Minor Hotels forciert globale Expansion und setzt auf neue Marken

| Hotellerie Hotellerie

Nach einem Jahr mit einer Rekordzahl an Vertragsabschlüssen richtet die internationale Hotelgruppe Minor Hotels ihre Strategie für das Jahr 2026 neu aus. Das Unternehmen, das aktuell über 640 Hotels weltweit betreibt, konzentriert sich verstärkt auf ein wachstumsorientiertes Modell, bei dem die Kapitalbindung minimiert wird. Im Mittelpunkt stehen dabei die Diversifizierung des Portfolios, der Ausbau des Franchising-Geschäfts sowie eine geografische Neugewichtung der Präsenz.

Fokus auf kapitalschonendes Wachstum

Für das erste Quartal 2026 rechnet die Gruppe mit rund 25 neuen Vertragsabschlüssen, nachdem im Vorjahr bereits der Rekordwert von 40 Hotelverträgen erreicht wurde. Die aktuelle Projektliste des Unternehmens ist die umfangreichste in der Firmengeschichte. Ein wesentlicher Pfeiler der Strategie ist der Übergang zu einem kapital-effizienten Modell. Mittlerweile sind 87 Prozent der geplanten Projekte als sogenannte Asset-light-Modelle konzipiert, was eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr bedeutet.

Dillip Rajakarier, Vorstandsvorsitzender der Muttergesellschaft Minor International, betont die Bedeutung dieser Entwicklung: „Das Tempo der jüngsten Vertragsunterzeichnungen spiegelt das starke Vertrauen der Eigentümer in unsere Marken und unsere Plattform wider. Das Wachstum durch eine höhere Mischung aus Managementverträgen und Franchising ermöglicht es uns, mit Disziplin zu skalieren.“

Regionale Schwerpunkte und Markteintritte

Geografisch plant Minor Hotels eine stärkere Gewichtung in den Regionen Naher Osten und Asien. Mehr als 60 Prozent der für das erste Quartal 2026 erwarteten Abschlüsse entfallen auf diese Märkte. Damit möchte das Unternehmen ein Gegengewicht zu seiner starken Position in Europa schaffen, wo derzeit mehr als die Hälfte des Portfolios angesiedelt ist.

Gleichzeitig forciert die Gruppe den Markteintritt in Nordamerika. Geplant sind Eröffnungen in Metropolen wie New York und Miami sowie in der Karibik. Dabei sollen auch Marken aus dem Luxussegment zum Einsatz kommen. In Europa und den USA liegt das Hauptaugenmerk zudem auf dem Ausbau des Franchisings, insbesondere für die Marken NH Hotels & Resorts sowie iStay.

Einführung neuer Marken und Wohnkonzepte

Das Jahr 2026 steht im Zeichen diverser Markeneinführungen. Mit der Minor Reserve Collection und der Colbert Collection schafft das Unternehmen Angebote für unabhängige Hoteleigentümer, die ihre Individualität bewahren, aber von der globalen Vertriebsstärke der Gruppe profitieren möchten. Zudem werden die Marken iStay Hotels und The Wolseley Hotels weiter im Markt positioniert.

Ein weiterer zentraler Wachstumstreiber sind die sogenannten Branded Residences. Rund 20 Prozent der Projekte in der Pipeline beinhalten eine Wohnkomponente. Besonders bei den Luxusmarken Anantara und Tivoli machen kombinierte Hotel- und Wohnprojekte bereits die Hälfte der geplanten Vorhaben aus.

Kapitaloptimierung durch Börsengang

Um die Expansion finanziell zu unterstützen, plant die Muttergesellschaft Minor International die Notierung eines Immobilien-Investmentfonds (REIT). Der Börsengang ist für Mitte 2026 vorgesehen und soll ausgewählte Hotelimmobilien aus Europa und Asien umfassen. Ziel dieser Maßnahme ist es, Kapital aus bestehenden Immobilienbesitzen freizusetzen und dieses in die Entwicklung neuer Märkte und Marken zu reinvestieren.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Airbnb testet bei ausgewählten Gastgebern „Direct Booking Links“ mit reduzierten Servicegebühren. PhocusWire berichtet von sechs beziehungsweise zehn statt 15,5 Prozent, wenn eine Buchung über einen vom Gastgeber verbreiteten Link zustande kommt.

Die Odyssey Hotel Group hat einen Betreibervertrag für das Mövenpick Hotel Münster mit 224 Zimmern und Suiten abgeschlossen. Das zuvor von Revo Hospitality betriebene Haus soll umfassend renoviert werden.

Ein Gast bewertet eine Unterkunft auf Booking.com mit einem von zehn Punkten, obwohl er dort nicht übernachtet hat. Das Landesgericht Bozen ordnete die Löschung der Rezension an und setzte für Verzögerungen eine Zahlung von 50 Euro pro Tag fest.

B&B Hotels eröffnet ein neues Hotel in Bad Oeynhausen. Das Unternehmen wird bis Ende 2028 im bis dahin umgebauten und modernisierten City Center Neo ein Haus mit rund 100 Zimmern in Betrieb nehmen.

Die Hotelgruppe Mangias Hotels und Resorts hat an der Südostküste Siziliens das Iconas Costa Ragusa Resort eröffnet. Dabei handelt es sich um das erste Anwesen der neu eingeführten Luxusmarke Iconas Collection.

Seekda hat einen Sicherheitsvorfall in seinen Systemen bestätigt. Der ORF berichtet über betrügerische Nachrichten an Hotelgäste, während die Österreichische Hotelvereinigung von ersten Meldungen seit Ende Juli berichtet und Hotels Informationen zum Umgang mit Datenverlusten bereitstellt.

Das erst Anfang Mai eröffnete Holiday Inn – the niu Quay im Harburger Binnenhafen soll nach Medienberichten rund 340 Geflüchtete aus der Ukraine aufnehmen. Politiker aus CDU, SPD und FDP kritisieren die geplante Nutzung und fordern Aufklärung über Beteiligung und Kosten.

Hitzewellen beeinflussen nach Beobachtungen von HotellerieSuisse das Buchungsverhalten. Während Gäste kurzfristiger Aufenthalte in den Bergen buchen, berichtet ein Basler Hotel von Stornierungen an besonders heißen Tagen und investiert in die Kühlung seines Gebäudes.

IHA-Chef Markus Luthe kritisiert Aussagen von Booking-Chef Glenn Fogel zu den früheren Preisparitätsklauseln. Anlass ist ein Handelsblatt-Interview vor dem Hintergrund einer in Amsterdam anhängigen Sammelklage von 10.783 Hotels.

Anzeige

Der raue Ton, für den die Hotellerie lange bekannt war, funktioniert heute nicht mehr: Führung muss neu gedacht werden, um Mitarbeiter langfristig zu halten und ihnen einen Purpose zu geben, sagt Bernhard Patter, Geschäftsführer der diavendo GmbH. Im Gespräch mit Host Oliver Meyer gibt er in der neuen Folge des HotelPartner-Podcasts „AUSGEBUCHT!“ Tipps, wie Hoteliers mit guter Führung ihre Bottom Line aufbessern.