Über Weiterleitungen von großen Sprachmodellen kommen bei Booking.com bislang deutlich weniger als ein Prozent der gebuchten Übernachtungen zustande. Das erklärte Finanzvorstand Ewout Steenbergen am 3. November 2026 im Analystengespräch zu den Geschäftszahlen des dritten Quartals. Zwar hätten sich die Weiterleitungen von KI-Systemen in den vergangenen Wochen beschleunigt, ihr Anteil am Buchungsgeschäft sei jedoch weiterhin gering. Der Mutterkonzern Booking Holdings entwickelt gleichzeitig eigene KI-Anwendungen und arbeitet mit externen Technologieunternehmen zusammen.
Booking Holdings registriert mehr Weiterleitungen durch große Sprachmodelle
Steenbergen berichtete, dass die unbezahlten Weiterleitungen nach der Veröffentlichung neuer ChatGPT-Modelle zugenommen hätten. Die neuen Modelle hätten häufiger auf Angebote des Unternehmens verwiesen und dadurch zusätzlichen Besucherverkehr erzeugt. Auch bezahlte Weiterleitungen nähmen zu. Booking Holdings weite dafür die Zusammenarbeit mit OpenAI auf zusätzliche Märkte aus und teste unterschiedliche Ansätze.
Auf Nachfrage eines Analysten erklärte der Finanzvorstand, dass sich bislang kein einzelner KI-Anbieter durch ein besonders starkes Wachstum der Weiterleitungen abhebe. Das gesamte Aufkommen sei weiterhin sehr gering. Nach Einschätzung des Unternehmens erreiche der überwiegende Teil des entsprechenden Besucherverkehrs Booking Holdings. Diese Einschätzung stütze sich auf Daten externer Anbieter.
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Booking Holdings erläutert wirtschaftliche Vorteile der Zusammenarbeit mit KI-Agenten
Booking Holdings arbeitet nach Angaben der Konzernführung mit Meta, OpenAI, Google, Anthropic und Amazon zusammen. Der Konzern verfolgt dabei mehrere Ansätze: Er entwickelt eigene KI-Anwendungen, beteiligt sich an neuen Vertriebskanälen und setzt künstliche Intelligenz zur Verbesserung interner Abläufe ein.
Steenbergen verwies im Analystengespräch auf die wirtschaftlichen und technischen Anforderungen, die mit der direkten Anbindung zahlreicher Unterkunftsanbieter verbunden seien. Für Betreiber übergreifender KI-Agenten wäre es nach seiner Einschätzung kostspielig, 4,7 Millionen Unterkünfte einzeln anzubinden und dabei aktuelle Informationen über Preise und Verfügbarkeiten bereitzustellen.
Der Finanzvorstand erklärte, dass KI-Anbieter deshalb an einer Zusammenarbeit mit Vermittlungsplattformen interessiert seien, die solche Informationen gebündelt anbieten könnten. Gleichzeitig befänden sich die neuen Anbieter noch in einer Phase, in der sie unterschiedliche Geschäfts- und Vergütungsmodelle erprobten. Booking Holdings sehe darin Möglichkeiten, über zusätzliche Vertriebskanäle Kunden zu gewinnen.
Glenn Fogel verweist auf die Bedeutung unabhängiger Unterkunftsanbieter
Konzernchef Glenn Fogel erläuterte im Analystengespräch die Zusammensetzung des über Booking.com vermittelten Geschäfts. Auf die zehn größten Hotelketten weltweit entfalle lediglich ein niedriger zweistelliger Prozentanteil der gebuchten Übernachtungen. Der überwiegende Teil stamme dagegen von unabhängigen Hotels und alternativen Unterkünften.
Kleinere und mittelgroße Unterkunftsanbieter seien nach Einschätzung Fogels häufig nicht in der Lage, sich selbst effizient weltweit zu vermarkten. Booking Holdings ermögliche diesen Betrieben den Zugang zu internationalen Reisenden und stelle zusätzliche Dienstleistungen bereit. Dazu gehörten unter anderem Zahlungsdienstleistungen, Kundenservice und Werkzeuge zur Auswertung der Reisenachfrage.
Priceline und Agoda melden höhere Buchungsquoten bei KI-Nutzern
Bei den eigenen KI-Anwendungen berichtete Steenbergen über erste Nutzungskennzahlen. Nutzer des KI-Assistenten Penny von Priceline und des Agoda AI Assistant hätten ungefähr doppelt so hohe Buchungsquoten wie Nutzer ohne diese Anwendungen. Bei Agoda liege zudem der durchschnittliche Buchungswert der KI-Assistenten-Nutzer rund 20 Prozent über dem Wert der Nichtnutzer. Die Angaben beziehen sich auf Vergleiche zwischen den jeweiligen Nutzergruppen.
Auch bei Booking.com nehme die Nutzung KI-gestützter Suchfunktionen zu. Die Zahl der täglichen Besucher der KI-Reisesuche sei im dritten Quartal zehnmal so hoch gewesen wie im zweiten Quartal 2026.
Mit Lola und Vayo hat Booking Holdings außerdem zwei neue KI-Angebote eingeführt. Lola wurde im September gestartet und ermöglicht den Zugang zu Reise-, Restaurant- und Veranstaltungsangeboten verschiedener Plattformen über eine dialogbasierte Anwendung mit Mitgliedschaftsmodell. Vayo soll Reisende von der Planung über die Buchung bis darüber hinaus begleiten. Dazu könne die Anwendung bestehende Reservierungen aus E-Mails zusammenführen, personalisierte Vorschläge erstellen und Preisänderungen überwachen.
OpenTable meldet 190.000 bewirtete Gäste über OpenAI im September
Auch die Restaurantreservierungsplattform OpenTable ist in externe KI-Anwendungen eingebunden. Nach Angaben des Unternehmens wurden über die Integration mit OpenAI im September 2026 190.000 Restaurantgäste tatsächlich bewirtet. Die Kennzahl bezeichnet sogenannte seated covers und erfasst damit wahrgenommene Restaurantplätze, nicht die Zahl unterschiedlicher Personen.
Konzernchef Fogel bezeichnete die Integration mit OpenAI als einen der am schnellsten wachsenden Vertriebskanäle von OpenTable, allerdings ausgehend von einem niedrigen Niveau. OpenTable wurde zudem als erster Restaurantpartner in den KI-Assistenten Muse von Meta eingebunden. Auch Agoda ist in Asien als Partner über Muse verfügbar und verbindet den Dienst mit seinem eigenen KI-Assistenten.
Booking Holdings will die eigenen Anwendungen und die Zusammenarbeit mit externen KI-Plattformen weiterentwickeln. Eine konkrete Prognose dazu, welchen Anteil Verweise großer Sprachmodelle künftig an den über Booking.com gebuchten Übernachtungen erreichen könnten, nannte die Konzernführung nicht.
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