Sammelklage eingereicht: Europäische Hotels wollen Entschädigung von Booking.com

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Die Auseinandersetzung zwischen 30 nationalen Hotelverbänden und dem Buchungsportal Booking.com hat die nächste Stufe erreicht.  Wie der europäische Dachverband Hotrec mitteilt, wurde am 30. Januar 2026 offiziell eine Sammelklage beim Bezirksgericht Amsterdam eingereicht. Ziel des Verfahrens ist die Erstreitung von Schadenersatz für Hotels, die durch die Preisgestaltungspolitik des Portals finanzielle Einbußen erlitten haben könnten, wie Hotrec betont.

Gerichtliche Grundlage und Wettbewerbsrecht

Hintergrund der Klage ist ein Grundsatzurteil des Europäischen Gerichtshofs vom 19. September 2024. Die Richter stellten damals fest, dass die von Booking.com genutzten Bestpreisklauseln – sowohl in ihrer weiten als auch in ihrer engen Ausgestaltung – gegen das geltende EU-Wettbewerbsrecht verstießen. Diese Vertragsklauseln untersagten es den Beherbergungsbetrieben, ihre Zimmer auf der eigenen Internetseite oder anderen Kanälen günstiger anzubieten als auf der Vermittlungsplattform. Laut Hotrec schränkten diese Praktiken den Preiswettbewerb ein und schwächten den Direktvertrieb der Hotels, während die Provisionssätze über Jahre hinweg auf einem hohen Niveau blieben.

Organisation der Sammelklage in den Niederlanden

Die Interessen der betroffenen Betriebe werden in Amsterdam durch eine niederländische Stiftung vertreten. In der nun eingereichten Klageschrift sind bereits mehrere tausend Hotels aus ganz Europa gelistet. Unterstützt wird die Initiative von Hotrec sowie mehr als 30 nationalen Hotelverbänden. Für den weiteren Verlauf des Jahres 2026 ist geplant, die Klage sukzessive um weitere betroffene Hotels zu ergänzen.

Fokus auf vergangene Schäden und künftige Marktbedingungen

Während sich das aktuelle Gerichtsverfahren auf die Regulierung vergangener Schäden konzentriert, betont der Dachverband die Bedeutung für die zukünftige Marktentwicklung. Die Organisation strebe weiterhin eine Zusammenarbeit mit digitalen Plattformen und der Politik an, um transparente Wettbewerbsbedingungen im Online-Markt zu gewährleisten. Zu den spezifischen Details des laufenden Verfahrens vor dem niederländischen Gericht wird Hotrec nach eigenen Angaben vorerst keine weiteren Stellungnahmen abgeben.

Der Verband Hotrec vertritt als Dachorganisation 46 nationale Verbände aus 35 Ländern und fungiert als Interessenvertretung für Hotels, Restaurants und Cafés auf europäischer Ebene.


 

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