RevPAR in fast allen Top-10-Hotelmärkten in Deutschland in 2018 rückläufig

| Hotellerie Hotellerie

Im Jahr 2018 wurden knapp über 100 Millionen Übernachtungen in den Top-10-Tourismusstädten Deutschlands verzeichnet. Das entspricht einem Wachstum von rund 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Dynamik legte um rund ein Prozent zu (2017: 4,6 Prozent). Für das laufende Jahr wird mit einem weiteren Übernachtungsplus von 5,6 Prozent gerechnet. Das sind Ergebnisse des Hotelmarktberichts 2019 der Dr. Lübke und Kelber GmbH, für den die Top-10-Hotelmärkte in Deutschland analysiert wurden. Insgesamt 21,2 Prozent aller touristischen Übernachtungen im gesamten Bundesgebiet entfielen auf diese Städte. Im Jahr 2018 zählten die Top-10-Städte 3.075 Hotelbetriebe mit 486.769 Betten.

Auch die Dynamik legte um rund ein Prozent zu (2017: 4,6 Prozent). Für das laufende Jahr wird mit einem weiteren Übernachtungsplus von 5,6 Prozent gerechnet. Das sind Ergebnisse des Hotelmarktberichts 2019 der Dr. Lübke und Kelber GmbH, für den die Top-10-Hotelmärkte in Deutschland analysiert wurden. Insgesamt 21,2 Prozent aller touristischen Übernachtungen im gesamten Bundesgebiet entfielen auf diese Städte. Im Jahr 2018 zählten die Top-10-Städte 3.075 Hotelbetriebe mit 486.769 Betten2].

Berlin weiterhin mit Abstand größter Hotelmarkt Deutschlands

Mit etwa 33 Millionen Übernachtungen stellt Berlin den mit Abstand größten Hotelstandort dar. Auf Platz zwei folgt München mit rund der Hälfte an Übernachtungen (17 Millionen). Leipzig belegt im Top-10-Ranking mit knapp 3,4 Millionen Übernachtungen den letzten Platz. Die größten Wachstumsraten im vergangenen Jahr konnten in München (plus 9,3 Prozent) und Nürnberg (plus 8,5 Prozent) gemessen werden. Den geringsten Zuwachs generierte der Kölner Hotelmarkt (plus 0,7 Prozent).

Vier von zehn Gästen aus dem Ausland

Der Anteil von Übernachtungen internationaler Gäste über alle zehn Städte hinweg liegt bei rund 42 Prozent.  Die Spitzenreiter bei der Internationalität sind wie im vergangenen Jahr München (48,9 Prozent), Berlin (45,9 Prozent) und Frankfurt (44,6 Prozent). Die wenigsten Übernachtungen ausländischer Reisender finden sich in Hamburg (24,8 Prozent), Dresden (21,1 Prozent) und Leipzig (16,1 Prozent).

„Besonders auffällig ist der geringe Wert in der Hanse- und Weltstadt Hamburg, wo nur ein Viertel aller Übernachtungsgäste aus dem Ausland kommen. Der Anteil korrespondiert mit dem geringeren international ausgerichteten Messegeschäft und wird zudem durch die hohe Zahl inländischer Freizeittouristen gesenkt, das Gleiche gilt auch für die sächsischen Metropolen Dresden und Leipzig“, sagt Daniela M. Bense, Project Manager Hotel bei Dr. Lübke & Kelber GmbH.

Hamburg verliert Platz 1 bei der Bettenauslastung

Bei der Bettenauslastung nehmen Berlin mit 61,5 Prozent und München mit 60,5 Prozent die Führungspositionen ein. Nachdem das Ranking 2017 noch von Hamburg angeführt wurde, belegte die Hansestadt aufgrund einer überdurchschnittlichen Erweiterung der Bettenkapazität und der in Folge niedrigeren Bettenauslastung von 59,4 Prozent im Vorjahr nur noch Platz drei. Die geringsten Auslastungen finden sich in Düsseldorf (49,0 Prozent) und Stuttgart (50,3 Prozent).

„Die jährlichen Übernachtungszahlen in Düsseldorf und Stuttgart sind stark vom Messegeschäft abhängig. Da 2018 für beide Städte ein eher schwächeres Messejahr war, sind die geringen Auslastungen wenig überraschend“, sagt Bense.

RevPAR 2018 an fast allen Standorten rückläufig

Im vergangenen Jahr sind die durchschnittlichen Erlöse der Kettenhotellerie pro Zimmer (RevPAR) in sieben der zehn Top-Hotelstandorte zurückgegangen. Lediglich in Nürnberg, Berlin und München konnten Zuwächse beim RevPAR erzielt werden. Die stärksten Rückläufe verzeichneten Düsseldorf (minus 14,70 Euro) und Leipzig (minus 11,90 Euro). „Die rückläufigen Zimmererlöse in fast allen Standorten sind vor allem auf gesunkene Zimmerraten in Kombination mit nur geringen Auslastungszuwächsen zurückzuführen“, sagt Bense.

