Potsdam: Luxushotel Bayrisches Haus wird doch Klinik

| Hotellerie Hotellerie

Mit dem Sternekoch Alexander Dressel als Geschäftsführer, ist das Bayrische Haus in Potsdam seit Jahren eine der besten Herbergen in Brandenburg. Doch die Tage des Luxushotels sind gezählt. Entgegen anderslautender Aussagen vor wenigen Wochen, wollen die Eigentümer aus dem Haus nun doch eine Klinik machen.

Die Potsdamer Neuesten Nachrichten schreiben, dass die Oberberg Klinikgruppe in dem Hotel eine private Fachklinik für Psychiatrie und Psychosomatik einrichten wolle. Demnach soll das gesamte Areal umgestaltet werden. Dabei soll, laut Plan, ein Haus durch einen Neubau mit Patientenzimmern ersetzt und die übrigen drei Häuser renoviert werden. Der Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan, über den die Potsdamer Stadtverordneten Anfang Dezember zu entscheiden haben, läuft auf eine Klinik mit bis zu 70 vollstationäre Betten und bis zu 20 Plätze in einer Tagesklinik hinaus.

In den letzten Wochen machten bereits Gerüchte die Runde, dass das Luxushotel zu einer Klinik umgebaut werden solle. Doch Thomas Dürbeck, Sprecher der Frankfurter Eigentümerfamilie dementierte noch vor vier Wochen: „Es gibt auf der Eigentümerseite weder einen Bau- noch einen Investitionsplan für eine andere Nutzungsmöglichkeit für das Hotel“, erklärte Dürbeck gegenüber der Potsdamer Neueste Nachrichten.

Thomas Dürbeck ist Sohn des verstorbenen Eigentümers Karl Dürbeck und Testamentsvollstrecker der sechsköpfigen Erbengemeinschaft. Er sagte der Zeitung, dass es bereits 2015 Pläne gegeben habe, das eingeschossige Waldhaus um sieben Zimmer zu erweitern. In dem Zusammenhang sei auch die Möglichkeit einer Nutzungsänderung geprüft worden, doch konkrete Absichten hätten nie bestanden. Auch die Angebote sogenannter Immobilienhaie habe die Familie nach dem Tod des Vaters stets abgelehnt.

„Wir stehen zu dem Haus. Wir wollen das Hotel und das von Hoteldirektor und Chefkoch Alexander Dressel geführte Sterne-Restaurant weiterbetreiben“, so Dürbeck, dessen damalige Worte heute nicht mehr gelten. Das Hotel wird bald Geschichte sein.  Von einem Aufstellungsbeschluss, wie er in zwei Wochen in Potsdam beraten wird, bis zum Baubeginn können allerdings zwei Jahre vergehen.

Das Bayrische Haus am Schäferberg wurde 1847 im Auftrag von König Friedrich Wilhelm IV. errichtet und nach der Wende zu einem zu einem Luxushotel umgebaut. Seit 2001 ist es im Besitz der Familie Dürbeck. Das von Alexander Dressel geführte Restaurant, Kabinett F.W., wird seit 2004 durchgehend mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. 


Zurück

Vielleicht auch interessant

Österreichs Hotels erwarten für die Wintersaison stabile Übernachtungszahlen, aber rückläufige Betriebsergebnisse. Hohe Beschäftigungskosten, zurückhaltende Gästeausgaben und erschwerte Finanzierungen belasten die Betriebe.

Six Senses plant für 2027 vier Neueröffnungen in Mailand, Spanien, Tel Aviv und Saudi-Arabien. Vorgesehen sind Stadthotels, ein Resort auf einem historischen Anwesen und eine Anlage in einer Wüstenlandschaft.

Das Designer Motel glockna in Fusch an der Großglocknerstraße hat fünf Chalets und einen Infinitypool fertiggestellt. Die Eröffnung des Hotels mit Zimmern, Suiten, Spa und Restaurant ist für den 19. Dezember 2026 geplant.

Hotels unter einer Marke stellen inzwischen 45,5 Prozent der Hotelzimmer in Deutschland. Der DACH-Bericht von Horwath HTL dokumentiert steigende Markenanteile in allen drei Ländern und die Expansion durch Marken- und Betreiberwechsel.

Charlotte Pauls ist in den Bremer Familienbetrieb rund um das Hotel Munte eingetreten. Sie und ihr Cousin Luca vertreten die fünfte Generation der Unternehmerfamilie und sollen Mitte 2027 gemeinsam die Betriebsleitung übernehmen.

Premier Inn meldet zehn Hoteleröffnungen und 19 Prozent mehr Halbjahresumsatz in Deutschland. Zugleich steigt der bereinigte Vorsteuerverlust auf acht Millionen Pfund. Für das Gesamtjahr hält Whitbread am Gewinnziel für Deutschland fest.

Relais & Châteaux stellt seinen 580 Mitgliedern die Plattform MyImpact zur Verfügung. Sie erfasst CO₂-Bilanzen der Hotels und schätzt mögliche Emissionsminderungen; ab 2027 sollen betriebliche Praktiken auch in die Bewertung der Häuser einfließen.

May & Co. plant neben dem Kölner Dom ein Hotel mit rund 250 Zimmern. Die Untergeschosse des bestehenden Büro- und Geschäftshauses sollen erhalten bleiben; die Fertigstellung ist für Mitte 2030 vorgesehen.

Die So!Apart 2026 diskutiert das Verhältnis von Hotellerie und Apartmentsegment sowie Fragen zu Finanzierung und Buchungen über KI-Suche. Die Fachtagung findet am 18. und 19. November im Berliner Metropol statt.

 

Die Hotelstars Union sieht Fortschritte bei der Kennzeichnung der Hotelsterne in KI-Assistenten und auf Buchungsplattformen. Sterne sollten ausschließlich für offiziell klassifizierte Hotels verwendet und Bewertungen europaweit einheitlich dargestellt werden.