitteilung. Verbraucher und Unternehmen in Europa seien weiterhin mit Unsicherheiten konfrontiert. Genannt werden unter anderem eine eingeschränkte Sichtbarkeit von Angeboten sowie fehlende Klarheit darüber, wie und wann wirksame Lösungen umgesetzt werden.

Forderungen an die Europäische Kommission

In dem gemeinsamen Statement wird die Europäische Kommission aufgefordert, „zeitnah und entschlossen zu handeln“, um eine vollständige Einhaltung des DMA sicherzustellen. Konkret fordern die Unterzeichner Maßnahmen, die mit den bisherigen vorläufigen Ergebnissen der Kommission und den Zielen des Gesetzes übereinstimmen.

Zudem solle die Kommission praktikable Lösungen durchsetzen, die sowohl europäischen Verbrauchern als auch Unternehmen zugutekommen. Dabei gehe es insbesondere um eine faire und nicht diskriminierende Sichtbarkeit von Marktteilnehmern, einschließlich direkter Anbieter, sowie um eine transparente Darstellung von Angeboten für Verbraucher.

Weiter heißt es in der Mitteilung, dass eine wirksame Umsetzung auch „echte Wahlmöglichkeiten für Verbraucher“ und gleiche Wettbewerbsbedingungen innerhalb digitaler Ökosysteme gewährleisten müsse.

Bedeutung für Wettbewerb und Vertrauen

Die Unterzeichner betonen, dass es sich nicht nur um eine regulatorische Frage handle. Vielmehr gehe es auch um das Vertrauen der Verbraucher sowie die Wettbewerbsfähigkeit Europas. Offene und wettbewerbsfähige digitale Märkte seien eine Voraussetzung für Innovation, Investitionen und Wachstum innerhalb der Europäischen Union.

Zugleich wird darauf verwiesen, dass eine konsequente Durchsetzung des DMA die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen stärken könne, indem diese unter fairen Bedingungen Zugang zu Verbrauchern erhalten und sich im Wettbewerb behaupten.

Umsetzung steht weiterhin aus

Ein Jahr nach den vorläufigen Ergebnissen der Europäischen Kommission und drei Jahre nach Beginn des Dialogs sehen die Unterzeichner nun den Zeitpunkt für die Umsetzung gekommen. „Die Zeit für die Implementierung ist gekommen“, heißt es in dem Statement.

Europäische Verbraucher hätten Anspruch auf transparente Suchergebnisse und echte Auswahlmöglichkeiten. Unternehmen wiederum benötigten faire Wettbewerbsbedingungen, um ihre Angebote sichtbar zu machen und im Markt bestehen zu können.

Die Europäische Kommission hat sich zu den aktuellen Forderungen in der vorliegenden Mitteilung nicht geäußert.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

CIC Hospitality aus Norwegen übernimmt den Betrieb des Flightgate Munich Airport Hotel in Hallbergmoos bei München. Das Haus mit 212 Zimmern wird künftig unter der Marke Radisson Individuals geführt.

Das frühere Wyndham Grand Salzburg tritt künftig unter der Marke Radisson Blu auf. Das Haus verfügt über 262 Zimmer und 1.785 Quadratmeter Veranstaltungsfläche und positioniert sich verstärkt im Tagungs- und Geschäftsreisemarkt.

Die DSR Hotel Holding eröffnet am 6. Juli 2026 das neue Henri Hotel Garmisch-Partenkirchen mit 69 Zimmern im ehemaligen Reindl's Partenkirchner Hof. Das neue Haus ist ab sofort buchbar und erweitert das Alpen-Portfolio des Unternehmens.

Das Hotel Gut Ising am Chiemsee investiert in den Bau von zwei neuen Wohngebäuden für seine Angestellten. Bis Oktober entstehen insgesamt 37 Einheiten mit 60 Betten sowie verschiedene Gemeinschaftseinrichtungen für Auszubildende und Fachkräfte.

Das Webers Hotel im Essener Ruhrturm wird künftig von Signo Hospitality betrieben und schließt sich der Accor-Gruppe an. Ab Ende 2026 sind umfassende Renovierungsarbeiten und ein Markenwechsel des Hauses mit 137 Zimmern geplant.

Eine Studie von HotellerieSuisse zeigt den anhaltend hohen Einfluss von Buchungsplattformen auf die Preisgestaltung in der Schweizer Hotellerie. Hotels berichten zunehmend über Preisunterbietungen und eingeschränkte Kontrolle im digitalen Vertrieb.

Das „Hotel am Sophienpark“ in Baden-Baden soll nach einer umfassenden Modernisierung im Frühjahr 2027 unter dem Namen „The Floris“ weitergeführt werden. Das traditionsreiche Gebäude an der Sophienstraße 14 werde derzeit revitalisiert und als Vier-Sterne-Superior-Hotel neu positioniert.

Das Hotel du Cap-Eden-Roc erweitert sein Angebot 2026 um die Yacht Millesime. Die 37 Meter lange Yacht soll exklusiv Hotelgästen für Fahrten entlang der Mittelmeerküste zur Verfügung stehen.

Mecklenburg-Vorpommern zählte im vorigen Jahr rund acht Millionen Urlauber und etwa 33 Millionen Übernachtungen. Das hohe Niveau soll mindestens gehalten werden. Aber die Branche steht unter Druck.

Die Dormero Gruppe erweitert ihre Präsenz in der Region Mittelfranken und übernimmt das bisherige NH Hotel in Fürth. Das Hotel befindet sich in zentraler Lage direkt am Stadtpark und umfasst insgesamt 118 Zimmer.