Kapazitätsausbau setzt sich auch weiterhin fort

In den Top-10-Standorten befinden sich aktuell Hotels mit rund 87.194 Betten bereits teilweise eröffnet, im Bau oder in Planung, die den deutschen Hotelmarkt in den kommenden Jahren ergänzen werden. Das entspricht einer Kapazitätserweiterung von 17,7 Prozent. Mit 15.500 Betten entfallen die meisten Betten in insgesamt 36 Hotelprojekten auf Hamburg. Das Angebot in Düsseldorf wird sich vorausichtlich um 11.300 Betten (40 Prozent der aktuellen Kapazität) erhöhen und damit den größten Zuwachs verbuchen. Relativ niedrig fällt die geplante Angebotssteigerung dagegen in Dresden (plus 6,3 Prozent) und Berlin (plus 7,5 Prozent) aus.

„Diverse Handelsstreitigkeiten und der ungewisse Ausgang des Brexits lassen eine eintrübende Weltkonjunktur erwarten. Auch wachsende Widerstände gegen weitere Zunahmen des Städtetourismus könnten die Dynamik auf den Hotelmärkten leicht dämpfen. Da die Hotellerie in den deutschen Großstädten allerdings auf gesunden Beinen steht, bleiben leichte Rückgänge oder eine Stagnation in der Breite des Marktes verkraftbar, zumal neue Hotelprojekte bei einem abschwächelnden Wachstumszyklus oft  auf später verschoben werden“, resümiert Bense.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das europäische Hoteltransaktionsvolumen verzeichnet für 2025 ein moderates Wachstum auf 23,6 Milliarden Euro. Während der deutsche Markt mit steigenden Kosten und Pächterinsolvenzen kämpft, gewinnen partnerschaftliche Investmentmodelle und das Luxussegment international an Bedeutung.

Petra Hedorfer hat im Podcast „Zukunft Hotel“ die Aufgaben der Deutschen Zentrale für Tourismus und die Bedeutung internationaler Gäste für Deutschland erläutert. Dabei nannte sie Kennzahlen zu Übernachtungen, Herkunftsmärkten und aktuellen Entwicklungen im Inbound-Tourismus.

Das ehemalige Mercure Hotel am Bielefelder Johannisberg firmiert seit März 2026 als Sunday Hotel unter der Leitung der Prism Group. Während das Personal übernommen wird, plant der Eigentümer Aroundtown Investitionen in die Modernisierung des Hauses.

Der niederländische Hotelbetreiber Fletcher Hotels hat zum 1. April 2026 das Parkhotel Olsberg-Winterberg in Deutschland übernommen. Das teilte das Unternehmen mit. Mit der Übernahme stieg die Zahl der Häuser in Deutschland auf 25 Hotels.

Das Leonardo Köln hat seine dreimonatige Modernisierung abgeschlossen und bietet nun 165 renovierte Zimmer sowie erweiterte Tagungskapazitäten an. Die Investition am Standort Köln umfasst zudem die Neugestaltung der Gastronomie- und Fitnessbereiche.

Die Berufungsinstanz der niederländischen Werbekodex-Kommission hat im Verfahren um die Verwendung von Hotelsternen auf Online-Buchungsplattformen eine richtungsweisende Entscheidung getroffen.

Die niederländische Berufungsinstanz hat eine frühere Empfehlung gegen Booking.com bestätigt. Nach der Entscheidung muss die Plattform klarer darauf hinweisen, wenn Hotels in den Niederlanden die angezeigten Sterne unter Umständen selbst festgelegt haben.

Die Odyssey Hotel Group übernimmt mit dem Moxy und dem AC Hotel am Humboldthain Park ihre ersten zwei Häuser in Berlin. Der Zuwachs von 233 Zimmern ist Teil einer Expansionsstrategie, die eine Vergrößerung des Portfolios auf 8.000 Zimmer bis zum Jahr 2028 vorsieht.

Es sollte ein schickes Hotel in einer historischen Fabrik in Augsburg werden. Doch für mehr als 100 Anleger wurde es zum Albtraum. Nun hat ein Gericht die Verantwortlichen reihenweise verurteilt.

B&B Hotels schließt das Geschäftsjahr 2025 mit einem deutlichen Umsatzplus und 21 Neueröffnungen ab. Das Unternehmen setzt auf eine verstärkte Expansion in der Region Central and Northern Europe sowie auf umfassende Investitionen in die Modernisierung seines Bestands.