Konkurrenzkampf mit Booking: Airbnb kauft Hotelbuchungsseite HotelTonight

| Hotellerie Hotellerie

Airbnb drängt weiter in die Hotellerie und kauft die Buchungsplattform HotelTonight. Damit läutet der Zimmervermittler die nächste Runde im Konkurrenzkampf mit Booking ein und positioniert sich als umfassende Reiseplattform. App und Webseite von HotelTonight sollen unabhängig weiterlaufen.

Über einen Kaufpreis wurde bislang nicht berichtet. „Insider“ werden von verschiedenen Medien zitiert und sprechen von 465 Millionen US-Dollar. Der CEO von HotelTonight, Sam Shank, soll demnach zukünftig das Luxushotelgeschäft von Airbnb leiten, auch die meisten Mitarbeiter sollen von Airbnb übernommen werden.

Mit dem Kauf von HotelTonight stellt sich Airbnb im Vorfeld eines möglichen Börsengangs noch breiter auf und heizt den Konkurrenzkampf mit Booking, auf dem Weg zu einer umfassenden Reiseplattform, weiter an. Zu diesem Zweck hatte Airbnb im Januar bereits das dänische Startup Gaest gekauft (Tageskarte berichtete), das eine Plattform aufgebaut hat, über die stunden- oder tageweise Orte für Meetings und andere Veranstaltungen gebucht werden können.

„Wir haben HotelTonight gegründet, weil wir wussten, dass die Leute eine bessere Möglichkeit suchten, ein fantastisches Hotelzimmer auf Abruf zu buchen, und wir freuen uns darauf, gemeinsam mit Airbnb diesen Service für Gäste auf der ganzen Welt anzubieten“, sagte HotelTonight-Chef Shank in einer Erklärung. „Zusammen können HotelTonight und Airbnb den Gästen eine größere Auswahl bieten und werden ein Partner für die besten Boutique- und unabhängigen Hotels der Welt, um diese mit den Gästen zu verbinden.“

Und tatsächlich passt der Kauf von HotelTonight zum Bestreben von Airbnb, mehr Hotels auf die Plattform zu bekommen, um das Angebot von alternativen Unterkünften zu ergänzen. Auf der anderen Seite passt das Last-Minute-Geschäftsmodell von HotelTonight derzeit noch nicht wirklich zur Hauptzielgruppe von Airbnb, den Urlaubern. Noch im Januar reagierte HotelTonight-Mitbegründer und CEO Sam Shank auf Kaufgerüchte einsilbig: „Wir haben solche Gerüchte seit unserer Gründung gehört und kommentieren sie nicht“, sagte der Manager seinerzeit. Jetzt soll der Deal doch vollzogen werden

Das 2010 gegründete HotelTonight mit Sitz in San Francisco wurde laut PitchBook im Jahr 2017 mit 463 Millionen US-Dollar bewertet. Das Unternehmen sammelt „unverkaufte“ Hotelzimmer ein und bietet diese bis zu sieben Tage vor Anreise vergünstigt seinen Kunden an. Insgesamt hat das Startup 131 Millionen Dollar an Risikokapital von Accel und Battery Ventures erhalten, die sich an fast jeder Finanzierungsrunde für HotelTonight beteiligt haben. Weitere frühe Investoren sind Forerunner Ventures und First Round Capital.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Kölner Hopper Hotel St. Josef wurde neugestaltet, die Zimmer und öffentlichen Bereiche erhielten ein neues Designkonzept. Das Projekt verbindet den Erhalt historischer Bausubstanz mit nachhaltigen Materialien und moderner Ausstattung.

Nach einem Bericht des SWR haben zwei Mainzer Hotels sämtlichen Beschäftigten gekündigt. Die Gewerkschaft NGG vermutet einen Zusammenhang mit einer geplanten Betriebsratsgründung, während die Hotelgruppe von dringenden betrieblichen Erfordernissen spricht.

Der geplante Verkauf des ehemaligen Dorint-Hotels am Stausee Bitburg an die Interspa-Gruppe ist gescheitert. Damit können auch die im Frühjahr 2025 vorgestellten Pläne für ein Familien- und Wellness-Resort vorerst nicht umgesetzt werden.

Scandic und Axfast planen in Stockholm ein unterirdisches Hotel mit 135 fensterlosen Zimmern. Das Haus soll 2027 eröffnen und in einem umgebauten Gebäude unter der Drottninggatan, der bekanntesten Einkaufsstraße Stockholms, entstehen.

Limehome hat im ersten Halbjahr 2026 nach eigenen Angaben neue Partnerschaften geschlossen und seine Expansion in mehreren europäischen Märkten fortgesetzt. Dazu gehören ein erstes Projekt mit Aroundtown in Frankfurt sowie weitere Vorhaben in Deutschland, Großbritannien, Italien, Belgien und den Niederlanden.

Der Badische Hof in Baden-Baden nimmt den Betrieb unter der Marke Leonardo Limited Edition wieder auf. Nach einer ersten Phase im Juli folgt im Herbst das offizielle Grand Opening.

Premier Inn baut ihre barrierefreien Angebote aus und treibt die Zertifizierung ihrer Standorte nach dem Standard Reisen für Alle voran. Zudem investiert das Unternehmen in die Inklusion am Arbeitsplatz.

Die Achat Hotels strukturieren ihr Geschäftsmodell um und setzen künftig verstärkt auf Businessgäste. Zudem erhalten die Hoteldirektoren mehr Eigenverantwortung und die IT-Systeme wurden zentralisiert.

In Köln-Deutz soll auf einer Grünfläche ein bis zu 60 Meter hohes Hotel- und Bürogebäude entstehen. Nach einem Bericht des WDR formieren sich dagegen Anwohner und Teile der Kommunalpolitik.

Das traditionsreiche Grand Hotel Europa in Innsbruck hat einen neuen Betreiber. Minor Hotels will das seit Jahren leerstehende Haus nach einer umfassenden Revitalisierung im Jahr 2029 als NH Collection Hotel wieder eröffnen.