Kleine Hotels und Gasthöfe verlieren in NRW an Boden

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Die Zahl der Beherbergungsbetriebe in Nordrhein-Westfalen ist zwischen 2015 und 2025 deutlich gesunken, während zugleich mehr Betten angeboten wurden. Nach Angaben von Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) wurden 2025 insgesamt 4.869 Betriebe gemeldet. Zehn Jahre zuvor waren es noch 5.401 gewesen. Das entspricht einem Rückgang von rund zehn Prozent.

Bei den geöffneten Betrieben sank die Zahl im selben Zeitraum um rund acht Prozent. Waren 2015 noch 5.060 Betriebe geöffnet, wurden 2025 nach Angaben des Statistischen Landesamtes 4.677 gezählt. Die dpa verweist zugleich auf eine Trendwende im jüngsten Berichtsjahr: Gegenüber 2024 sei die Zahl der geöffneten Betriebe um 213 gestiegen. Es habe sich um den ersten Zuwachs innerhalb der betrachteten Elf-Jahres-Reihe gehandelt.

Trotz der langfristig gesunkenen Betriebszahl wuchs das Bettenangebot. 2025 standen 339.172 Betten zur Verfügung, rund elf Prozent mehr als 2015 mit 304.188 Betten.

Ferienwohnungen und Ferienhäuser treiben jüngsten Zuwachs der Betriebe

Der Anstieg im Jahr 2025 entfiel nach dem dpa-Bericht vor allem auf Ferienwohnungen und Ferienhäuser. In diesem Bereich seien 558 geöffnete Betriebe registriert worden, nach 414 im Jahr 2024 und 339 im Jahr 2015.

Auch die Gesamtstatistik einschließlich nicht geöffneter Betriebe zeigt eine deutliche Verschiebung. Die Zahl der Ferienhäuser, Ferienwohnungen und Ferienzentren stieg nach Angaben von IT.NRW von 351 Betrieben im Jahr 2015 auf 569 im Jahr 2025. Das entspricht einem Zuwachs von 62 Prozent.

Anders verlief die Entwicklung bei den Gasthöfen. Ihre Zahl sank von 424 im Jahr 2015 auf 264 im Jahr 2025 und damit um rund 38 Prozent. Insgesamt registrierte die Statistik für 2025 außerdem 1.828 Hotels, 956 Hotels garnis und 292 Pensionen.

Dehoga verweist auf schwierige Lage kleinerer Betriebe im Land

Die dpa führt die gegenläufige Entwicklung von sinkender Betriebszahl und wachsendem Bettenangebot auf eine Marktkonzentration zurück. Es gebe mehr größere Hotels, während kleine Hotels mitunter Schwierigkeiten am Markt hätten.

Thorsten Hellwig, Sprecher des Branchenverbandes Dehoga NRW, verwies gegenüber der dpa auf die Entwicklung der Nachfrage. „Zum Glück ist mit dem Mehr an Betten auch die Zahl der Gäste in den letzten Jahren nach Corona wieder gestiegen“, sagte Hellwig. „Die Entwicklung zeigt: Nordrhein-Westfalen bleibt ein attraktives Reiseziel mit weiterhin viel Potenzial, das bei weitem noch nicht ausgeschöpft ist.“

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes besuchten 2025 rund 25 Millionen Gäste die Beherbergungsbetriebe in Nordrhein-Westfalen. Laut dpa waren dies so viele wie noch nie; gegenüber dem Vorjahr sei die Zahl um 2,2 Prozent gestiegen.

Mit Blick auf den Rückgang der Betriebszahlen erklärte Hellwig, die wirtschaftliche Situation habe sich gerade für kleinere Betriebe verschlechtert. „Damit die vielen kleinen und mittelständischen Betriebe wirtschaftlich arbeiten und investieren können, brauchen sie bessere Rahmenbedingungen: weniger Bürokratie, mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten und keine zusätzlichen Belastungen wie kommunale Bettensteuern“, sagte der Verbandsvertreter. „Nur so bleibt die vielfältige Beherbergungslandschaft in Nordrhein-Westfalen langfristig erhalten.“

Hotels vereinen weiterhin größten Anteil der Gästeankünfte auf sich

Bei den Gästeankünften entfiel 2025 der größte Anteil auf Hotels. Dort wurden nach Angaben von IT.NRW 57 Prozent aller Ankünfte registriert. Hotels garnis folgten mit rund 23 Prozent. Bei den Übernachtungen kamen Hotels auf einen Anteil von 45 Prozent, Hotels garnis auf 18 Prozent.

Regional wurden die meisten Beherbergungsbetriebe 2025 im Hochsauerlandkreis erfasst. Dort zählte IT.NRW 434 Betriebe, gefolgt von Köln mit 268 Betrieben. Die wenigsten Betriebe gab es in Bottrop und Herne mit jeweils zwölf.

Bei den Gästebetten lag Köln mit 33.454 Betten an der Spitze. Der Hochsauerlandkreis folgte mit 26.486 Betten. Die niedrigsten Werte verzeichneten Herne mit 571 und Bottrop mit 657 Betten.

Die Angaben zu Übernachtungen und Gästeankünften stammen aus der Tourismusstatistik. Erfasst werden geöffnete Beherbergungsbetriebe mit mindestens zehn Gästebetten beziehungsweise Stellplätzen. Die Statistik unterscheidet zwischen der Gesamtzahl der Betriebe und jenen Betrieben, die im jeweiligen Zeitraum von den Betreibern als geöffnet gemeldet wurden.Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


 

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