IHA-Podcast mit DZT-Chefin Hedorfer: Über die „Milliarden-Macht“ des Inbound-Tourismus

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Im Podcast „Zukunft Hotel“ des IHA-Hotelverbands Deutschland hat Petra Hedorfer, Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT), die Bedeutung des internationalen Tourismus für Deutschland hervorgehoben. Nach ihren Angaben liegt der Schwerpunkt der DZT auf der Vermarktung Deutschlands im Ausland und auf der Ansprache ausländischer Gäste. Hedorfer sagte, Ziel sei es, internationale Reisende nach Deutschland zu holen, damit sie hier Urlaub machen und Geld ausgeben.

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DZT beschreibt sich als Schnittstelle zwischen Staat und Branche

Hedorfer erklärte im Podcast, die DZT sei ein institutionell geförderter Verein mit Mitgliedern aus Tourismuswirtschaft, Verkehr und Gastgewerbe. Nach ihren Angaben arbeiten dort Vertreter von Unternehmen, Verbänden und öffentlichen Stellen zusammen. Das Bundeswirtschaftsministerium sei Zuwendungsgeber, aber kein Mitglied der DZT.

Zu den Aufgaben der Organisation zählen laut Hedorfer die internationale Vermarktung Deutschlands, die Zusammenarbeit mit Reiseveranstaltern und Plattformen sowie die Bereitstellung von Marktdaten. Die DZT verfüge nach ihren Angaben über ein Daten- und Analyseinstrument mit mehr als zwei Millionen Kundendaten. Genutzt würden unter anderem Kreditkarten-, Mobilfunk- und Bahndaten sowie Befragungen und Branchendaten.

Anteil privater Reisen nach Deutschland gestiegen

Hedorfer sagte, Deutschland habe sich im internationalen Tourismus aus ihrer Sicht deutlich verändert. Während früher Messe- und Geschäftsreisen dominierten, sei heute der Anteil privater Reisen deutlich höher. Im Podcast nannte sie einen Anteil von 77 Prozent Freizeitreisen und sagte, nur noch rund 23 Prozent entfielen auf Geschäftsreisen.

Nach Angaben Hedorfers sei das Wachstum der vergangenen Jahre vor allem im Urlaubssegment entstanden. Deutschland habe seine internationalen Übernachtungen in den vergangenen zwei Jahrzehnten nach ihrer Darstellung fast verdreifacht. Zugleich verwies sie auf die wirtschaftliche Bedeutung ausländischer Gäste. Diese sorgten laut Hedorfer für 78,6 Milliarden Euro Umsatz. Internationale Gäste gäben mehr Geld aus und blieben länger als inländische Reisende.

Niederlande wichtigster Auslandsmarkt

Als wichtigste Herkunftsmärkte nannte Hedorfer im Podcast die Niederlande, gefolgt von der Schweiz, den USA, dem Vereinigten Königreich, Frankreich, Spanien, Italien und Österreich. Nach ihren Angaben kommen von 85 Millionen internationalen Übernachtungen allein 13 Millionen aus den Niederlanden.

Zugleich verwies Hedorfer auf Wachstumschancen in Asien. Für China sagte sie, Deutschland sei beim Reiseaufkommen nach Europa ein führendes Ziel. Die DZT arbeite dort nach ihren Angaben mit Plattformen wie Trip.com, Alipay und Alibaba zusammen. Unternehmen in Deutschland könnten sich an gemeinsamen Maßnahmen beteiligen. Hinweise dazu veröffentlicht die DZT laut Hedorfer über ihre Internetseite und über Fachinformationen für Partner.

Nahost-Krise bisher ohne klare Sommerprognose

Zur aktuellen Lage im Nahen Osten sagte Hedorfer, die Entwicklung habe Auswirkungen auf Flugverbindungen und Buchungen. Die DZT beobachte nach ihren Angaben Stornierungen und Verschiebungen, bislang aber noch keinen massiven Rückgang. Für eine belastbare Einschätzung zum Sommer sei es aus ihrer Sicht noch zu früh. Entscheidend seien stabile Flugverbindungen, die Entwicklung der Sicherheitslage und mögliche Auswirkungen auf Kerosinpreise und Flugkosten.

Hedorfer sprach sich im Podcast dafür aus, das internationale Geschäft im Deutschlandtourismus weiter auszubauen. Deutschland liege bei internationalen Gästen nach ihren Angaben derzeit bei etwa 20 Prozent, während der inländische Markt rund 80 Prozent ausmache.


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