Irene Bakker und Haakon Herbst betreiben Design-Hotel auf Welterbe-Standort

| Hotellerie Hotellerie

Die Hotelfriends-Gruppe von Irene Bakker und Haakon betreibt ab Sommer 2019 ein Design-Hotel auf der dem Welterbe gehörenden Zeche Zollverein in Essen. Auf dem ehemaligen Materialsammelplatz der Gründerschachtanlage, in direkt Nachbarschaft zum Neubau der Folkwang Universität, entsteht ein Hotel mit 67 individuell gestalteten Zimmern. Die Eröffnung des dann sechsten Hotels der Friends-Gruppe ist für Juni 2019 geplant. Herbst und die Bauherren von Kölbl Kruse setzen mit dem Haus bewusst nicht auf Bergbau-Romantik. „Wir müssen es schaffen, dass das Hotel unabhängig vom Reiseanlass Gäste anzieht“ sagte Herbst der WAZ.

Die Zeche und Kokerei Zollverein in Essen ist Wahrzeichen des Ruhrgebiets, Monument der Industriekultur und Symbol für den Wandel der einst größten Steinkohlenzeche der Welt zu einem attraktiven Standort für Kultur und Freizeit, Bildung und Wirtschaft. Zollverein steht heute für eine identitätsstiftende Erinnerungskultur des Ruhrgebiets und gleichzeitig für zukunftsweisende Standortentwicklung. Rund 100 Hektar umfasst das Gelände der Zeche und Kokerei Zollverein. Seit der Stilllegung der Zeche im Jahr 1986 und der Kokerei im Jahr 1993 wurden die Anlagen sukzessive saniert und für neue Nutzungen ertüchtigt. Mit rund 1,5 Millionen Gästen pro Jahr (2011–2017) ist das UNESCO-Welterbe Zollverein heute größte Touristenattraktion der Region. Neben der monumentalen Industriearchitektur von Fritz Schupp und Martin Kremmer sind es vor allem die musealen und kulturellen Angebote, die Besucher von nah und fern anziehen. Dazu zählen Führungen durch die original erhaltenen Übertageanlagen der Zeche und Kokerei im Denkmalpfad Zollverein, die Dauerausstellung und wechselnde Sonderausstellungen des Ruhr Museums, das Red Dot Design Museum und Kulturveranstaltungen wie die ExtraSchicht oder Konzerte. Freizeitmöglichkeiten und saisonale Highlights – z.B. der Zollverein Park, das Werksschwimmbad und die Zollverein Eisbahn – runden das Angebot ab.

Auch als Eventlocation hat sich Zollverein einen Namen gemacht, bereits mehrfach wurde das Welterbe als beste Eventlocation Deutschlands ausgezeichnet. Mehr als 40 Räume und Gebäude bieten Platz für ganz unterschiedliche Anlässe wie Kongresse, Tagungen, Firmenevents, Produktpräsentationen oder private Feiern. 2017 eröffnete die Grand Hall Zollverein in der ehemaligen Sauger- und Kompressorenhalle auf der Kokerei mit 4.000 Quadratmetern Veranstaltungsfläche und einer Kapazität von bis zu 2.500 Personen. Darüber hinaus entwickeln die Stiftung Zollverein und ihre Partner das Welterbe kontinuierlich zu einem innovativen Wirtschaftsstandort. Museen und künstlerische Ateliers nutzen die ehemaligen Betriebsgebäude ebenso wie rund 40 junge Kreativunternehmen.

