MHP Hotel AG erholt sich von Pandemie

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Die MHP Hotel AG hat ihren Jahresabschluss 2022 veröffentlicht und die vorläufigen Zahlen bestätigt. Demnach belief sich der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 104,8 Millionen Euro und übertraf damit die ursprüngliche Prognose von 80 bis 100 Millionen Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen lag bei 0,7 Millionen Euro. Die Belegungsquote des Hotelportfolios lag bei 58 Prozent, der durchschnittlichen Zimmerpreis bei 204 Euro sowie der resultierende Umsatz pro verfügbarem Zimmer (RevPar) bei 119 Euro. Da es sich um die erstmalige Aufstellung eines konsolidierten Abschlusses handelt, liegen keine Vergleichszahlen für die Vorjahre vor.

„Trotz einiger eingetretener Einmaleffekte  sind wir mit der operativen Entwicklung der MHP Gruppe überaus zufrieden. Der anhaltende  Aufschwung hat unsere Erwartungen vom Jahresbeginn deutlich übertroffen. Alle Hotels unseres Portfolios profitieren von der gestiegenen Nachfrage nach dem Ende der Pandemie und der Erholung von Leisure- und Business-Reisen“, so Dr. Jörg Frehse, Vorstandsvorsitzender (CEO) der MHP Hotel AG. „Unser Ziel ist es  einerseits weiter zu wachsen und andererseits  die Profitabilität unseres Geschäftsmodells jenseits von Sondereffekten  zu stärken.“

Ergebnis von Einmaleffekten belastet

Das Jahr 2022 war zu Beginn noch von den auslaufenden Corona-Maßnahmen geprägt, erst im Jahresverlauf kam es zu einer weitergehenden Normalisierung der Belegungszahlen. Der Umsatz von 104,8 Millionen Euro setzt sich mit 80,1 Millionen Euro aus dem Übernachtungsgeschäft, 20,5 Millionen Euro aus der Gastronomie sowie aus sonstigen Erlösen in Höhe von 4,2 Millionen Euro zusammen. Der Materialaufwand lag bei 55,4 Millionen Euro und der Personalaufwand bei 32,4 Millionen Euro. Der Kostenanstieg konnte über höhere Zimmerpreise an die Kunden weitergegeben werden. Zusätzliche Aufwendungen entstanden durch coronabegründete Mitarbeiter- und Management-Boni sowie die Ausgabe von Mitarbeiteraktien an alle Beschäftigten.

Das EBITDA lag bei 0,7 Millionen Euro und aufgrund einmaliger Sondereffekte unter den ursprünglichen Erwartungen. Hintergrund der Abweichung waren im Wesentlichen Rückstellungen in Höhe von 2,8 Millionen Euro sowie Aufwendungen von 0,5 Millionen Euro, die primär aus der anhaltend strittigen Rechtsauslegung im Hinblick auf eine mögliche Rückforderung von Corona-Beihilfen in Österreich resultieren.

Die geplanten Abschreibungen von 6,5 Millionen Euro im Berichtszeitraum betrafen nahezu ausschließlich immaterielle Vermögensgegenstände des Anlage- und Sachvermögens im Rahmen des Börsengangs. Davon resultieren 3,4 Millionen Euro aus der verpflichtenden Aktivierung der Nutzungsrechte der bestehenden Pachtverträge, die mit einem Wert von 62,7 Millionen Euro  bewertet wurden und über ihre Laufzeit linear abgeschrieben werden, sowie 2,6 Millionen Euro Abschreibungen auf Firmenwerte, die ebenfalls auf die Erstkonsolidierung im Zuge des Börsengangs entfallen. Die Abschreibungen sind der wesentliche Grund für den Jahresfehlbetrag auf HGB-Basis in Höhe von 7,3 Millionen Euro.

Die Bilanzsumme des Konzerns lag zum 31. Dezember bei 119,4 Millionen Euro. Das Eigenkapital lag bei 54,3 Millionen Euro, was einer Eigenkapitalquote von 45,5 Prozent entspricht.

Zum 31. Dezember 2022 hat sich die Liquidität der MHP Gruppe um 1,4 Millionen Euro auf 13,9 Millionen Euro erhöht. Zudem konnten im Geschäftsjahr 2022 wesentliche nicht operative Verbindlichkeiten in Höhe von 13,7 Mio. Euro, die aus der Pandemiezeit und dem Reverse-IPO resultierten, getilgt werden. Davon wurden rund 8,0 Millionen Euro in bar sowie 5,7 Millionen Euro in Aktien der Gesellschaft oder durch die Verrechnung mit Forderungen zurückgeführt.

