Motel One-Gründer - Dieter Müller schon bald erster deutscher Hotel-Milliardär?

| Hotellerie Hotellerie

Artikel vom 11.4.2023

Laut Forbes-Schätzung liegt das aktuelle Nettovermögen von Motel One-Gründer Dieter Müller bei rund 510 Millionen Euro. Wenn Müller seine Anteile behalte und Motel One weiter wachse wie bisher, könnte er bereits 2025 zum Milliardär werden, mutmaßt das Magazin. Müller wäre dann wohl der erste deutsche Hotel-Milliardär.

Weiter schreibt das Magazin, dass ein Börsengang es Müller erlauben würde, das Geld auch tatsächlich einzunehmen. Dieter Müller halte derzeit indirekt rund 25 Prozent der Anteile und fast 60 Prozent der Stimmrechte an der Gruppe. Neben dem Gründer ist auch Daniel Hopp, Sohn von SAP-Gründer Dietmar Hopp an Motel One beteiligt. Ein Private-Equity-Vehikel der US-Großbank Morgan Stanley halte 35 Prozent an der Motel One GmbH, sagt die Zeitschrift.

Für Müller sei das Geld allerdings kein so großer Antrieb, zitiert Forbes den Unternehmer: „Wenn man anfängt, ist der Unternehmenswert das Letzte, woran man denkt. Man will eine Vision umsetzen oder ein Produkt etablieren. Der Wert eines Unternehmens ist ja nur das Ergebnis all der Dinge, die man macht. Man nimmt das dann freudig zur Kenntnis.“

Die Hotelkette war 2020 und 2021 von der Corona-Pandemie hart getroffen worden und hatte hohe Verluste geschrieben, gemindert durch staatliche Corona-Hilfen.

Die Motel One Group hat das Jahr 2022 gerade allerdings mit einem Umsatz von 639 (Vj. 238) Millionen Euro abgeschlossen – dem bislang höchsten Umsatz der Unternehmensgeschichte. Nach dem Wegfall der Corona-Restriktionen ab April 2022 hat sich das Geschäft schnell stabilisiert. So lag die Auslastung des zweiten Halbjahres einschließlich aller Neueröffnungen bereits wieder bei durchschnittlich 75 Prozent. Bezogen auf das volle Geschäftsjahr konnte eine Auslastung von 64 (Vj. 30) Prozent und ein Umsatz pro verfügbarem Zimmer von 73 (Vj. 30) Euro realisiert werden.

Auch das Ergebnis schließt wieder an das hohe Vor-Corona Niveau an. Das EBITDA von 171 Millionen Euro bedeutet einen Anstieg von mehr als 200 Millionen Euro im Vergleich zu 2021 und befindet sich damit wieder auf dem Vor-Corona Niveau von 2019. Somit konnte ein Gewinn vor Steuern in Höhe von 116 (Vj. 0) Millionen Euro ausgewiesen werden.

Die Hotelkette Motel One will ihre Expansion fortsetzen und plant derzeit 28 neue Häuser. Ende 2022 waren weltweit 88 Hotels mit 24 752 Zimmern in Betrieb, wie das Münchner Unternehmen kürzlich bei einer Bilanzpressekonferenz mitteilte. Mit den 28 derzeit im Bau befindlichen oder geplanten Standorten sollen weitere 7040 Zimmer dazu kommen. Unter anderem sollen im Laufe der nächsten Jahre je ein Haus in Wien und Lissabon eröffnet werden.

Für dieses Jahr eingeplant sind unter anderem Eröffnungen in Rotterdam, Dublin und Mannheim. Daneben will das Unternehmen weitere Häuser unter der neuen Marke «The Cloud One» in Betrieb nehmen. (mit dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Arcotel Hotels ziehen Bilanz ihrer Umweltschutzinitiative und melden eine Spendensumme von einer Million Euro seit dem Jahr 2015. Neben dem freiwilligen Verzicht auf Zimmerreinigungen setzt das Unternehmen auf hoteleigene Bienenstöcke und Bildungsprojekte für Kinder.

Marriott International wandelt die Münchner Immobilie Dein Apart in ein Hotel der Marke Element by Marriott um. Das Haus in Unterföhring soll im September 2026 mit 561 Studios und Apartments für längere Aufenthalte eröffnen.

Das 25hours Hotel beim MuseumsQuartier in Wien hat die Neugestaltung des Lobbybereichs abgeschlossen. Neben veränderten Raumstrukturen und Arbeitsbereichen wurde das Design grundlegend überarbeitet.

Die Kempinski Group will künftig wieder stärker auf eigene Hotelimmobilien setzen. Konzernchefin Barbara Muckermann begründet den Strategiewechsel mit veränderten Erwartungen wohlhabender Gäste: „Sie bezahlen für etwas Unverwechselbares. Sie bezahlen nicht für Vanillejoghurt.“

Der Gassenhof in Ratschings bei Sterzing kündigt für den Sommer 2026 umfangreiche Neuerungen an. Geplant sind neue Suiten, zusätzliche Familienbereiche im Wellnessangebot sowie ein neues Restaurantkonzept.

Das ehemalige Hotel Schloss Spyker auf Rügen soll im Juni 2026 zwangsversteigert werden. Der angesetzte Verkehrswert für das frühere Hotelensemble liegt laut amtlicher Bekanntmachung bei 2,84 Millionen Euro.

Die Dormero Hotelgruppe übernimmt das Hotel Mader im oberösterreichischen Steyr mit 59 Zimmern. Das Unternehmen erweitert damit seine Präsenz auf dem österreichischen Markt auf insgesamt fünf Hotelstandorte und prüft bereits weitere Objekte.

BWH Hotels hat Gäste über einen monatelangen Zugriff auf Reservierungsdaten informiert. Laut einem Schreiben des Technologiechefs Bill Ryan waren personenbezogene Daten betroffen, Zahlungsinformationen jedoch nicht.

Laut einer Marktanalyse von Christie & Co erzielen privat geführte Hotels in Wien höhere Zimmerpreise als Markenhotels. Gleichzeitig nimmt der Wettbewerbsdruck im Wiener Hotelmarkt nach Angaben des Unternehmens weiter zu.

Das Wirtschaftsmagazin Forbes führt den Motel-One-Mitgründer Dieter Müller in seiner aktuellen Liste der Milliardäre. Nach Angaben des Magazins verfügt Müller über ein Vermögen von 1,3 Milliarden US-Dollar. In der weltweiten Rangliste wird er auf Platz 2994 geführt.