Illegale Beschäftigung in Tiroler Hotel: Behörden prüfen Verdacht auf Menschenhandel

| Hotellerie Hotellerie

Im Bezirk Landeck in Tirol haben Finanzpolizei und Landespolizeidirektion Tirol laut Mitteilung einen Fall von illegaler Beschäftigung festgestellt. Ausgangspunkt war eine anonyme Anzeige über die unerlaubte Beschäftigung mehrerer brasilianischer Staatsangehöriger in einem Hotelbetrieb. Die Kontrolle fand Ende Februar statt.

Acht brasilianische Staatsangehörige ohne Anmeldung zur Sozialversicherung angetroffen

Wie die Finanzpolizei mitteilt, trafen die Beamten im Zuge der Kontrolle acht Arbeiterinnen und Arbeiter an, die nicht zur Sozialversicherung angemeldet waren. Zu Beginn der Kontrolle hätten zwei Personen versucht, sich dem Zugriff zu entziehen, indem sie sich in einer Toilette und in einem Waschraum versteckten.

Da es sich laut Mitteilung ausschließlich um brasilianische Staatsangehörige handelte, sei eine Intensivkontrolle unter Einbindung der fremden- und grenzpolizeilichen Einheit PUMA der Landespolizeidirektion Tirol durchgeführt worden. Die Überprüfung der Reisedokumente sowie der erforderlichen Bewilligungen nach dem Ausländerbeschäftigungsgesetz habe ergeben, dass diese vollständig fehlten. In der Folge seien die acht Personen wegen illegalen Aufenthalts festgenommen worden.

Nach Angaben der Behörden sei im Betrieb nur ein Dienstnehmer ordnungsgemäß zur Sozialversicherung angemeldet gewesen. Insgesamt habe der Hotelbetreiber vier Beschäftigte gemeldet.

Landeskriminalamt prüft Verdacht auf Menschenhandel und Arbeitsausbeutung

Aufgrund der festgestellten Umstände wurde laut Mitteilung das Landeskriminalamt Tirol, Ermittlungsbereich Menschenhandel, eingeschaltet. Es habe ein Anfangsverdacht bestanden, dass die Arbeitskräfte im Zuge ihrer Beschäftigung gezielt ausgebeutet worden sein könnten.

Gegenüber den Beamten hätten die Betroffenen zunächst angegeben, sich als Urlauber im Beherbergungsbetrieb aufzuhalten. Im Rahmen weiterer Vernehmungen hätten sie laut Angaben des Landeskriminalamts erklärt, bereits in Brasilien für eine Tätigkeit in Tirol angeworben worden zu sein und im Hotel gearbeitet zu haben. Damit habe sich laut Mitteilung neben dem Verdacht auf gewerbsmäßige Schwarzarbeit auch der Verdacht ergeben, dass die Betroffenen Opfer von Menschenhandel zum Zweck der Arbeitsausbeutung geworden sein könnten.

Hausdurchsuchung führt zur Sicherstellung von Datenträgern und weiterer Feststellung

Aufgrund der Verdachtslage wurde eine gerichtlich bewilligte Hausdurchsuchung durchgeführt. Dabei seien laut Mitteilung mehrere Datenträger als Beweismittel sichergestellt worden.

Zeitgleich habe die Finanzpolizei im Zuge dieser Maßnahme eine weitere Kontrolle des Betriebs durchgeführt. Dabei sei ein weiterer brasilianischer Staatsangehöriger bei Arbeiten in der Hotelküche angetroffen worden. Auch für diese Person hätten weder eine Bewilligung nach dem Ausländerbeschäftigungsgesetz noch eine Anmeldung zur Sozialversicherung vorgelegen.

Anzeigen und Strafen in Höhe von rund 40.000 Euro angekündigt

Nach Angaben der Finanzpolizei werden gegen den Betreiber Anzeigen nach dem Ausländerbeschäftigungsgesetz, dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz sowie dem Arbeitszeitgesetz erstattet. In Summe seien Strafen in Höhe von rund 40.000 Euro zu erwarten. Zudem werde wegen des Verdachts auf Unterentlohnung ermittelt.

