Insolvenz von Revo belastet Bilanz von Wyndham

| Hotellerie Hotellerie

Wyndham Hotels & Resorts vermeldet für 2025 ein Rekordjahr beim Zimmerwachstum. Gleichzeitig sorgen die Insolvenz der Revo Hospitality Group und Wertminderungen auf die Marke Vienna House für erhebliche Belastungen in der Bilanz.

Wertberichtigungen auf Vermögenswerte

Aufgrund der Insolvenz bewertete Wyndham zum Stichtag 31. Dezember 2025 die mit Revo verbundenen Vermögenswerte neu. In der Gewinn- und Verlustrechnung wurden 74 Millionen US-Dollar als Aufwand verbucht sowie 48 Millionen US-Dollar als Wertberichtigung erfasst, um die Vermögenswerte auf ihren realisierbaren Wert zu reduzieren.

Abschreibung auf Marke und Franchiseverträge

Im Rahmen der quantitativen Werthaltigkeitsprüfung immaterieller Vermögenswerte stellte Wyndham fest, dass Teile der Marke Vienna House sowie die zugehörigen Franchiseverträge im Zusammenhang mit der Insolvenz von Revo wertgemindert sind. Entsprechend wurden Wertberichtigungen in Höhe von 38 Millionen US-Dollar vorgenommen, um die Buchwerte dieser Vermögenswerte an ihre geschätzten beizulegenden Zeitwerte anzupassen.

Umsätze werden vorerst nicht als Erlös erfasst

Seit dem vierten Quartal 2025 setzt Wyndham die Erlöserfassung aller Umsätze im Zusammenhang mit Revo aus. Hintergrund ist die Unsicherheit über die Einbringlichkeit der Forderungen. Die Umsätze werden weiterhin rechnerisch erfasst, jedoch erst dann als Erlös ausgewiesen, wenn Zahlungseingänge als wahrscheinlich gelten.

Systemgröße und Pipeline wachsen

Die Zahl der Zimmer im weltweiten System stieg 2025 um 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In den USA lag das Wachstum bei 1 Prozent, in den Regionen Europa, Naher Osten und Afrika sowie Lateinamerika bei 7 Prozent.

Zum 31. Dezember 2025 umfasste die Entwicklungspipeline rund 2.200 Hotels mit 259.000 Zimmern, ein Anstieg um 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Etwa 70 Prozent der Projekte entfallen auf das mittlere und höhere Preissegment. Rund 17 Prozent der Pipeline betreffen Langzeitaufenthalte. Der Anteil der USA an der Pipeline liegt bei 42 Prozent. Rund 77 Prozent der Projekte sind Neubauten, von denen etwa 36 Prozent bereits im Bau sind.

Rückgang beim RevPAR

Der weltweite Umsatz pro verfügbarem Zimmer sank im vierten Quartal 2025 währungsbereinigt um 6 Prozent. In den USA betrug der Rückgang 8 Prozent, international 1 Prozent. Belastend wirkten in den USA unter anderem Sturmeinwirkungen sowie sinkende Belegung und Durchschnittspreise.

In Europa, dem Nahen Osten und Afrika sowie in Lateinamerika stieg der RevPAR währungsbereinigt um 7 Prozent beziehungsweise 6 Prozent. Kanada verzeichnete ein Plus von 1 Prozent, während der asiatisch-pazifische Raum rückläufig war. In China ging der RevPAR um 10 Prozent zurück.

Im Gesamtjahr 2025 sank der globale RevPAR um 3 Prozent gegenüber 2024. In den USA lag das Minus bei 4 Prozent, international blieb der Wert unverändert.

Umsatz und Ergebnis

Die gebührenbezogenen und sonstigen Erlöse beliefen sich im Gesamtjahr 2025 auf 1,43 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Haupttreiber waren höhere Nebenerlöse und das Wachstum der Zimmerzahl, während der rückläufige RevPAR dämpfend wirkte.

Der Nettogewinn sank um 33 Prozent auf 193 Millionen US-Dollar. Das bereinigte Ergebnis lag bei 353 Millionen US-Dollar und damit leicht über dem Vorjahr. Das bereinigte EBITDA stieg um 3 Prozent auf 718 Millionen US-Dollar.

