Region Liberec übernimmt denkmalgeschütztes Berghotel und Fernsehturm Ještěd

| Hotellerie Hotellerie

Der Liberecký kraj (Region Reichenberg) ist neuer Eigentümer des markanten Ensembles auf dem Gipfel des Ještěd. Am 25. Februar 2026 unterzeichnete die Regionalverwaltung den Kaufvertrag mit dem bisherigen Besitzer České Radiokomunikace (CRA). Der Kaufpreis für das nationale Kulturdenkmal, das ein Hotel und ein Restaurant beherbergt, beläuft sich auf 181 Millionen Kronen (rund 7,5 Millionen Euro). Der Verkauf sichert den Erhalt des Objekts in öffentlicher Hand, sofern das tschechische Kulturministerium nicht von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch macht.

Architektur-Meisterwerk mit Gastronomie und Hotellerie

Das Bauwerk wurde 1973 nach Plänen des Architekten Karel Hubáček fertiggestellt und gilt als bedeutendstes Beispiel der High-Tech-Architektur in Tschechien. Der rund 100 Meter hohe Turm in Form eines parabolischen Kegels beherbergt ein Berghotel und ein Restaurant mit etwa 300 Plätzen. Für die innovative Konstruktion erhielt Hubáček den internationalen Auguste-Perret-Preis.

Ein besonderer Fokus liegt auf dem historischen Interieur: Die Region erwirbt zusätzlich das bewegliche Mobiliar und die Ausstattung für rund 2,8 Millionen Kronen. Viele dieser Stücke wurden von Designern in den 1970er-Jahren exklusiv für das Hotel und das Restaurant entworfen, um die futuristische Formensprache des Gebäudes im Inneren fortzuführen.

Sicherung des Betriebs und anstehende Sanierung

Die Region beabsichtigt, durch den Kauf die notwendige Sanierung des Bauwerks einzuleiten und den touristischen Betrieb langfristig zu sichern. „Die gestrige Entscheidung der Vertretung über den Kauf des Ještěd ist ein weiterer Schritt zur geplanten Rekonstruktion dieser ikonischen Bauweise, die die langfristige Verfügbarkeit dieses bedeutenden Kulturdenkmals für die Öffentlichkeit sichern wird“, erklärte Hauptmann Martin Půta.

Der Hotel- und Gastronomiebetrieb wird zunächst unverändert fortgesetzt. Die Betreibergesellschaft Ještěd verfügt über einen laufenden Mietvertrag bis September 2032. Für die geplante Modernisierung der Bausubstanz liegt bereits ein siegreicher Entwurf des Büros ARN Studio aus Hradec Králové vor.

Wirtschaftliche Details und technische Infrastruktur

Der Kaufpreis wurde mittels der Ertragswertmethode ermittelt. Neben dem touristischen Bereich bleibt der Turm ein essenzieller Bestandteil der staatlichen kritischen Infrastruktur. Die Sendeanlagen werden weiterhin von einer Tochtergesellschaft der CRA betrieben. Hierfür wurden im Vertrag entgeltliche Dienstbarkeiten festgeschrieben, deren Gebühren ab 2028 jährlich um die Inflation (maximal 5 Prozent) steigen können.

Miloš Mastník, Generaldirektor der CRA, betonte: „Wir wollten daher, dass er in die Hände der Region oder der Stadt übergeht, wo seine Zugänglichkeit für die breite Öffentlichkeit gewährleistet ist.“ Die Regionalvertretung hatte dem Kauf am 24. Februar 2026 einstimmig zugestimmt.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die GCH Hotel Group übernimmt das Management des markanten Pyramiden-Hotels in Fürth. Ab März 2026 firmiert das Haus unter der Marke Radisson Individuals und setzt auf eine Verbindung von eigenständiger Architektur und internationalem Vertrieb.

Der Europa-Park baut seine Marktführerschaft in der deutschen Freizeitgastronomie weiter aus. Bei der Wasserwelt Rulantica soll ein siebtes Hotel mit 350 Betten entstehen. Während die Auslastung der bestehenden Häuser Rekordwerte erreicht, rücken bei der neuen Erweiterung vor allem Nachhaltigkeit und ein neues Verkehrskonzept in den Fokus der Planer.

Strategische Erweiterung in der Rhön: Die Ritter von Kempski Group übernimmt die renommierte Fachklinik Dr. von Weckbecker. Mit Millioneninvestitionen und einem Fokus auf präventive Medizin soll der Standort Bad Brückenau zukunftssicher aufgestellt werden.

Das Hilton Berlin am Gendarmenmarkt schließt einen weiteren Abschnitt seiner Modernisierung ab. Das Haus eröffnet in seiner markanten Glaskuppel die „Beletage“ sowie eine neu gestaltete Executive Lounge. 

Urlaub an der Nordseeküste, auf den Ostfriesischen Inseln und in der Lüneburger Heide: Die Zahl der Gäste und Übernachtungen übertrifft erstmals das Vor-Corona-Niveau.

Die Schweizer Beherbergungsbranche erreicht 2025 mit fast 44 Millionen Übernachtungen einen neuen Rekord. Während Stadthotels und Fernmärkte wie China und die USA das Wachstum treiben, belasten steigende Kosten und sinkende Margen die Betriebe.

Das Bio Berghotel Ifenblick im Allgäuer Bergdorf Balderschwang hat nach umfangreichen Umbaumaßnahmen neu eröffnet. Zentraler Bestandteil ist das neu geschaffene Panorama-Spa mit Outdoor-Infinity-Pool und Hallenbad.

Das Conrad Hamburg erweitert sein Angebot im Levantehaus um ein 1.000 Quadratmeter großes Spa. Neben dem größten Hotelpool der Stadt setzt das Haus auf ein neuartiges Longevity-Konzept mit medizinisch orientierten Anwendungen.

Das Grand Hotel Central in Barcelona hat sein Wellness-Angebot erweitert. Auf der hoteleigenen Dachterrasse „La Terraza del Central“ wurde eine Panorama-Sauna in Betrieb genommen, die Gästen einen direkten Blick über die Stadt ermöglicht.

Limehome baut sein Angebot in München massiv aus. Durch die Übernahme des Hotel Miano in Pasing und einen geplanten Neubau nahe dem Hauptbahnhof kommen 174 neue Einheiten zum Portfolio hinzu. Der Fokus liegt dabei auf der digitalen Transformation bestehender Hotelstrukturen.