Novum Hospitality weist Vorwurf zur Betriebsratsgründung zurück

| Hotellerie Hotellerie

Novum Hospitality weist die Behauptung zurück, personelle Maßnahmen hätten der Verhinderung einer Betriebsratsgründung gedient. Das erklärte Geschäftsführerin Samira Etmenan in einer Stellungnahme gegenüber Tageskarte. Das Unternehmen äußerte sich damit auf eine Anfrage der Redaktion.

Tageskarte hatte zuvor über einen Artikel des SWR zu zwei Hotels in Mainz berichtet. Demnach seien insgesamt 50 Mitarbeiter von Kündigungen betroffen. Als Begründung würden in den Kündigungsschreiben „dringende betriebliche Erfordernisse“ angeführt. Worin diese konkret bestünden, sei den betroffenen Mitarbeitern dem Sender zufolge nicht erläutert worden.

Die Gewerkschaft NGG vermutet nach Darstellung des SWR einen Zusammenhang mit einer geplanten Betriebsratsgründung. Nach Informationen des Senders gehe der Hotelbetrieb in beiden Häusern weiter. Gäste würden weiterhin beherbergt. Die bisherigen Beschäftigten seien durch Leiharbeiter einer Fremdfirma ersetzt worden. Ein Informant habe dem SWR berichtet, der Wechsel von der bisherigen zur neuen Belegschaft sei innerhalb eines Tages erfolgt.

Novum Hospitality widerspricht ausdrücklich dem Vorwurf zur Betriebsratsgründung

Im Zuge der Berichterstattung bat Tageskarte Novum Hospitality um eine Stellungnahme. Etmenan erklärte daraufhin: „Mit Bedauern nehmen wir die derzeit in Ihren und weiteren Medien verbreiteten Darstellungen zur Kenntnis.“

Weiter teilte die Geschäftsführerin mit: „Die darin enthaltenen Vorwürfe vermitteln nach unserer Auffassung kein vollständiges Bild der tatsächlichen Sachlage und wir behalten uns vor, die Angelegenheit rechtlich prüfen zu lassen.“

Zum Vorwurf im Zusammenhang mit einer Betriebsratsgründung erklärte Etmenan: „Insbesondere weisen wir die Behauptung zurück, personelle Maßnahmen hätten der Verhinderung einer Betriebsratsgründung gedient. NOVUM Hospitality respektiert selbstverständlich die Rechte ihrer Mitarbeitenden sowie die geltenden arbeits- und betriebsverfassungsrechtlichen Vorschriften.“

Die Stellungnahme enthält keine ausdrückliche Angabe dazu, in welcher konkreten Rolle Novum Hospitality mit den beiden im SWR-Bericht genannten Hotels verbunden ist. Tageskarte nimmt daher auf Grundlage der vorliegenden Stellungnahme keine weitergehende Zuordnung der beiden Häuser zu Novum Hospitality vor.

Unternehmen verweist auf Abstimmung mit der zuständigen Arbeitnehmervertretung

Novum Hospitality erklärte zudem, den weiteren Prozess in Abstimmung mit einer Arbeitnehmervertretung begleiten zu wollen. Etmenan teilte mit: „Bitte seien Sie angesichts der Situation versichert, dass wir den weiteren Prozess in enger Abstimmung mit der zuständigen Arbeitnehmervertretung begleiten.“

Zudem kündigte die Geschäftsführerin Gespräche mit Sozialpartnern an: „Zudem werden wir gemeinsam mit allen Sozialpartnern mit Hochdruck an einer einvernehmlichen Lösung für alle Beteiligten arbeiten.“

Weitere Einzelheiten nannte Novum Hospitality in der Stellungnahme nicht. Etmenan erklärte: „Da es sich um Betriebsinterna handelt, bitten wir um Verständnis, dass wir die Vorgänge zum aktuellen Zeitpunkt nicht weiter öffentlich kommentieren.“

Nach dem SWR-Bericht seien die gekündigten Beschäftigten freigestellt worden und erhielten abhängig von ihrer Vertragsdauer weiterhin ihr Gehalt. Die meisten Betroffenen wollten demnach gerichtlich gegen ihre Kündigungen vorgehen.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Hilton will die Rentabilität seiner Hotels für Eigentümer verbessern. Niedrigere Gebühren, KI-Anwendungen und eine Überprüfung der Kostenstrukturen gehören zu den angekündigten Maßnahmen.

Wyndham Hotels & Resorts hat im ersten Halbjahr 2026 nach eigenen Angaben 25 neue Franchiseverträge unterzeichnet und 13 Hotels in der EMEA-Region eröffnet. Wachstumsschwerpunkte liegen in der Türkei, Indien, Zentralasien und dem Segment der Branded Residences.

Hilton hat im zweiten Quartal 2026 Umsatzkennzahlen und Gewinn gesteigert. Gleichzeitig baute die Hotelgruppe ihre Entwicklungspipeline weiter aus und erhöhte ihre Prognose für das Gesamtjahr.

Accor hat im ersten Halbjahr 2026 Umsatz und operatives Ergebnis gesteigert. Für Deutschland berichtet der Hotelkonzern im zweiten Quartal jedoch von einer leicht rückläufigen RevPAR-Entwicklung und verweist auf einen schwächeren Messe- und Veranstaltungskalender.

Das US-Cybersicherheitsunternehmen ReliaQuest berichtet über eine Angriffskampagne auf WLAN-Gateways in Hotels und anderen Einrichtungen mit öffentlichem Internetzugang. Nach Angaben des Unternehmens sollen auf diese Weise Microsoft-365-Konten von Geschäftsreisenden kompromittiert werden.

Anzeige

Die anhaltenden Kostensteigerungen in quasi sämtlichen Bereichen treffen viele Hotels stark. Die KING’s Hotels München versuchen, diesen Mehrkosten mithilfe von Digitalisierung und Effizienzsteigerung zu begegnen. Wie das gelingt und welche Rolle Bewertungen und Blogs für sie spielen, berichtet CEO Hanna King in der 9. Folge von „AUSGEBUCHT!“, dem Podcast von HotelPartner-Gründer Oliver Meyer.

Die Vorbereitungen für das Großprojekt Bernstein-Resort laufen. Auf der Fläche wird belastete Erde abgefahren und Altmunition geräumt. Aber alles dauert länger, es wird teurer, und es gibt Widerstand.

Teaser: Four Seasons hat den Zeitplan für die Wiedereröffnung des Park Gstaad angepasst. Statt bis Ende 2026 soll das Hotel nun im Sommer 2027 eröffnen.

In Marseillan entsteht ein Resort- und Wohnprojekt am Wasser: Das Hotel der Luxury Collection und die Markenresidenzen entstehen auf einem rund 6 Hektar großen Grundstück direkt an der Lagune de Thau.

Für die Wiedereröffnung des Grand Hotel Sauerhof in Baden, südlich von Wien, ist ein weiterer Meilenstein erreicht. Nach der Einreichung der Genehmigungsunterlagen werden nun 111 Zimmer, ein umfangreicher Spa-Bereich sowie Gastronomie- und Wellnessangebote konkret geplant.