Interalpen-Hotel Tyrol setzt nach Vorwürfen auf neue Küchenleitung und Prävention

| Hotellerie Hotellerie

Nach den im Februar 2026 öffentlich gewordenen Vorwürfen gegen mehrere Mitarbeiter aus dem Küchenbereich hat das Interalpen-Hotel Tyrol seine Küchenleitung neu besetzt und ein umfangreiches Präventions- und Schulungsprogramm eingeführt. Das Hotel habe sich von den beschuldigten Mitarbeitern getrennt und die betriebsfreie Zeit bis zur Wiedereröffnung im Mai genutzt, um organisatorische und personelle Veränderungen umzusetzen.

Hotel besetzt Küchenleitung nach personellen Konsequenzen vollständig neu

Ausgangspunkt der Maßnahmen waren Anschuldigungen ehemaliger Mitarbeiter. Sie erhoben Vorwürfe gegen mehrere Vorgesetzte aus der Küche. Das Recherchemagazin Dossier hatte darüber zuerst berichtet. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe habe sich das Hotel von allen beschuldigten Mitarbeitern getrennt. (Tageskarte berichtete)

Mit der Wiedereröffnung des Hauses im Mai 2026 übernahm Daniel Senst die Position des Küchenchefs. Er war bereits zwischen 2015 und 2020 als Sous-Chef und stellvertretender Küchenchef im Betrieb tätig und kehre nach Stationen in der österreichischen Spitzengastronomie zurück. Unterstützt werde er von Matthias Hendl, der den Chef's Table leite, sowie von Manfred Löschl als Chef-Patissier.

Das Hotel erklärt, das neue Führungsteam solle eine „werteorientierte Arbeitsumgebung“ schaffen und eine Kultur des Respekts und der Toleranz fördern.

Präventionsprogramm erweitert Schulungen für Mitarbeiter und Auszubildende umfassend

Nach Angaben des Hotels wurden während der Saisonpause bestehende Einarbeitungs- und Schulungsprogramme überarbeitet und um Maßnahmen zur Prävention von Belästigung und Diskriminierung ergänzt.

Demnach seien in Zusammenarbeit mit der österreichischen Gleichbehandlungsanwaltschaft zwei Workshops für die gesamte Belegschaft entwickelt worden, die der internen Aufarbeitung der Vorfälle dienen sollen. Ergänzend dazu würden Auszubildende und Führungskräfte in Kleingruppen geschult. Die Veranstaltungen würden von externen Trainern, Coaches sowie einer Arbeitspsychologin begleitet.

Darüber hinaus entwickle das Hotel nach eigenen Angaben ein wiederkehrendes Workshopformat für Lehrlinge unter dem Titel „Lernen aus der Vergangenheit: Mit Weitblick Erfolgsfaktoren für die Zusammenarbeit mit Nachwuchskräften definieren“, das erstmals im Herbst stattfinden solle. Zusätzlich entstehe eine weitere Schulung mit dem Schwerpunkt Diversität und Diskriminierung, die künftig jährlich angeboten werden solle.

Neues Meldesystem soll vertrauliche Hinweise dauerhaft ermöglichen

Neben den Schulungsangeboten habe das Hotel auch seine internen Meldewege überarbeitet. Ein strukturiertes Meldesystem solle Mitarbeitern ermöglichen, Vorfälle jederzeit vertraulich und niedrigschwellig zu melden.

Ergänzend sei ein vierteljährlicher Austausch zwischen Lehrlingen und einer ausgebildeten Coachin vorgesehen, die als Vertrauensperson fungiere. Nach Angaben des Hotels solle dieses Format dazu beitragen, Belastungssituationen frühzeitig zu erkennen und den Dialog mit Nachwuchskräften zu stärken. Zudem seien die Informationsangebote für Auszubildende erweitert worden, um Orientierung und Sicherheit im Arbeitsalltag zu vermitteln.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Investmentgesellschaft Ardian und die Wohnplattform Rockfield haben eine Mehrheitsbeteiligung an dem Hybridhotel The Social Hub in Berlin am Alexanderplatz erworben. Die Transaktion markiert den ersten Schritt der neuen Wachstumsstrategie.

Stayery expandiert nach Österreich und realisiert gemeinsam mit der Real-Treuhand Immobilien ein neues Haus in Wien. Die Fertigstellung des Neubaus ist für Anfang 2030 vorgesehen.

Wenn Prozesse digitalisiert und automatisiert werden, muss dies immer mit einem finanziellen ROI einhergehen, sagt Lukas Fritschi, CEO von b_smart hospitality in einer neuen Folge des HotelPartner-Podcasts „AUSGEBUCHT!“. Wie das insbesondere auch Hotels in B-Lagen gelingen kann und welche Balance dabei wichtig ist, lesen Sie im Beitrag – oder hören Sie im Gespräch mit Host Oliver Meyer.

Die IHG-Marke Ruby hat mit dem Ruby Lilou ihr erstes Hotel in Frankreich eröffnet. Das Haus in Marseille verfügt über 237 Zimmer und wird gemeinsam mit dem neuen Ruby Yani Workspace betrieben.

Novum Hospitality weist für 2025 Gesamterlöse von 450,9 Millionen Euro aus, 4,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Zugleich integrierte die Hotelgruppe 40 Bestandshotels in die IHG-Systeme und sicherte acht Neubauprojekte.

Likestay erweitert sein Portfolio um zwei gepachtete Hotels auf rund 250 Zimmer. In Bochum übernimmt die Marke den Betrieb des bisherigen Wald & Golfhotels Lottental aus der Insolvenz, in Regensburg das bisherige Atrium im Park Hotel.

Aroundtown hat auch das HanseDom Hotel in Stralsund an Sunday Hotels vermietet. Das Hotel soll vollständig renoviert und dafür vorübergehend geschlossen werden; parallel ist eine Modernisierung des HanseDom geplant.

Premier Inn plant ein Hotel mit 244 Zimmern im Münsteraner Quartiersensemble „Drei Schwestern“. Das Haus am Dortmund-Ems-Kanal soll 2029 eröffnet werden.

Hotel Indigo hat weltweit das 200. Hotel eröffnet. Die zur IHG-Hotelgruppe gehörende Marke verdoppelte damit seit 2019 die Zahl ihrer eröffneten Häuser. Weitere 134 Hotels befinden sich derzeit in der Entwicklung.

Generator erweitert seine Präsenz in London und Paris. Das Unternehmen übernimmt das Novotel London Greenwich und unterzeichnet einen Managementvertrag für ein Bürogebäude im 13. Pariser Arrondissement.