In den kommenden Jahren liegt der immobilienwirtschaftliche Schwerpunkt auf den beiden Quartieren Kokerei und Schacht 1/2/8. Erste Meilensteine wurden bereits realisiert: So zogen beispielsweise in das vollständig sanierte Kammgebäude auf der Kokerei 2016 sechs neue Mieter ein. Im Herbst 2017 wurde der Neubau der Folkwang Universität der Künste für den Fachbereich Gestaltung auf dem ehemaligen Materiallagerplatz von Schacht 1/2/8 eröffnet. In unmittelbarer Nähe sollen 2018 die Arbeiten für einen Hotelneubau beginnen. 2017 wurde außerdem der Neubau des Verwaltungssitzes von RAG-Stiftung und RAG Aktiengesellschaft am südwestlichen Rand der Kokerei Zollverein fertiggestellt. Bereits 2012 hat die RAG-Tochter RAG Montan Immobilien GmbH ihren Sitz auf der Kokerei bezogen – die Initialzündung für den Ausbau des Geländes als nachhaltiger Unternehmensstandort. In der Planung befindet sich aktuell der EUREFCampus des Berliner Investors und Projektentwicklers Reinhard Müller – der ehemalige Gasometer der Kokerei Zollverein sowie angrenzende Anlagen und Flächen sollen dafür ab 2018 zu einem Gründerzentrum umgebaut werden.

Zurück

Vielleicht auch interessant

IHG Hotels & Resorts hat die Unterzeichnung von Kimpton Lissabon bekanntgegeben, dem ersten Kimpton Hotels & Restaurants in der portugiesischen Hauptstadt. Das Hotel, das Anfang 2025 eröffnet werden soll, ist das zweite Kimpton in Portugal.

In Frankfurt am Main wird die neue Ascott-Marke lyf ihre Deutschlandpremiere feiern. Wie The Ascott Limited bekanntgab, wird das erste lyf in Deutschland im Frankfurter Ostend, nahe der Europäischen Zentralbank (EZB) die Türen öffnen.

Die Hotellerie verzeichnet im Jahr 2023 steigende Umsätze. In den meisten teilnehmenden Häuser am Ranking der Top-100-Markenhotels in Deutschland der ahgz (dfv Mediengruppe) legten Raten und Auslastung erneut zu.

Marriott gibt die eigenen Expansionspläne für Polen bekannt: In den kommenden Jahren sollen mehr als zehn neue Hotels dem Portfolio hinzugefügt werden, darunter die Einführung von zwei bisher nicht vertretenen Marken.

Leonardo Hotels Central Europe hat im Januar die dritte Partnerschaft mit großen israelischen Institutionen geschlossen. Die Partnerschaft soll die weitere Expansion vom angestammten Business­markt in das Segment der Urlaubsreisen beschleunigen.

Hilton will das eigene Resort-Portfolio in Europa rasch erweitern. Zehn Hotels mit mehr als 1.500 Zimmern sollen rechtzeitig zum Sommer unter den Marken Curio Collection by Hilton, Tapestry Collection by Hilton und DoubleTree by Hilton eröffnet.

Nach New York, Hamburg und Nürnberg hat die Motel One-Gruppe jetzt ein The Cloud One-Hotel in Prag. Das Haus will einen Hauch Prager Tradition bieten und verfügt über eine Rooftop-Bar mit Blick auf die Altstadt. Sehenswürdigkeiten wie die Karlsbrücke oder die Prager Burg sind nur einen kurzen Spaziergang entfernt.

Im Jahr 2023 erreichte das Serviced-Apartment-Segment in Deutschland eine durchschnittliche Jahresauslastung von 82 Prozent. Im Vorjahr waren es 80 Prozent, 2019 im Vergleich „nur“ 77 Prozent, so die Zahlen von Apartmentservice, die seit 2011 erhoben werden.

Die Immobilienberatung Cushman & Wakefield (C&W) verzeichnete im 1. Quartal 2024 ein Transaktionsvolumen im Hotelsegment von insgesamt 260 Millionen Euro. Dies stellt im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs von 30 Prozent dar, der aber größtenteils auf den Verkauf des „Hotel de Rome“ in Berlin zurückzuführen ist.

Den Hotelverband Deutschland (IHA) erreicht aktuell die Meldung einer Betrugsmasche über den Messaging-Dienst von Expedia, so der Verband. Diese Betrugsversuche seien bisher fast ausschließlich über die Kommunikationsdienste von Booking.com beobachtet worden. Nun scheine auch Expedia betroffen zu sein.