Sammelklage nach Hackerangriff: Hotelgäste ziehen gegen Marriott vor Gericht

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2018 verschafften sich unbekannte Hacker Zugriff auf den sensible Daten von von mehreren hundert Millionen Marriott-Kunden (Tageskarte berichtete). Bei der Cyber-Attacke dürfte es sich um den größten Datenklau der Hotelgeschichte handeln. Die weltgrößte Hotelgesellschaft erklärte damals, dass es sich bei rund 327 Millionen Kunden um eine Kombination von Name, Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Passnummer, Geburtsdatum, Geschlecht, Ankunftsdatum, Abreiseinformation, Reservierungsdatum und mehr handele. Bei einigen Gästen seien auch verschlüsselte Kreditkartendaten erbeutet worden, diese seien aber doppelt verschlüsselt gewesen.

Jetzt soll die Marriott zur Rechenschaft gezogen werden und Schadensersatz zahlen. Der englische Unternehmer Martin Bryant zieht stellvertretend für Millionen Hotelgäste vor den London High Court.

Bryant, der eine Kommunikationsagentur betreibt, wirft dem Hotelriesen vor, die Daten der Hotelgäste nicht ausreichend geschützt zu haben. Auf seinem Blog beschreibt er die Situation als „deprimierend und vertraut“ zugleich. Man sei machtlos, denn die Daten könnten am Ende für Identitätsdiebstahl und Betrug verwendet werden. 

Besonders kritisch sieht Bryant die aktuelle Gesetzgebung, denn Unternehmen wie Marriott hätten lediglich ein Bußgeld wegen des Datenschutzverstoßes zu befürchten. Das will er jedoch mit seinem Gang vor Gericht ändern. Wie die FAZ schreibt, wird Martin Bryant von der amerikanischen Kanzlei Hausfeld unterstützt. Laut Schadensersatzklage werfen sie dem Unternehmen vor, nicht alles Erforderliche zum Schutz der Gästedaten unternommen zu haben. 

Die Sammelklage könnte einer der Größten in der Geschichte Großbritanniens werden. Auch in den USA haben Hotelgäste bereits Klage gegen Marriott eingereicht.


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