Revo-Insolvenz: Investoren zeigen starkes Interesse an Hotelportfolio

| Hotellerie Hotellerie

Bei der Insolvenz eines der größten Hotelbetreiber Europas, der Revo-Hospitality-Gruppe, sehen die Verantwortlichen weiter gute Chancen auf eine Rettung fast aller betroffenen Häuser. Für rund 25 der insgesamt knapp 180 Hotelbetriebe seien bereits neue Investoren gefunden worden, sagten die Anwälte Benedikt de Bruyn und Gordon Geiser, die für die Dauer der Sanierung als Geschäftsführer der Revo-Gruppe eingesetzt sind. 

Auch für die übrigen Hotels sei das Investoren-Interesse groß. Bis Ende April sollen Interessenten verbindliche Angebote abgeben. Es gebe Offerten für das gesamte Portfolio als auch solche, die auf bestimmte Hotel-Kontingente abzielten. Unter den bisherigen Anbietern seien auch internationale Investoren. Bis zum Juni solle für die meisten Betriebe eine Lösung gefunden sein, betonten die Geschäftsführer. 

Insolvenz betrifft rund 5.900 Beschäftigte

Die Revo-Gruppe hatte Mitte Januar für rund 140 seiner Gesellschaften Insolvenz angemeldet. Inzwischen ist die Zahl der betroffenen Hotels auf knapp 180 gestiegen mit insgesamt rund 5.900 Beschäftigten. Auch Betriebe in Österreich und Holland sind darunter. Anfang April wurde das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Charlottenburg eröffnet. 

Bis dahin hatte die Agentur für Arbeit die Gehälter der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter gezahlt. Mit der Eröffnung des Verfahrens muss das Geld dafür wieder aus dem laufenden Betrieb erwirtschaftet werden. 

Die Gruppe betrieb eigenen Angaben zufolge unter eigenen Marken sowie als Franchisenehmer großer Hotelketten insgesamt 250 Hotels in 135 Städten in zwölf europäischen Ländern.

Ein wesentlicher Grund für die Insolvenz sei die starke Expansion der vergangenen Jahre gewesen, teilte das Unternehmen zur Begründung mit. Seit 2020 sei die Zahl der zur Gruppe gehörenden Hotels von damals 51 auf zuletzt rund 250 gestiegen. Die Akquisition der neuen Hotels sei mit erheblichen Kosten verbunden gewesen. Hinzu kämen die stark gestiegenen Preise für Energie und Personal. (mit dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Atlantic Hotel Gruppe hat mit dem Atlantic Hotel Frankfurt im Sparda-Bank Tower ihr 21. Haus eröffnet. Das 4-Sterne-Superior-Hotel bietet mit 373 Zimmern und Suiten die höchste Zimmerkapazität innerhalb der Hotelgruppe. 

50 Best hat die erweiterte Hotel-Rangliste der Plätze 51 bis 100 für das Jahr 2026 veröffentlicht. Die Zusammenstellung umfasst insgesamt 23 verschiedene Regionen und 40 Städte. Aus Deutschland schaffte es jedoch kein Hotel auf die Liste.

Verkehrsbuero Hospitality aus Österreich hat die Betriebsführung des ibis Styles Bad Reichenhall übernommen und vollzieht damit seinen Markteintritt in Deutschland. Sämtliche Mitarbeiter werden vom neuen Betreiber übernommen.

Ein Joint Venture aus Reiß & Co. Gruppe und PEG Hamburg hat mit dem Bau eines neuen Premier Inn Hotels mit 296 Zimmern in der Hamburger Adenauerallee begonnen. Es wird bereits das achte Haus der Hotelmarke in der Hansestadt.

Die Lerch Genusswelten haben den Betrieb des Bayerischen Hofs und des Hotels Reutemann-Seegarten in Lindau übernommen. Alle bisherigen Mitarbeiter sollen in den Häusern bleiben, für den Wellnessbereich kündigt das Familienunternehmen Investitionen an.

Ein Geschäftsmann soll Gelder für Irans Machtapparat verschoben haben. Konten eines Hotel-Betreibers bei Frankfurt wurden eingefroren. Laut OVG können sie nicht vorzeitig freigegeben werden.

Die Honestis-Gruppe hat mit der DHO Deutsche Hotel Operations GmbH einen neuen White-Label-Betreiber für die D-A-CH-Region gegründet. Geschäftsführer und Mitgesellschafter ist Björn Weidner, erstes Hotel ist das Mercure Hotel Frankfurt Eschborn Helfmannpark.

Die Motel One Group übernimmt das Hyperion Hotel Salzburg und führt das denkmalgeschützte Palais Faber künftig unter der Marke The Cloud One Hotels weiter. Auch die Mitarbeiter werden übernommen.

Das Berliner Luxushotel Adlon kann nach einer Abstimmung der Gesellschafter vorerst nicht verkauft werden. Die zuständige Immobiliengesellschaft will ihre Pläne aber weiter verfolgen.

Ennismore und Central Pattana bringen die Marke 25hours im ersten Quartal 2029 nach Bangkok. Das Hotel mit 345 Zimmern entsteht am Siam Square. Nach dem Standort in Jakarta handelt es sich um das zweite Hotel der Marke in Asien.