Prognose für 2026: Globaler Hotelinvestmentmarkt vor deutlichem Aufschwung

| Hotellerie Hotellerie

Der globale Markt für Hotelimmobilien steht vor einer Phase intensiver Aktivität. Laut dem aktuellen Bericht „Global Hotel Investment Outlook“ des Dienstleistungsunternehmens JLL sorgen verbesserte Bedingungen an den Kreditmärkten und eine hohe Verfügbarkeit von Eigenkapital für ein gesteigertes Transaktionsvolumen. Nachdem das globale Investitionsvolumen bereits im Jahr 2025 um 22 Prozent gegenüber dem Tiefpunkt von 2023 gestiegen ist, setzt sich dieser Trend im laufenden Jahr weiter fort.

Entwicklung der regionalen Transaktionsmärkte

Die Erholung des Sektors verlief zuletzt regional sehr unterschiedlich. Während die Region Amerika im Jahr 2025 ein Plus von 27 Prozent verzeichnete, stieg das Volumen in der Region Europa, Naher Osten und Afrika um 4 Prozent. Im asiatisch-pazifischen Raum sank das Transaktionsvolumen hingegen um 20 Prozent. Für das Jahr 2026 wird hier jedoch eine Trendwende erwartet, da die Reisenachfrage stabil bleibt und sich die Fundamentaldaten verbessern. Besonders Japan nimmt eine führende Rolle ein und wird voraussichtlich 35 bis 40 Prozent des dortigen Volumens ausmachen. Auch Singapur und Indien gelten aufgrund stabiler Rahmenbedingungen als attraktive Standorte.

Stabilisierung der operativen Kennzahlen

Beim Erlös pro verfügbarem Zimmer ist nach Jahren überdurchschnittlichen Wachstums eine Verlangsamung der Dynamik festzustellen. Die Entwicklung zeigt sich weltweit uneinheitlich: Während Märkte wie Miami bereits wieder das Niveau von vor der Pandemie erreicht haben, verzeichneten Städte wie San Francisco oder Teile Asiens erst im vergangenen Jahr deutliche Zuwächse aufgrund einer verzögerten Erholung. Insgesamt machten Hotels im Jahr 2025 etwa 8 Prozent der weltweiten Investitionen in Gewerbeimmobilien aus, was über dem langfristigen Durchschnitt liegt und das gesteigerte Interesse institutioneller Anleger unterstreicht.

Faktoren für das Investitionswachstum

Für die positive Prognose im Jahr 2026 führt JLL mehrere Kernfaktoren an. Das globale Passagieraufkommen im Luftverkehr soll um 4,9 Prozent steigen, wobei Asien mit 7,3 Prozent das stärkste Wachstum verzeichnet. Gleichzeitig bleibt das Angebot an neuen Hotelbauten in vielen Großmärkten begrenzt. In den meisten US-Metropolen liegt die Baupipeline bei unter 2 Prozent des Bestands, was die Performance bestehender Häuser stützt. Zudem haben sich die Bedingungen für Finanzierungen verbessert, da das Interesse der Kreditgeber gestiegen ist und die Preisgestaltung attraktiver wurde.

Fokus auf Luxussegmente und Großtransaktionen

Ein zentraler Trend für 2026 ist die Konzentration auf Luxusresorts und hochwertige Immobilienobjekte. Diese profitieren von einem günstigen Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage. Zudem werden Großereignisse wie die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 die Nachfrage in den Austragungsorten zusätzlich stimulieren. Experten erwarten eine Zunahme von Transaktionen mit einem Volumen von über 250 Millionen Dollar. Dabei rücken verstärkt Portfoliogeschäfte und Objekte in den Fokus, deren Preis unter den Wiederbeschaffungskosten liegt. Vor allem Private-Equity-Gesellschaften nutzen ihr verfügbares Kapital für wertsteigernde Investitionen.

Grenzüberschreitende Kapitalströme

Der Markt verzeichnet eine Zunahme des grenzüberschreitenden Kapitals, das insbesondere in den britischen und europäischen Markt fließt. JLL wertet die aktuelle Situation als Wendepunkt für den Hotelmarkt. Die Kombination aus soliden Fundamentaldaten und einem hohen Anlegervertrauen schaffe die Basis für einen Investitionszyklus, der über das Jahr 2026 hinaus anhalten könne.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Stadt Wiesbaden hat die Baugenehmigung für die umfassende Sanierung und den Teilneubau des Hotels Nassauer Hof erteilt. Das Projekt umfasst unter anderem die Aufstockung des Nordflügels und die Wiedererrichtung einer historischen Glaskuppel.

Welche Tourismussegmente zu Ferienbeginn noch reichlich Kapazitäten haben und wo es vergleichsweise voll werden kann - darauf deutet eine Betriebsumfrage hin. Kurzentschlossene könnten profitieren.

Hard Rock International startet den Buchungsbetrieb für sein neues Hotel auf Malta. Die Eröffnung der Anlage mit 397 Zimmern und einem 3.800 Quadratmeter großen Wellnessbereich ist für Juli 2026 geplant.

Ein Podcast von HotelPartner beleuchtet die Preisstrategie des Hotels Grace La Margna in St. Moritz. General Manager David Frei nennt darin konkrete Zahlen zur Entwicklung der Zimmerpreise und zur Positionierung des Hauses.

Premier Inn hat zeitgleich drei neue Häuser in Freiburg, München und Koblenz eröffnet und baut damit die eigene Präsenz auf dem deutschen Markt auf rund 70 Standorte aus.

Zwei Jahre nach Einleitung eines DMA-Verfahrens gegen Alphabet fordern Unternehmen ein entschlosseneres Vorgehen der EU-Kommission. Laut Mitteilung sei die Umsetzung der Vorgaben weiterhin nicht abgeschlossen.

Die Investorensuche für die insolvente Revo Hospitality Group stößt auf großes Interesse. Wie die WirtschaftsWoche berichtet, haben nach Angaben der Restrukturierer mehr als einhundert potenzielle Investoren Zugang zum Datenraum erhalten.

Das Hotel Sacher Wien feiert sein 150-jähriges Bestehen mit der Enthüllung zweier Skulpturen des Künstlers Erwin Wurm vor dem Haupteingang. Im Verlauf des Jahres sind weitere Jubiläumsaktionen geplant.

Die The Chocolate on the Pillow Group entwickelt in Potsdam ein neues Tribute Portfolio Hotel mit 145 Zimmern. Die Eröffnung des Objekts im historischen Zentrum ist für den Sommer 2026 vorgesehen.

Nach einem kalenderbedingt starken Februar verzeichnet die österreichische Hotellerie im März eine deutliche Buchungszurückhaltung. Strukturelle Verschiebungen zugunsten von Ferienwohnungen und hohe Betriebskosten belasten die Branche weiterhin massiv.