Hotelstars Union fordert Sterneabgleich im EU-Verfahren gegen Booking.com

| Hotellerie Hotellerie

Die Hotelstars Union (HSU) fordert die Europäische Kommission auf, einen Abgleich der Sterneangaben mit offiziellen Klassifizierungsdaten in mögliche Abhilfemaßnahmen oder Verpflichtungszusagen im DSA-Verfahren gegen Booking.com aufzunehmen. Das erklärte die Vereinigung am 21. Oktober 2026. Der Buchungsplattform bietet sie die Anbindung an ihre Daten in allen Mitgliedsländern kostenfrei an.

Die HSU begrüßt das Verfahren gegen Booking.com. Nach Darstellung der Vereinigung prüfe die Kommission, ob die Plattform die Risiken durch betrügerische und nicht rechtskonforme Inserate sowie durch Phishing ausreichend bewertet und gemindert habe.

Ein automatisierter Datenabgleich könne nach Angaben der HSU nicht nur die Sternekategorie überprüfen, sondern auch Namen, Adresse und Existenz eines Hotels bestätigen. Jeder Betrieb mit HSU-Sternen sei von einer nationalen Klassifizierungsstelle vor Ort geprüft worden.

HSU kritisiert Booking.com wegen der Verwendung unbestätigter Sterneangaben

Die Vereinigung wirft Booking.com vor, Sterne auf Grundlage unbestätigter Angaben der Anbieter anzuzeigen. Die Plattform stelle diese einheitlich und gut sichtbar neben den Hotelnamen dar und verwende sie als Suchfilter. Eine Anbindung an die offiziellen Klassifizierungsdaten lehne Booking.com weiterhin ab. Bereits im April 2026 habe die HSU die Plattform erneut zur Zusammenarbeit aufgefordert.

„Booking.com muss keine neue Technik erfinden, um Gäste vor gefälschten Hotelangeboten zu schützen. Verifizierte Daten sind bereits verfügbar; andere Plattformen nutzen sie seit Jahren. Wer Sternbewertungen prominent zur Werbung für ein Hotel einsetzt, muss die Verantwortung dafür übernehmen, dass diese korrekt sind“, erklärt Markus Luthe, Präsident der Hotelstars Union.

Die Vereinigung verweist auf andere Plattformen, die ihre Daten bereits verwendeten. Tripadvisor gleiche die offiziellen Sternedaten seit Juni 2022 täglich ab und zeige in den HSU-Mitgliedsländern ausschließlich geprüfte Sterne an. Expedia gebe die HSU in diesen Ländern als Quelle für die Sternebewertungen an.

HSU verweist auf niederländische Entscheidungen zu Sterneangaben bei Booking.com

Die niederländische Reclame Code Commissie habe die Sterneangaben auf Booking.com im November 2025 als irreführend bewertet, berichtet die HSU. Die Berufungsinstanz habe diese Einschätzung im April 2026 bestätigt.

Nach Auffassung der Vereinigung mache sich Booking.com die Sterneangaben durch deren Darstellung zu eigen und müsse für ihre Richtigkeit einstehen. Dabei beruft sich die HSU auf Artikel 6 Absatz 3 DSA. Nach ihrer Darstellung hafte ein Marktplatz nach Verbraucherrecht selbst, wenn er Informationen so darstelle, dass Dritte diese ihm zurechneten.

Die Hotelstars Union wurde 2009 gegründet und firmiert seit 2021 als Vereinigung nach belgischem Recht mit Sitz in Brüssel. Sie klassifiziert Hotels anhand eines einheitlichen Kriterienkatalogs in Kategorien von einem bis fünf Hotelsternen. Nach eigenen Angaben umfasst ihr System in 22 Mitgliedsländern mehr als 22.000 klassifizierte Hotels mit 1,2 Millionen klassifizierten Zimmern.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Smartments hat 206 Serviced Apartments im Berliner Quartier Forty4 angemietet. Die Eröffnung ist für 2029 geplant; nahezu alle Einheiten sollen einen Balkon oder eine Terrasse erhalten.

Im Sheraton Hannover Pelikan Hotel hat Künstler Sascha Dahl eine Art Suite mit 18 Werken eröffnet. Die Zusammenarbeit soll künftig durch Ausstellungen und weitere Veranstaltungsformate ergänzt werden.

CityHub plant ein Hotel mit 139 Einheiten am Leipziger Platz in Berlin. Für den Standort sollen rund 2.100 Quadratmeter bestehende Einzelhandelsfläche umgebaut werden.

Eine aktuelle Umfrage im Auftrag von a&o Hostels zeigt, dass Europas Reisende bei Unterkünften vor allem auf das Preis-Leistungs-Verhältnis und Sicherheit achten, während bekannte Marken an Bedeutung verlieren.

Der traditionsreiche Vitznauerhof am Vierwaldstättersee öffnet im 125. Jubiläumsjahr erstmals auch im Winter seine Türen und bietet ein neues Programm aus Kulinarik, Kultur und Wellness.

Das aja Garmisch-Partenkirchen hat sein fünfjähriges Bestehen mit einem Tag der offenen Tür und rund 1.000 Besuchern gefeiert. Zum Jubiläum stellte das Hotel zudem neue Namen für Bar und Restaurant vor.

Der Schweizer Ständerat hat der Verlängerung des Mehrwertsteuer-Sondersatzes von 3,8 Prozent für Beherbergungsleistungen bis Ende 2031 zugestimmt. HotellerieSuisse begrüßt die Entscheidung, bezeichnet vier Jahre allerdings als vergleichsweise kurzen Planungshorizont.

Aus einer Büro- und Einzelhandelsimmobilie am Frankfurter Ring soll Breras drittes Münchner Haus werden. Der Betreiber plant rund 152 Serviced Apartments und eine Eröffnung Anfang 2029.

Vom ehemaligen Bürogebäude in Berlin bis zum Neubau auf Sylt: Limehome setzt bei seiner Expansion auf unterschiedliche Immobilientypen. Bis 2030 will das Unternehmen 25.000 Einheiten unter Vertrag haben.

IHG Hotels & Resorts plant ein neues Vignette-Collection-Hotel im Zentrum von Madrid. Das San Bernardo soll im März 2028 mit 67 Zimmern eröffnen und das spanische Luxus-Portfolio des Konzerns auf 21 Häuser erweitern.