„Die Sondereffekte auf das EBITDA in diesem Jahr sind Einmaleffekte und Zeichen unserer vorsichtigen Planung. Das EBITDA bleibt daher, aufgrund seiner Nähe zum erwirtschafteten Cash Flow, bestimmend für unsere operative Performance, während das Konzernergebnis auch künftig einerseits von den geplanten Abschreibungen auf die Pachtverträge und andererseits von dem Gewinnen aus der operativen Tätigkeit bestimmt wird, die den Abschreibungen gegengerechnet werden“, erläutert Ralf Selke, Finanzvorstand (CFO) der MHP Hotel AG, das Ergebnis.

Ausbau des Hotel-Portfolios in der DACH-Region

Zum Ende des Geschäftsjahres 2022 gehörten neun Hotels zum Portfolio der MHP Gruppe. Allein im Berichtsjahr eröffnete Munich Hotel Partners (MHP) mit dem Autograph Collection Hotel Luc in Berlin, dem JW Marriott Hotel Frankfurt sowie dem Basel Marriott Hotel gleich drei Häuser im Premiumsegment. Damit verfügt das Unternehmen aktuell über 2.167 Zimmer und Suiten in der DACH-Region. In München wurde im Geschäftsjahr zudem ein langfristiger Pachtvertrag für den Betrieb des ehemaligen Königshofs am Karlsplatz/Stachus geschlossen. 

Im Herbst kündigte MHP zudem an, dass der Expansionskurs mit dem ersten Conrad Hotels & Resorts in Hamburg fortgesetzt wird. Dort wird im Levantehaus im Jahr 2025 erstmals ein Haus der Hilton Luxusmarke in Deutschland eröffnet. 283 Zimmer und Suiten werden nach einer Modernisierung der Immobilie im Rahmen eines Franchisevertrags zum Portfolio von MHP gehören. Nach der Kooperation mit Marriott International gewinnt MHP mit Hilton Worldwide einen weiteren global agierenden Franchisepartner. 

Ausblick

Im ersten Quartal 2023 hat sich die Erholung weiter fortgesetzt. Wie MHP in seinem jüngsten Hotel Performance Update für das erste Quartal veröffentlichte, stieg die Belegungsquote (ohne das Joint-Venture in Basel) von 27,4 Prozent im ersten Quartal 2022 auf 60,5 Prozent im ersten Quartal 2023 und lag nahezu auf dem Vor-Corona-Niveau von 63,4 Prozent im ersten Quartal 2019. Der durchschnittliche Zimmerpreis belief sich im ersten Quartal 2023 auf 189 Euro und lag damit sowohl signifikant über dem Vorjahreswert von 160 Euro als auch über dem Niveau des ersten Quartals 2019 (166 Euro). Entsprechend verbesserte sich auch die zentrale Kennzahl Umsatz pro verfügbarem Zimmer (RevPar) von 105 Euro vor Corona (erstes Quartal 2019) auf 114 Euro im ersten Quartal 2023. Steigende Kosten im operativen Geschäft können über ein dynamisches Preissystem in Form von höheren Zimmerraten weitgehend kompensiert werden.

Für das laufende Jahr erwartet MHP eine weitere Normalisierung der Reisetätigkeit in allen Segmenten. Dementsprechend geht das Unternehmen davon aus, dass, sofern es zu keinen weiteren externen Schocks für die Wirtschaft kommt, Auslastung und Preise weiter steigen. Zudem erwartet der Vorstand für den europäischen Hotelmarkt eine weitere Konsolidierung, bei der die MHP Hotel AG eine aktive Rolle einnehmen möchte. Dementsprechend werden laufend Projekte, die der Expansionsstrategie  mit Blick auf Lage, Segment und Marktpotenzial entsprechen, hinsichtlich ihres Beitrags zum profitablen Wachstum der MHP Gruppe geprüft.

Auf Basis des derzeitigen Portfolios erwartet das Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr 2023 einen stark steigenden Umsatz (2022: 104,8 Millionen Euro) und ein stark steigendes EBITDA (2022: 0,7 Millionen Euro). Auch der Umsatz pro verfügbarem Zimmer (RevPar) soll stark steigen.


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