Das verwässerte Ergebnis je Aktie verringerte sich um 31 Prozent auf 2,50 US-Dollar. Bereinigt erhöhte es sich um 6 Prozent auf 4,58 US-Dollar.

Im vierten Quartal 2025 erzielte das Unternehmen einen Nettoverlust von 60 Millionen US-Dollar. Das bereinigte EBITDA lag bei 165 Millionen US-Dollar, ein Rückgang um 2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Liquidität und Verschuldung

Der operative Cashflow betrug 2025 367 Millionen US-Dollar, der bereinigte freie Cashflow 433 Millionen US-Dollar. Zum Jahresende verfügte das Unternehmen über 64 Millionen US-Dollar an liquiden Mitteln und eine Gesamtliquidität von 840 Millionen US-Dollar.

Das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA lag bei 3,5, innerhalb der vom Unternehmen genannten Zielspanne von drei bis vier.

Dividende und Aktienrückkäufe

Im Jahr 2025 kaufte Wyndham Aktien im Wert von 266 Millionen US-Dollar zurück. Zusätzlich wurden Dividenden in Höhe von 127 Millionen US-Dollar ausgezahlt. Insgesamt flossen 393 Millionen US-Dollar an die Aktionäre.

Der Verwaltungsrat beschloss eine Erhöhung der Quartalsdividende um 5 Prozent auf 0,43 US-Dollar je Aktie. Die neue Dividende soll erstmals im ersten Quartal 2026 zur Anwendung kommen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Ensana Fürstenhof in Bad Griesbach hat nach einer umfassenden Modernisierung wiedereröffnet. Das Hotel umfasst 148 Zimmer und eine 4.500 Quadratmeter große Spa-Landschaft. Ein medizinischer Bereich ist für Anfang 2027 geplant.

Das von Fairmont Hotels & Resorts geführte Plaza Hotel in New York soll ab Januar 2027 mindestens vier Jahre geschlossen bleiben. Geplant sind Reparatur- und Restaurierungsarbeiten an der denkmalgeschützten Fassade. Das Plaza diente als Schauplatz mehrerer Filme.

Die Comer Group will das ehemalige Hilton-Hotel in Gravenbruch kaufen. Nach einem Bericht der Hessenschau ist der Vertrag unterschrieben, die behördliche Genehmigung steht jedoch aus. Der sanktionierte Geschäftsmann Ali Ansari darf von dem Verkauf nicht profitieren.

Kapital und Gästenachfrage sind vorhanden, doch Hoteltransaktionen müssen höhere Anforderungen erfüllen. Die vierte Ausgabe des „Expert Papers“ „Booking the Future“ von mrp hotels beleuchtet, worauf Investoren, Banken und Betreiber bei Finanzierung, Konzept und Wachstum achten.

Stayery expandiert nach München und übernimmt ein Apartmenthaus am Oberwiesenfeld mit 105 Einheiten. Die Eröffnung des konvertierten Bestandsgebäudes am Olympiapark ist für Anfang 2027 geplant.

Seetelhotels meldet einen Ransomware-Angriff auf interne IT-Systeme. Ein möglicher Datenabfluss wird untersucht; bei Buchungen und Anfragen kann es zu Verzögerungen kommen.

Die Radisson Hotel Group hat in Breslau ihr 20. Prize-by-Radisson-Hotel eröffnet. Das Haus im Sky Tower verfügt über 208 Zimmer und ist der zweite Standort der Marke in Polen.

Accor tritt mit dem geplanten ibis Styles Helsinki Helka erstmals in den finnischen Hotelmarkt ein. Das Haus mit 157 Zimmern soll Ende 2027 aus dem traditionsreichen Hotel Helka hervorgehen.

Das bisherige Mercure Tagungs- und Landhotel Krefeld soll ab Januar 2027 als eigenständiges Haus unter dem Dach einer neu gegründeten GmbH fortgeführt werden. Das bestehende Team soll bleiben; neue Tagungskonzepte sind in Arbeit.

Der Ulmer Gemeinderat hat nach einem Bericht der Südwest Presse mit knapper Mehrheit eine Bettensteuer beschlossen. Ab 2030 sollen Übernachtungsgäste drei Euro pro Nacht zahlen.