Independent Hotel Show München 2025: Wachstum und Fokus auf Innovation

| Hotellerie Hotellerie

Die Independent Hotel Show Munich (IHS) hat bei ihrer zweiten Ausgabe am vergangenen Mittwoch und Donnerstag im MOC München ein klares Wachstumssignal gesetzt. Die Veranstaltung erstreckte sich von einer Messehalle auf zwei, was einer Flächensteigerung von rund 66 Prozent entsprach. Mit merklich mehr Besuchern und über 150 Ausstellern aus ganz Europa etablierte sich die Messe als zentraler Treffpunkt für die unabhängige Hotellerie im deutschsprachigen Markt. Es kamen rund 2.000 Fachbesucher, die sich über Trends, Wissenstransfer und Vernetzung austauschten.

Erweiterte Plattform für Austausch und Fortschritt

Messechef Moritz Schleich resümierte die Veranstaltung: „Die Independent Hotel Show Munich 2025 hat gezeigt, wie lebendig, engagiert und lösungsorientiert die unabhängige Hotellerie ist.“ Er betonte, die Plattform stehe als Ort des Austauschs, des Lernens und des Fortschritts zur Verfügung.

Die Gestaltung der zentralen Bühnen wich von klassischen Messekulissen ab. So präsentierte sich die Vision Stage, entworfen von bndr, mit nachhaltigem „Sales-Architecture“-Design. Die Innovation Stage, gestaltet von stilwerk, setzte auf ein monochromes Raumkonzept in „burned-orange“. Die Digital Stage, umgesetzt von Gym80, interpretierte einen Fitnessraum als hochwertiges Interieur, während der Social Business Space, gestaltet von NoBLa, als ruhiger Gegenpol mit erdigen Tönen fungierte.

Inhalte: Von neuen Gästeerwartungen bis Generation Z

Über 40 Panels, Deep Dive Sessions und Keynotes fanden auf vier Bühnen statt und behandelten Design, Betrieb, Markenentwicklung, Digitalisierung sowie Zukunftsfragen. Auf der Vision Stage eröffnete Zukunftsberater Jakob Ledermann (philoneos GmbH) mit einer Keynote zu „Next Horizons“ und beleuchtete neue Gästeerwartungen und die Rolle der Technologie. Weiterhin thematisierte das Panel „New understanding of lifestyle – weniger Bling, mehr Sinn?“ die Verschiebung des Luxusbegriffs hin zu Persönlichkeit und Achtsamkeit. Auch alpine Lifestyle-Konzepte, wie die der Kristallhütte und des coolnest, wurden diskutiert.

Die Innovation Stage stellte unter anderem Formate zur Guest Experience 2.0 in den Fokus, in denen es um personalisierte Erlebnisse, smartere Technologie und Storytelling ging. Einblicke in das alpine Debüt der Marke Casa Cook wurden im Deep Dive „Casa Cook goes Alps“ gegeben. Großen Zuspruch fand die Session „Gen Z und Alpha entschlüsselt“ mit Content Creator Sandro Capasso und Social-Media-Experte Ben Eder, die den Umgang mit Social Media und Influencer Marketing für Hotels beleuchteten. Die Digital Stage behandelte datenbasierte Tools, Revenue-Optimierung und digitale Gästereisen. Im Social Business Space schließlich lag der Fokus auf praxisnahen Themen wie Markenführung und Mitarbeiterbindung.

IHM Ambassadorin Isabell Fuß hob den Wert der Messe für Hoteliers und Projektentwickler hervor, da sie ein Ort des direkten Austauschs auf Augenhöhe sei. Die hohe Besucherresonanz, unter anderem bei der Keynote „Von der Fläche zum Konzept“ mit Markus Bauer und dem anschließenden Panel, deutete auf einen hohen Wissenshunger in der Branche hin.

Premiere des Swiss Chapter und starkes Österreich-Kapitel

Die alpine Hotellerie nahm einen zentralen Stellenwert ein. Das etablierte Austrian Chapter beleuchtete regionale Markenstärke und nachhaltige Betriebsmodelle. Als Neuerung wurde 2025 das Swiss Chapter, unterstützt von Hotel Inside, eingeführt, welches Zukunftsperspektiven und architektonische Trends in der Schweiz in den Mittelpunkt stellte.

Sepp Schwaiger von der Eder Collection betonte die Innovationskraft der alpinen Hotellerie. Thomas Karl von Hotel Inside hob die Bedeutung der Messe als Treffpunkt für die Schweizer Branche hervor, der Inhalt, Netzwerk und eine internationale Bühne verbinde.

