Neue Betreiber übernehmen 154 insolvente Revo-Hotels

| Hotellerie Hotellerie

Bis Anfang Oktober sollen 154 der 178 insolventen Hotels der Revo Hospitality Group an fünf internationale Hotelgruppen und weitere neue Betreiber übergeben werden. Das teilten die Sanierungsgeschäftsführer Dr. Gordon Geiser und Dr. Benedikt de Bruyn von GT Restructuring am 15. September 2026 mit. Einige Häuser in Deutschland, Österreich und Holland seien bereits übernommen worden.

Nach Angaben der Sanierungsgeschäftsführer bleibe damit ein Großteil der 5.450 Arbeitsplätze in den Hotels erhalten. Für das nicht insolvente Hotel in Italien sei ebenfalls eine Lösung gefunden worden. Für neun insolvente Hotels würden noch neue Betreiber gesucht. Dies gelte auch für die nicht insolventen Revo-Hotels in der Schweiz und Polen.

Für 29 Hotels sollen weitere Verträge unterzeichnet werden

Insgesamt hätten 138 Hotelgesellschaften von Revo im Januar und Februar 2026 beim Amtsgericht Charlottenburg Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Revo habe in 135 Städten Hotels für Marken wie Steigenberger, Pullmann, Mövenpick, Ibis und Intercity sowie unter eigenen Marken wie H-Hotels betrieben.

Geiser erklärte, erhöhte Kosten von der Energie bis zum Personal sowie Doppelstrukturen durch das starke Wachstum hätten das Geschäft belastet. Zudem hätten profitable Hotels zu lange defizitäre Häuser quersubventionieren müssen.

Nach Angaben von de Bruyn seien bislang für 125 Hotels Übernahmelösungen vereinbart worden. Überwiegend handele es sich um übertragene Sanierungen, bei denen der Hotelbetrieb auf einen neuen Betreiber übergehe. Für andere Hotels würden den Gläubigern Insolvenzpläne vorgelegt.

Weitere 29 Verträge sollten demnächst unterzeichnet werden. Für neun Hotels würden noch neue Betreiber gesucht. 15 Häuser hätten geschlossen werden müssen, weil beispielsweise hohe Investitionen in den Brandschutz erforderlich gewesen wären.

Fünf Hotelgruppen übernehmen insgesamt 81 Häuser der Revo-Gruppe

Der indische Hotelkonzern Prism übernimmt den Angaben zufolge 29 Hotels unter den Eigenmarken Sunday und Belvilla. Da Prism die Digitalisierung vorantreibe, sollten dort Arbeitsplätze gestrichen werden. GT Restructuring erklärte, es seien weniger als 250 Arbeitsplätze betroffen und nicht 500, wie von der Gewerkschaft NGG behauptet.

Die Fattal Hotel Group übernimmt unter den Leonardo-Marken 22 Häuser. Dazu gehörten das künftige Leonardo Smart Vienna Airport Hotel mit 510 Zimmern am Flughafen Wien, die H2- und H4-Hotels am Berliner Alexanderplatz sowie Hotels in Dortmund und Düsseldorf.

Motel One übernimmt neun Hotels in Kiel, Dresden, Erfurt, München, Wien, Salzburg und Münster. B&B Hotels übernehme Hotels in derselben Größenordnung. Die Brown Hotels übernähmen acht insolvente Häuser, darunter das H4-Hotel Mönchengladbach sowie das H2 und das Hyperion in Leipzig. Auch das nicht insolvente Haus in Mailand gehe an Brown Hotels.

Für weitere 73 Hotels finden sich einzelne Lösungen

Neben den insgesamt 81 Häusern, die von den fünf internationalen Hotelgruppen übernommen werden, seien für 73 Hotels Einzellösungen gefunden worden. Lombard Estate Capital und die dänische Proark übernähmen mehrere bislang unter der Marke Vienna House betriebene Hotels. Proark übernehme die vier Häuser in Stralsund, Rostock und Eisenach.

Das Mövenpick Hotel Münster gehe an die niederländische Odyssey Hotel Group, das Intercity Hotel Bonn an DQuadrat Living. Nach Angaben von Geiser hätten innerhalb von rund acht Monaten der weit überwiegende Teil der zuvor von der Revo-Gruppe betriebenen Hotels und die meisten der 5.450 Arbeitsplätze erhalten werden können.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.



Zurück

Vielleicht auch interessant

Seekda hat einen Sicherheitsvorfall in seinen Systemen bestätigt. Der ORF berichtet über betrügerische Nachrichten an Hotelgäste, während die Österreichische Hotelvereinigung von ersten Meldungen seit Ende Juli berichtet und Hotels Informationen zum Umgang mit Datenverlusten bereitstellt.

Das erst Anfang Mai eröffnete Holiday Inn – the niu Quay im Harburger Binnenhafen soll nach Medienberichten rund 340 Geflüchtete aus der Ukraine aufnehmen. Politiker aus CDU, SPD und FDP kritisieren die geplante Nutzung und fordern Aufklärung über Beteiligung und Kosten.

Hitzewellen beeinflussen nach Beobachtungen von HotellerieSuisse das Buchungsverhalten. Während Gäste kurzfristiger Aufenthalte in den Bergen buchen, berichtet ein Basler Hotel von Stornierungen an besonders heißen Tagen und investiert in die Kühlung seines Gebäudes.

IHA-Chef Markus Luthe kritisiert Aussagen von Booking-Chef Glenn Fogel zu den früheren Preisparitätsklauseln. Anlass ist ein Handelsblatt-Interview vor dem Hintergrund einer in Amsterdam anhängigen Sammelklage von 10.783 Hotels.

Anzeige

Der raue Ton, für den die Hotellerie lange bekannt war, funktioniert heute nicht mehr: Führung muss neu gedacht werden, um Mitarbeiter langfristig zu halten und ihnen einen Purpose zu geben, sagt Bernhard Patter, Geschäftsführer der diavendo GmbH. Im Gespräch mit Host Oliver Meyer gibt er in der neuen Folge des HotelPartner-Podcasts „AUSGEBUCHT!“ Tipps, wie Hoteliers mit guter Führung ihre Bottom Line aufbessern.

Google startet Hotelbuchungen direkt im KI-Modus seiner Suche. Zum Start in den USA sind unter anderem Booking.com, Expedia, Hilton, IHG und Marriott eingebunden. Nutzer können Hotels im KI-Modus auswählen und die Buchung über Google Pay abschließen. Inzwischen sind auch weitere Einzelheiten zu Ranking, Werbung, Datenweitergabe und technischer Anbindung bekannt.

Thüringens Übernachtungszahlen sind im ersten Halbjahr 2026 nahezu stabil geblieben. Während Hotels mehr Übernachtungen verzeichneten, gingen die Zahlen bei Gasthöfen, Pensionen und Campingplätzen zurück.

Berlin hat im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 13,6 Millionen Übernachtungen verzeichnet. Das waren 2,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, während die Zahl der Gäste aus Deutschland um 1,8 Prozent stieg.

Rund 2,5 Millionen Gäste und 6,3 Millionen Übernachtungen hat Brandenburg im ersten Halbjahr 2026 registriert. Landesweit gingen die Zahlen leicht zurück, während einzelne Reiseregionen und Städte Zuwächse verzeichneten.

Das Althoff Seehotel Überfahrt hat seinen Wellnessbereich neugestaltet und den "4 elements spa by Althoff" in Betrieb genommen. Seit Anfang August empfängt die Einrichtung Gäste mit einer neuen Raumgestaltung und erweiterten Angeboten.