mrp Hotels sieht positive Aussichten am Hotelinvestmentmarkt

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In einem am 1. März abgehaltenen Webinar gingen mrp Hotels gemeinsam mit Union Investment und Investment-Manager Christoph Eichbaum auf aktuelle Themen und Herausforderungen des Hotelmarktes ein und wagten einen vorsichtigen Ausblick auf die nächsten Monate.

Einleitend sprach Gabriel Felbermayr, Direktor des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO), in seiner Keynote Speech über die "Konjunktur nach Corona und den Ausblick für den Tourismus" am DACH Markt in 2022 aus der wirtschaftswissenschaftlichen Perspektive.

Die Analyse des Wirtschaftsforschers ging dabei auch auf die im Moment noch nicht abschätzbaren Folgen des russischen Krieges in der Ukraine ein, die die an sich positiven Prognosen in der wirtschaftlichen Gesamtentwicklung – und damit auch für den Recovery Prozess des Tourismus – noch einmal (und zum wiederholten Male) auf den Prüfstand stellen werden.

Für Gabriel Felbermayr ist die Konsumlust der Menschen allerdings – trotz steigender Inflation – ungebrochen. In den beiden Jahren der Pandemie ist weniger ausgegeben worden – Kapital, das nun zur Verfügung steht und unter anderem auch in Urlaube und Freizeitaktivitäten investiert wird.

Auch Martin Schaffer sieht die den Konflikt in der Ukraine als eine große Unbekannte: „Wir haben in den letzten beiden Jahren viele Prognosen erstellt, die immer wieder durch neue Ereignisse – vor allem durch die pandemischen Entwicklungen – auf den Kopf gestellt wurden. Ähnliches ist jetzt durch den Krieg in der Ukraine wieder der Fall.” Der Recovery Weg wird dadurch länger dauern als gedacht.

Buchungslage vielversprechend

Dennoch sind sich alle Referenten des Webinars einig, dass sich der Wunsch und das Bedürfnis der Menschen wieder reisen zu können, nicht geändert hat. „Die Buchungslage in den Ferienregionen für den kommenden Sommer – beispielsweise an der Nordsee – ist jetzt schon vielversprechend. Damit setzt sich der Trend der letzten beiden Jahre weiter fort”, analysiert Olaf Steinhage.

Dies sieht man auch beim traditionell starken Hotelinvestor Union Investment so: „Die Ferienhotellerie hat in der Pandemie Stärke gezeigt – dies liegt vor allem darin begründet, dass der erdgebundene Tourismus den Reisenden eine höhere Sicherheit bietet. Wir nehmen bei der Union Investment ein zunehmendes Interesse der Kapitalseite für Investitionen in die Ferienhotellerie wahr”, so Christoph Eichbaum.

„Auf der Betreiberseite sehen wir, dass vor allem große Ketten, aber auch neue Marktteilnehmer mit entsprechender finanzieller Ausstattung, nach Möglichkeiten suchen, in die Ferien- und Resorthotellerie einzusteigen oder ihre Präsenz weiter auszubauen”, erörtert Andreas Löcher.

Stadthotellerie bleibt Sorgenkind

Ein Sorgenkind für die Branche ist und bleibt die Stadthotellerie: Das Aufatmen durch das Abklingen der Pandemiewelle dauerte nur kurz, der neue geopolitische Konflikt sorgt dafür, dass interkontinentales Reisen – besonders aus den USA, den asiatischen Staaten und den arabischen Ländern - für viele weiterhin aufgrund der Sicherheitslage in Europa unattraktiv bleibt. Damit fehlen den Städten wichtige und oft entscheidende Herkunftsmärkte.

Olaf Steinhage: „Die Ferienhotellerie hat Krisenresilienz bewiesen und mittlerweile die Stadthotellerie auch bei den zu erzielenden Renditen überholt. Die gesteigerte Nachfrage sorgt für einen Ratenboom und damit auch für deutliche RevPar (Anm.: Umsatz pro verfügbarem Zimmer) Steigerungen.”

Gleichzeitig werden häufig “klassische” Stadt-Hotelprodukte durch innovative Konzepte ersetzt. Martin Schaffer sieht dafür mehrere Gründe: „Neue Konzepte, wie beispielsweise Serviced Apartments, entsprechen einerseits dem Bedürfnis der Reisenden, mehr persönlichen Freiraum und damit auch mehr Sicherheit beim Reisen zu bekommen, auf der anderen Seite eröffnet es Betreibern eine höhere Flexibilität im Betrieb – diese können in der Regel mit deutlich weniger Mitarbeiter betrieben werden.”

Für Union Investment spielen dabei ESG und die EU Taxonomie-Kriterien eine Rolle. Christoph Eichbaum: „Ein Bestandshotel das gerade erst vor ein paar Jahren fertiggestellt wurde auf einen Stand zu bringen, der den aktuellen Anforderungen an die EU-Taxonomiekonformität entspricht, ist oft zu unwirtschaftlich und kann daher als Investment, besonders für uns als institutioneller Investor, unattraktiv sein.” Es rücken verstärkt Projektentwicklungen und eher ältere Bestandshotels mit großem Potenzial zur Steigerung der Energieeffizienz in den Fokus.

Flexibilität essentieller Bestandteil des Geschäfts

Abschließend sind sich alle Experten einig, dass die Flexibilität aller im Prozess Beteiligten, seien es Eigentümer, Betreiber, Banken und Investoren, auch in Zukunft nicht nur gefragt sein wird, sondern ein essentieller Bestandteil des Geschäfts sein muss.

Andreas Löcher sieht in seinem Abschlussstatement den Blick in die Zukunft durchaus optimistisch: Union Investment geht von einer schnellen Erholung insbesondere der Ferienhotellerie aus, zukünftige Investitionen in Tourismus und Resorts sollen in der Anlagestrategie des Hamburger Immobilien-Investmentmanagers ergänzt werden, durch die das Portfolio stärker diversifiziert werden soll.

Ähnlich sieht man die Situation bei mrp hotels: „Der Tourismus war, ist und bleibt eine globale Wachstumsstory. So dramatisch die kurzfristigen Einbrüche auch sein mögen - in einer langfristigen Betrachtung sind Krisen immer nur leichte “Dellen” in der Gesamtbetrachtung. Gleichzeitig bringen derartige Ereignisse auch immer einen Innovationsschub mit sich, der wesentlich zu einer Weiterentwicklung der gesamten Branche beiträgt”, wirft Martin Schaffer einen positiven Blick nach vorne.


 

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