Aussteller präsentieren Lösungen für die Hotellerie von morgen

Die über 150 Aussteller zeigten Lösungen in Bereichen wie Renovierung, Interior Design, Betrieb, Revenue Management und Gästekommunikation. Intedoor präsentierte mobile und modulare Badkonzepte. Westwing stellte kuratiertes Interior Design für Lobby und Suite vor. TechnoGym zeigte smarte Fitness- und Wellnesslösungen. Mews überzeugte mit seiner cloudbasierten Hospitality-Plattform.

Das Messepublikum nutzte die Gelegenheit, Produkte vor Ort kennenzulernen, Kontakte zu knüpfen und neue Partnerschaften zu initiieren. Abseits der Vorträge boten das Café Connect und Networking-Lounges Raum für Begegnung und den weiteren Austausch in der Community.

Independent Hotel Show Awards 2025: Die Gewinner

Ein Höhepunkt war die Verleihung der Independent Hotel Show Awards 2025, in Kooperation mit HotelPartner Revenue Management. Erstmals wurde die Kategorie New Hotel of the Year vergeben, die das Hotel Solvie in Südtirol für sich entschied. Als Hotel of the Year wurde das Naturhotel Chesa Valisa ausgezeichnet. Den Titel Hotel Design of the Year erhielt das Hotel PÖLTER bei MARKUS T. Zum Independent Hotel Leader of the Year wurde Sepp Schwaiger von der Eder Collection gekürt (Tageskarte berichtete).

Die Independent Hotel Show Munich 2026 ist für den 16. und 17. September 2026 im MOC München angesetzt.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das The Ritz-Carlton, Berlin hat auf der dritten Etage einen saisonalen Hochgarten eröffnet. Die Sommerbar öffnet wetterabhängig montags und kann an den übrigen Tagen für Veranstaltungen mit bis zu 40 Personen gebucht werden.

Der Wert des investmentrelevanten deutschen Hotelmarktes ist 2025 nach Berechnungen von bulwiengesa und Union Investment auf 66,1 Milliarden Euro gestiegen. Neue Hotelzimmer trugen den größten Teil zum Zuwachs bei, während Bestandswerte nur leicht zulegten.

Das Bristol Berlin bekommt nach umfassender Modernisierung eine neue Markenheimat. Das Traditionshotel am Kurfürstendamm wird als erstes Haus in Deutschland Teil der Vignette Collection von IHG Hotels & Resorts. Eigentümer Aroundtown will die letzten Arbeiten bis Ende 2026 abschließen.

Künstliche Intelligenz soll nach Einschätzung von Accenture künftig einen größeren Teil der Reiseplanung übernehmen. Während viele Verbraucher einem KI-Agenten bereits die Zusammenstellung einer kompletten Reise anvertrauen würden, wollen sie die Auswahl des Hotels häufig weiterhin selbst treffen.

Die irische Hotelmarke The Dean expandiert weiter auf dem deutschen Markt und eröffnet ein neues Haus im Münchner Westend. Das Hotel kombiniert ein vom bayerischen Jugendstil inspiriertes Design mit einem modernen japanischen Gastronomiekonzept.

Das Kölner Hopper Hotel St. Josef wurde neugestaltet, die Zimmer und öffentlichen Bereiche erhielten ein neues Designkonzept. Das Projekt verbindet den Erhalt historischer Bausubstanz mit nachhaltigen Materialien und moderner Ausstattung.

Nach einem Bericht des SWR haben zwei Mainzer Hotels sämtlichen Beschäftigten gekündigt. Die Gewerkschaft NGG vermutet einen Zusammenhang mit einer geplanten Betriebsratsgründung, während die Hotelgruppe von dringenden betrieblichen Erfordernissen spricht.

Der geplante Verkauf des ehemaligen Dorint-Hotels am Stausee Bitburg an die Interspa-Gruppe ist gescheitert. Damit können auch die im Frühjahr 2025 vorgestellten Pläne für ein Familien- und Wellness-Resort vorerst nicht umgesetzt werden.

Scandic und Axfast planen in Stockholm ein unterirdisches Hotel mit 135 fensterlosen Zimmern. Das Haus soll 2027 eröffnen und in einem umgebauten Gebäude unter der Drottninggatan, der bekanntesten Einkaufsstraße Stockholms, entstehen.

Limehome hat im ersten Halbjahr 2026 nach eigenen Angaben neue Partnerschaften geschlossen und seine Expansion in mehreren europäischen Märkten fortgesetzt. Dazu gehören ein erstes Projekt mit Aroundtown in Frankfurt sowie weitere Vorhaben in Deutschland, Großbritannien, Italien, Belgien und den Niederlanden.