Wie die Behörde mitteilt, erfolgen darüber hinaus Kontrollmitteilungen und Anzeigen an das Finanzamt, die Finanzstrafbehörde sowie an die Österreichische Gesundheitskasse. Parallel dazu habe das Landeskriminalamt Tirol Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck wegen des Verdachts auf Menschenhandel, organisierte Schwarzarbeit sowie Ausbeutung eines Fremden erstattet.

Der österreichische Finanzminister Markus Marterbauer wird in der Mitteilung mit den Worten zitiert: „Betrugsbekämpfung ist eine Frage der Gerechtigkeit. Diejenigen, die andere ausbeuten und nicht ihre Abgaben zahlen, dürfen nicht ungeschoren davonkommen. Denn es gilt, was immer gilt: Null Toleranz für Steuer- und Abgabenbetrug.“


Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Unternehmer und Hoteleigentümer Klaus-Michael Kühne ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Neben seinem Engagement bei Kühne+Nagel, Hapag-Lloyd und Lufthansa stand er mit seiner Frau Christine hinter den Hotels The Fontenay in Hamburg und Castell Son Claret auf Mallorca.

Die Villa Florhof in Zürich ist nach zweieinhalbjähriger Bauzeit als erstes Lalique Boutique Hotel neu eröffnet worden. Das denkmalgeschützte Gebäude aus dem 15. Jahrhundert bietet 13 Zimmer, Gastronomieflächen und historische Ausstattungsmerkmale.

Die Privathotels Dr. Lohbeck verzeichnen im ersten Halbjahr 2026 einen Nettoumsatz von 54 Millionen Euro.Treiber des Wachstums sind Inlandsreisen in Deutschland und Österreich sowie eine Gesamtauslastung von 60 Prozent.

Der GaultMillau prämiert das Appenzeller Huus in Gonten als Hotel des Jahres 2027. Neben einer ausgezeichneten Gastronomie unter Michael Gollenz umfasst der Hotelkomplex umfangreiche Weinkeller und einen spezialisierten Wellnessbereich.

Der Tourismus in Hamburg hat im ersten Halbjahr geringfügig zugelegt. Die Zahl der Übernachtungen stieg um 0,5 Prozent auf 7,76 Millionen. Wachstumstreiber ist der deutsche Markt.

Die DQuadrat Living GmbH übernimmt das Intercity Hotel am Hauptbahnhof Bonn und führt den Betrieb als Mercure Hotel Bonn City Center weiter. Das bestehende Personal wird übernommen, zudem sind schrittweise Renovierungsarbeiten geplant.

Auf Mallorca eröffnet 2026 The Völkers House von Christian und Ninon Völkers. Das 28 Hektar große Country Estate umfasst 15 Suiten, ein Restaurant, einen Spa sowie ein Equestrian Centre mit Poloplatz.

Das Schlosshotel Berlin führt ein neues Long-Stay-Konzept ein und erweitert sein Angebot hierfür um 15 sogenannte "Schloss Residences". Das Modell kombiniert klassische Übernachtungen mit flexibel buchbaren Servicedienstleistungen.

Pressemitteilung

Was rechtfertigt einen Zimmerpreis von mehreren tausend Franken pro Nacht? Viele würden spontan an spektakuläre Einrichtung, Sterne-Gastronomie oder den Blick auf den St. Moritzersee denken. Für Pia Baumann, Director Front of House im Luxus-Hotel Grace La Margna in St. Moritz, liegt die Antwort an einer ganz anderen Stelle: bei den Menschen.

Das Riva Hotel Konstanz erweitert sein Angebot zum 1. September um zwei neue Penthouse-Suiten mit Blick auf den Bodensee. Damit erhöht sich die Gesamtkapazität des Fünf-Sterne-Superior-Haus auf insgesamt 73 Zimmer und Suiten.