Stanisic, Duve, Berkel: Literaturfest mit Erfolgsautoren in drei Hotels in Nordhessen 

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Drei führende Hotels der „Grimmheimat“, wie sich die touristische Region Nordhessens nennt, feiern vom 26. April bis 5. Mai 2019 zum achten Mal den „Literarischen Frühling“. Das Romantik-Hotel Landhaus Bärenmühle, das Relais & Chateaux-Hotel Die Sonne Frankenberg und das Hotel Schloss Waldeck begrüßen unter anderem Shooting-Star Sasa Stanisic, Bestseller-Autorin Karen Duve und den Schauspieler und Autor Christian Berkel. Außergewöhnlich macht die Veranstaltung, dass hier Literatur an authentischen Orten stattfindet. Gelesen wird fast überall: Bei einer Kutschfahrt, in einem alten Kuhstall oder in einer Fabrikhalle.

„Wir sind wahrscheinlich in Deutschland dasjenige Festival, bei dem Literaturfans die Künstler am besten aus der Nähe erleben können“, sagt Christiane Kohl, Festivalleiterin, die auch das Romantik-Hotel Landhaus Bärenmühle betreibt. „Das hat mit den Räumen zu tun, die wir bespielen. Hotelräume bieten mehr Intimität als normale Veranstaltungshallen“. Ein besonders attraktives Angebot des Festivals seien auch die Lese-Dinner. „Hierbei helfen uns die Köche mit ihren kulinarischen Kreationen, die Gäste in eine Zeit und Atmosphäre zu versetzen, in der ein Roman spielt“, so Kohl: „Man isst dann gemeinsam und spricht über das Buch, und das ist ein viel intensiveres und nachhaltigeres Erlebnis als eine schlichte Lesung.“ Unter der Schirmherrschaft von Mario Adorf und Friedrich Christian Delius, hat sich der „Literarische Frühling“ unter den innovativen Literaturfestivals etabliert.

Deutsche Befindlichkeiten und französische Genießerfreuden

Zu den Schwerpunkten des großen nordhessischen Literaturfestivals gehören in diesem Jahr deutsche Befindlichkeiten und französische Genießerfreuden. Unter dem Motto „Schwarz-Rot-Gold“ wird ebenso die aufregende Zeit nach dem Ersten Weltkrieg vor 100 Jahren in den Blick genommen wie die Nazi-Zeit, die Nachkriegszeit und die Wende von 1989, die sich 2019 zum 30. Mal jährt. Natürlich kommt auch die Gegenwart mit ihren leidenschaftlichen Debatten – etwa über den Umgang mit dem Fremden – nicht zu kurz. „1919, 1929, 1939, 1989 - die Neun ist Deutschlands Schicksalszahl“, sagt Festivalleiterin Christiane Kohl, „wir schauen uns ein ganzes Jahrhundert unter diesem Blickwinkel an“. Für dieses Panorama stehen bekannte Namen wie  Christian Berkel, F. C. Delius, Elke Heidenreich, Josef Joffe, Ahmad Mansour oder Saša Stanišić. Der Frankfurter Theatermacher Michael Quast lässt in einer Show mit dem Titel „Tanz auf dem Vulkan“ die verrückten, goldenen  Zwanziger-Jahre wieder aufleben.  

Ein Gegengewicht zur aktuellen Debatte bildet ein Ausflug mit Karen Duve in die Zeit der Brüder Grimm und der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. Während Karen Duve dem veritablen Liebesdrama nachspürt, das die Dichterin seinerzeit erlebte, liest die Schauspielerin Lisa-Marie Gerl bei einer Kutschfahrt durch die Frühlingswiesen des Lengeltals aus Droste-Hülshoffs bekanntestem Roman „Die Judenbuche“. Und die Deutsch-Ukrainerin Marjana Gaponenko führt die Besucher auf Schloss Friedrichstein in die Welt der Klöster, die immer für eine grausige Überraschung gut sind.
 
Französisches savoir-vivre vermittelt eine literarische Reise ins Périgord. Der britische Bestseller-Autor Martin Walker, der dort lebt, stellt seinen druckfrischen neuesten Kriminalroman mit dem Titel „Menu surprise“ um den Kleinstadt-Polizisten Bruno  vor und spricht über die Kochkunst und den Brexit. Außerdem wird der beliebte Kinderbuch-Autor Paul Maar, der Erfinder des „Sams“, erwartet, der mit zwei Musikern auf Schloss Waldeck  „schiefe Märchen und schräge Geschichten“ darbietet. Und nicht zuletzt erinnert der bekannte Literaturkritiker Denis Scheck zusammen mit seiner Kollegin Anne-Dore Krohn mit einer literarischen Revue an den Dichter Theodor Fontane, dessen Geburtstag sich 2019 zum 200. Mal jährt. Als Stammgast des Festivals wirkt auch der Filmproduzent und TV-Moderator Hubertus Meyer-Burckhardt wieder mit: er erzählt, was er „von starken Frauen gelernt“ hat. Weitere Bücher präsentieren  die Autorin Miki Sakamoto, der Naturforscher Josef Reichholf sowie die Journalisten Jochen Bittner und Willi Winkler.

Doppeljubiläum 100 Jahre Bauhaus & 200 Jahre Thonet als Sonderveranstaltung beim Literarischen Frühling

Als besondere Spezialität für alle kunsthistorisch Interessierten offeriert der „Literarische Frühling“ im doppelten Jubiläumsjahr (100 Jahre Bauhaus – 200 Jahre Thonet) eine Veranstaltung, die mitten in der Kaltstahlbiegerei der weltbekannten Frankenberger Möbelfirma Thonet stattfindet. Der Münchner Kunsthistoriker  Josef Straßer, stellvertretender Direktor des ältesten Design-Museums der Welt,  präsentiert Ikonen aus der Ära des Bauhauses, dessen Gründung sich am 21. April jährt. Und der langjährige Firmen-Chef Claus M. Thonet erläutert, wieso gerade Thonet damals die Entwürfe von Bauhaus-Künstlern wie Marcel Breuer, Mart Stam und Ludwig Mies van der Rohe aufgriff und deren berühmte „Freischwinger“ aus gebogenem Stahlrohr produzierte. 

Das Ziel der Veranstalter ist es wiederum, den mehr als 3.000 erwarteten Besuchern „möglichst viele magische Momente zu bereiten“, wie die Autorin und Journalistin Christiane Kohl erklärte. Sie ist zugleich die Geschäftsführerin des Romantik-Hotels Landhaus Bärenmühle in Ellershausen, das gemeinsam mit dem Hotel Die Sonne Frankenberg und dem Hotel Schloss Waldeck den „Literarischen Frühling “ im Jahr 2012 gegründet hatte. Die Initiative wird von mehr als 20 Firmen und Institutionen aus der Region unterstützt, die damit das populäre Kulturereignis, das praktisch ohne öffentliche Mittel arbeitet, überhaupt erst möglich machen. Schirmherren sind der Schauspieler Mario Adorf und der Schriftsteller F. C. Delius.  

Karten können über die Website www.literarischer-fruehling.de oder bei den drei veranstaltenden Hotels reserviert werden, ebenso in den Geschäftsstellen der HNA und der Waldeckischen Landeszeitung sowie in der Kur- und Tourist-Information in Bad Wildungen. In den vergangenen Jahren hatten die Veranstaltungen jeweils rund 3.500 Besucher angezogen. 

Christiane Kohl und Klaus Brill, Tel. 017641915502, brill.klaus@web.de
Literarischer Frühling GbR

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