Investor erwartet weiteres Wachstum am europäischen Hotelmarkt

| Hotellerie Hotellerie

Europäische Hotelmärkte könnten nach Einschätzung des Vermögensverwalters PGIM trotz geopolitischer Risiken und anhaltender Inflation ihren Wachstumskurs fortsetzen. Als wesentliche Treiber nennt das Unternehmen in einem am 29. Juni 2026 veröffentlichten Marktbeitrag steigende reale Haushaltseinkommen, eine hohe Auslastung der Hotels sowie ein begrenztes Angebot neuer Häuser.

Dem Beitrag zufolge könne eine zunehmende geopolitische Unsicherheit den internationalen Reiseverkehr zwar kurzfristig belasten. Gleichzeitig dürfte sie jedoch dazu führen, dass sich die Nachfrage stärker auf Inlandsreisen und Reisen innerhalb Europas verlagere. Dies könne Schwankungen im internationalen Tourismus teilweise ausgleichen.

Begrenztes Hotelangebot soll Auslastung und Erlöse weiter stützen

Nach Angaben von PGIM profitierten zahlreiche europäische Hotelmärkte zudem von einer stabilen Inlandsnachfrage, insbesondere im mittleren Preissegment. Das geringe Wachstum auf der Angebotsseite führe nach Einschätzung des Unternehmens zu hohen Auslastungsraten und unterstütze damit das weitere Ertragswachstum.

Für Investoren verweist der Marktbericht außerdem auf Besonderheiten des europäischen Hotelmarktes. Hotels würden häufig mit bestehenden Mietverträgen erworben. Dadurch reduziere sich das Risiko ungeplanter Investitionen in die Immobilien. Nach Darstellung von PGIM könnten vermietete Hotelobjekte deshalb stabilere Zahlungsströme und geringere Schwankungen bei den Renditen aufweisen als der Durchschnitt anderer Immobilienanlagen.

Campingplätze rücken als Anlageklasse stärker in den Fokus

Neben klassischen Hotels sieht PGIM auch Chancen im Bereich der Open-Air-Hospitality, etwa bei Campingplätzen und Wohnwagenparks. Diese Unterkunftsformen böten preisgünstigere Alternativen für Reisende und könnten insbesondere in wirtschaftlich angespannten Zeiten von einer Verlagerung der Nachfrage profitieren.

Nach Angaben des Unternehmens sei die Zahl der Campingplätze in Europa in den vergangenen zehn Jahren zurückgegangen. Besonders deutlich sei der Angebotsrückgang in Italien ausgefallen. Gleichzeitig seien viele Anlagen weiterhin familiengeführt, wodurch vergleichsweise wenig Kapital für Modernisierung und Entwicklung zur Verfügung stehe. Daraus könnten sich nach Einschätzung von PGIM Investitionsmöglichkeiten ergeben.

Auch auf der Nachfrageseite sieht der Vermögensverwalter Unterschiede zum Hotelmarkt. Übernachtungen auf Campingplätzen seien tendenziell besser vorhersehbar als Hotelübernachtungen, die stärker von internationalen Reisebewegungen abhingen. Sollte das Angebot weiter sinken und die Nachfrage stabil bleiben, könne sich die Auslastung im Bereich der Freiluftunterkünfte weiter verbessern.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Das ehemalige Boutiquehotel Stadthalle in Wien firmiert nach einer Übernahme durch die Münchner Gruppe ab sofort unter dem Namen Cocoon Wien Westbahnhof und setzt auf digitale Prozesse sowie nachhaltige Konzepte.

Das Gastgewerbe erlebt weiterhin schwierige Zeiten. Viele Gäste schauen auf das Geld, aber die Preise steigen. Aushilfen und Fachpersonal sind schwer zu finden. Krankheitsbedingte Ausfälle verschärfen die Situation.

Nach einem Bericht der Immobilien Zeitung sollen die Eigentümer des Adlon-Fonds über den Verkauf des Berliner Hotels Adlon abstimmen. Der vorgeschlagene Mindestverkaufspreis liegt demnach bei 280 Millionen Euro.

Accor erweitert sein Portfolio in den USA und nimmt das Treasure Island-Hotel in die Handwritten Collection auf. Für den Konzern ist es der erste Hotelstandort auf dem Las Vegas Strip und zugleich das größte Haus im weltweiten Accor-Netzwerk.

Für René Benkos frühere Villa in Innsbruck-Igls wird eine neue Nutzung geprüft. Das Grundstück war bis 2016 bereits Standort des Schlosshotels Igls und könnte nach den aktuellen Überlegungen wieder touristisch genutzt werden. Das Thema ist nicht neu.

Wyndham eröffnet das Tryp by Wyndham The Hague Scheveningen in den Niederlanden. Das Hotel befindet sich in einem Gebäude aus den 1960er-Jahren im geschützten Teil von Scheveningen und wurde vollständig renoviert.

Der Staatsanwalt von San Francisco hat Klage gegen Online-Buchungsplattformen eingereicht. In der Klageschrift wird den Betreibern vorgeworfen, gezielt Internetseiten geschaltet zu haben, um Verbraucher über die Herkunft der Portale zu täuschen.

Marriott International legt die ausführlichen Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 vor, steigert den Gewinn und hebt angesichts stabiler globaler Reisetrends die Jahresprognose an.

Am 1. August 1996 startete die Deutsche Hotelklassifizierung. Drei Jahrzehnte später ist aus einem anfangs durchaus kontrovers diskutierten Branchenprojekt ein bundesweit etabliertes Orientierungssystem geworden.

Die Odyssey Hotel Group übernimmt das Management des The Westin Grand Berlin, des The Westin Leipzig, des Radisson Blu Hotel Leipzig und des Mercure Hotel Potsdam City. Mit den vier Hotels erweitert das Unternehmen sein Portfolio um mehr als 1.200 Zimmer und baut seine Präsenz in Deutschland aus.