Die Radisson Hotel Group hat auf dem International Hospitality Investment Forum (IHIF) in Berlin die weltweite Einführung ihres Programms Verified Net Zero Hotels (VNZ) bekannt gegeben. Damit vollzieht das Unternehmen den Übergang von einer Pilotphase im Jahr 2025 hin zu einem strukturierten Fahrplan, der bis zum Jahr 2030 insgesamt 100 verifizierte Häuser mit einer ausgeglichenen Klimabilanz vorsieht.
Strategische Skalierung und geografische Ausweitung
Nach der Erprobungsphase im vergangenen Jahr soll die Initiative nun als skalierbares Modell etabliert werden. Das Programm zielt darauf ab, die Erreichbarkeit einer vollständigen CO2-Neutralität auch in bestehenden Hotelimmobilien nachzuweisen. Der Fahrplan für die stufenweise Einführung sieht ab 2026 zunächst Standorte in Norwegen vor, gefolgt von Projekten in Dänemark, Schweden, dem Vereinigten Königreich sowie Südafrika.
In den kommenden fünf Jahren ist nach Angaben der Hotelgruppe eine Erweiterung auf zusätzliche Märkte geplant. Hierzu zählen neben Deutschland und Österreich auch Spanien mit den Kanarischen Inseln. Die Initiative soll als Standard dienen, um die Umweltwirkungen im Hotelbetrieb zu reduzieren und gleichzeitig die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Standorte zu wahren.
Methodik und unabhängige Überprüfung
Hinter dem Begriff „Netto-Null“ steht das Ziel, den Ausstoß von Treibhausgasen so weit wie möglich zu vermeiden und verbleibende Emissionen vollständig auszugleichen. In den beteiligten Häusern werden direkte Emissionen durch die Elektrifizierung von Heiz- und Kühlsystemen sowie den Bezug von 100 Prozent erneuerbarer Energie eliminiert. Auch indirekte Faktoren wie Abfallmengen, die Logistik der Wäscherei und das Verpflegungsangebot werden laut Mitteilung drastisch reduziert.
Die Einhaltung dieser Standards wird für jedes Hotel durch den TÜV Rheinland unabhängig verifiziert. „Transparenz und Glaubwürdigkeit in der Nachhaltigkeitsarbeit sind entscheidend – wir verpflichten uns, diese Standards durch eine rigorose Prüfung zu sichern“, erklärt Dr. Kai Höhmann, Senior Vice President Customized Solutions bei TÜV Rheinland. Die Kooperation unterstreiche die Bedeutung verlässlicher Bewertungen für die Erreichung von Klimazielen.
Wirtschaftliche Kennzahlen und Gästeresonanz
Erste Auswertungen aus den bereits operativen Pilotbetrieben in Oslo und Manchester deuten laut Unternehmen auf eine positive Korrelation zwischen ökologischen Maßnahmen und der Nachfrage hin. Die Häuser verzeichneten Wahrnehmungswerte von über 70 Prozent. Rund ein Fünftel der Gäste gab an, die Buchung aufgrund des zertifizierten Umweltstatus des Hotels vorgenommen zu haben.
Inge Huijbrechts, Chief Sustainability & Security Officer der Radisson Hotel Group, betont, dass die Hotels starke Reduktionen über alle Betriebsbereiche hinweg zeigen. Das Konzept biete zudem Immobilieneigentümern einen Weg, Bestandsbauten zukunftssicher aufzustellen. Im Rahmen der Messe in Berlin wurde zudem ein neues Kennzeichnungssystem vorgestellt, das künftig in den Hotels sowie digital über den Status informieren soll.













