Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen zum geplatzten Aquarium im Radisson-Hotel ein

| Hotellerie Hotellerie

Mehr als zehn Monate nach dem Platzen des Riesenaquariums Aquadom in Berlin ist der Fall für die Staatsanwaltschaft abgeschlossen. Das Ermittlungsverfahren sei eingestellt worden, teilte die Behörde am Dienstag mit. Grundlage dafür sei das Gutachten zur Unglücksursache, das die Eigentümerin des Aquariums in Auftrag gegeben habe. Dies habe die Staatsanwaltschaft am 6. Oktober 2023 erhalten und ausgewertet.

Da nach Aussage des Gutachters nicht endgültig geklärt werden kann, warum genau das Becken vergangenen Dezember in dem Radisson-Hotel am Berliner Dom platzte, hätten sich keine weiteren Ermittlungsansätze ergeben, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Behörde hatte geprüft, ob es mögliche Verantwortliche gibt oder ob jemand fahrlässig gehandelt haben könnte. «Hinsichtlich eines vorsätzlichen Handelns hatte sich von Anfang an kein Anfangsverdacht ergeben», erklärte der Sprecher.

Das 16 Meter hohe Aquarium Aquadom mit 1500 Fischen, das in einer Hotellobby nahe dem Alexanderplatz stand, war am 16. Dezember in den frühen Morgenstunden geplatzt. Daraufhin ergossen sich eine Million Liter Wasser aus dem zerstörten Acrylglas-Zylinder unter anderem in das Hotel und auf die Straße. Zwei Menschen wurden leicht verletzt.

Vor rund zwei Wochen war das Gutachten vorgestellt worden, das Antworten auf viele Fragen geben sollte. Am Ende präsentierte Ingenieur und Gutachter Christian Bonten aber nur drei Schadenshypothesen und betonte: «Wir haben keine eindeutigen Belege für die verschiedenen Schadenshypothesen.»

Eine der Hypothesen sei das Versagen einer Klebenaht, hieß es. Das sind die Stellen, an denen die einzelnen Teile des Aquariums während des Baus zusammengesetzt wurden. Dem Ingenieur zufolge sind die Nähte bekannte Schwachstellen. Ein weiterer möglicher Grund: Es könne sein, dass das Becken bei einer Sanierung zwischen 2019 und 2020 durch eine Kerbe im Sockel des Aquariums beschädigt worden sei. Dadurch hätten sich Risse im Acrylglas bilden können.

Der Kunststoffexperte hatte gemeinsam mit einem weiteren Ingenieur die mehr als 700 Bruchstücke in einer Lagerhalle in Brandenburg akribisch untersucht. Eine absichtliche Beschädigung des Wasserbeckens wurde bereits im August ausgeschlossen.

Nach Angaben des Eigentümer kommt die Versicherung für den Schaden auf. Der Gebäudeschaden liege mindestens in einem hohen zweistelligen Millionenbereich, hieß es bei der Vorstellung des Gutachtens.

Die Hälfte der umliegenden Geschäfte, die durch das Platzen beschädigt wurden, hat inzwischen wieder geöffnet. Die anderen sollen bald wieder aufmachen können. Wann das Hotel wieder öffnet, ist noch unklar. In der Lobby thronen immer noch die großen Stahlstützen des Aquariums, die sich im Wasser befanden. Einen Aquadom 2.0 soll es laut Eigentümer in der Immobilie nicht mehr geben. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Arcotel Hotels ziehen Bilanz ihrer Umweltschutzinitiative und melden eine Spendensumme von einer Million Euro seit dem Jahr 2015. Neben dem freiwilligen Verzicht auf Zimmerreinigungen setzt das Unternehmen auf hoteleigene Bienenstöcke und Bildungsprojekte für Kinder.

Marriott International wandelt die Münchner Immobilie Dein Apart in ein Hotel der Marke Element by Marriott um. Das Haus in Unterföhring soll im September 2026 mit 561 Studios und Apartments für längere Aufenthalte eröffnen.

Das 25hours Hotel beim MuseumsQuartier in Wien hat die Neugestaltung des Lobbybereichs abgeschlossen. Neben veränderten Raumstrukturen und Arbeitsbereichen wurde das Design grundlegend überarbeitet.

Die Kempinski Group will künftig wieder stärker auf eigene Hotelimmobilien setzen. Konzernchefin Barbara Muckermann begründet den Strategiewechsel mit veränderten Erwartungen wohlhabender Gäste: „Sie bezahlen für etwas Unverwechselbares. Sie bezahlen nicht für Vanillejoghurt.“

Der Gassenhof in Ratschings bei Sterzing kündigt für den Sommer 2026 umfangreiche Neuerungen an. Geplant sind neue Suiten, zusätzliche Familienbereiche im Wellnessangebot sowie ein neues Restaurantkonzept.

Das ehemalige Hotel Schloss Spyker auf Rügen soll im Juni 2026 zwangsversteigert werden. Der angesetzte Verkehrswert für das frühere Hotelensemble liegt laut amtlicher Bekanntmachung bei 2,84 Millionen Euro.

Die Dormero Hotelgruppe übernimmt das Hotel Mader im oberösterreichischen Steyr mit 59 Zimmern. Das Unternehmen erweitert damit seine Präsenz auf dem österreichischen Markt auf insgesamt fünf Hotelstandorte und prüft bereits weitere Objekte.

BWH Hotels hat Gäste über einen monatelangen Zugriff auf Reservierungsdaten informiert. Laut einem Schreiben des Technologiechefs Bill Ryan waren personenbezogene Daten betroffen, Zahlungsinformationen jedoch nicht.

Laut einer Marktanalyse von Christie & Co erzielen privat geführte Hotels in Wien höhere Zimmerpreise als Markenhotels. Gleichzeitig nimmt der Wettbewerbsdruck im Wiener Hotelmarkt nach Angaben des Unternehmens weiter zu.

Das Wirtschaftsmagazin Forbes führt den Motel-One-Mitgründer Dieter Müller in seiner aktuellen Liste der Milliardäre. Nach Angaben des Magazins verfügt Müller über ein Vermögen von 1,3 Milliarden US-Dollar. In der weltweiten Rangliste wird er auf Platz 2994 geführt.