Starkregen in Oberbayern: Hotel Victory Therme Erding muss 400 Gäste ausbuchen

| Hotellerie Hotellerie

Nach Starkregen sind am Montag im nördlichen Oberbayern zahlreiche Keller vollgelaufen und Straßen überschwemmt worden. In der Stadt Dorfen (Landkreis Erding) wurde sogar der Katastrophenfall ausgerufen. Im Ortsteil Oberdorfen hätten rund 250 Menschen ihre Häuser verlassen müssen, teilte die Stadt mit. Die Betroffenen seien in einer Turnhalle untergekommen.

Die Feuerwehren seien mit 600 Einsatzkräften vor Ort, um vollgelaufene Keller leer zu pumpen und überflutete Straßen wieder frei zu bekommen. Rund 2300 Sandsäcke wurden gefüllt, um die Ortschaft zu schützen.

Die Kreisbehörde machte klar, dass die Evakuierung in Dorfen auch vorsorglich geschehen sei. «Aber wir wollen und müssen sichergehen, die jüngsten Ereignisse in Deutschland zeigen das», sagte Landrat Martin Bayerstorfer (CSU).

Darüber hinaus war der nördliche Landkreis Freising besonders von Überflutungen betroffen. Allein in der Gemeinde Au in der Hallertau rückte die Feuerwehr nach Angaben eines Sprechers bis zum Montagnachmittag zu mehr als 50 Einsätzen aus. «Das Wasser stand in manchen Kellern bis zu zwei Meter hoch», sagte der Sprecher. Mehrere Straßenzüge waren überflutet, nachdem unter anderem die Abens über die Ufer getreten war. Meldungen zu Verletzten gab es zunächst nicht.

Auch im benachbarten Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm kam es in Folge der starken Regenfälle zu Überschwemmungen. Dort war nach Angaben des Landratsamts vor allem die Gemeinde Wolnzach von den Überschwemmungen betroffen. Es seien nach bis zu 60 Liter Regen pro Quadratmeter in der Nacht mehrere Keller vollgelaufen, teilte das Landratsamt mit. Viele Feuerwehren seien im Einsatz. «In der Wolnzach haben wir derzeit noch hohe Abflussmengen, da die Böden gesättigt sind und kaum mehr Wasser aufnehmen können», sagte Matthias Krenauer von der Abteilung Katastrophenschutz am Landratsamt.

Wegen eines vollgelaufenen Kellers hat ein Hotel in Erding nach starken Regenfällen am Montag rund 400 Gäste in anderen Betrieben unterbringen müssen. «Das Hotel ist ohne Strom und deshalb heute geschlossen», sagte ein Sprecher des Unternehmens. Die Gäste würden in Partnerbetrieben untergebracht. Wann der Betrieb wieder aufgenommen werden kann, war zunächst unklar.

Auch auf die Thermenanlage, an die das Hotel angeschlossen ist, hatte das Unwetter Auswirkungen: Der Stromausfall durch den vollgelaufenen Keller führte nach Angaben des Sprechers dazu, dass das Wellenbad nicht mehr funktionierte. Alle anderen Bereiche des Betriebs seien aber weiter für Besucher geöffnet.

Die Polizei meldete am Montag ebenfalls mehrere unwetterbedingte Einsätze in der Region. Unter anderem sei die Autobahn 94 nach einem Erdrutsch zwischen Lengdorf (Landkreis Erding) und Dorfen voll gesperrt worden, sagte ein Polizeisprecher. Die Aufräumarbeiten zogen sich über mehrere Stunden bis zum Nachmittag hin.

Nachdem die Flüsse Ilm und Abens an den Pegeln in Geisenfeld und Mainburg am Montagnachmittag die höchste Hochwassermeldestufe vier erreichten, meldeten die Landratsämter in Freising und Pfaffenhofen eine allmähliche Entspannung der Lage vor Ort. Der benachbarte niederbayerische Landkreis Kelheim warnte aber weiter vor einem möglichen Hochwasser der Meldestufe drei.

Auch im südlichen Oberbayern warnten der Hochwassernachrichtendienst und der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor ergiebigem Dauerregen und möglichen Überschwemmungen. Vor allem im Chiemgau seien bis Dienstagabend Niederschlagsmengen von bis zu 80 Litern pro Quadratmeter möglich, teilte der DWD am Montag mit. Nachdem in etwa die gleiche Menge in Teilen der Region schon seit Samstagmorgen gemessen wurde, warnte der Wetterdienst am Montag vor möglichem Hochwasser an Bächen und kleineren Flüssen sowie Überflutungen von Straßen. Es könne auch zu Erdrutschen kommen. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine Studie von Christie & Co sieht die Münchner Luxushotellerie weiterhin auf Wachstumskurs. Besonders hohe Auslastungen und Zimmerpreise wurden im Herbst 2025 registriert.

Waren die Urlaubsziele in Schleswig-Holstein in den ersten Monaten des Jahres besser besucht als 2025? Ein genauerer Blick zeigt große Unterschiede zwischen größeren Hotels und kleineren Häusern.

Das Hamburger Hotel Louis C. Jacob feiert am 5. Juli seinen 235. Geburtstag mit einem öffentlichen Jubiläumsfest. Besucher erwarten Hausführungen, kulturelle Darbietungen und eine Versteigerung zugunsten des Liedstadtfestivals.

Die Hyatt Hotels Corporation hat auf ihrem Investorentag neue Finanzziele für den Zeitraum bis 2028 präsentiert und eine Aufstockung ihres Aktienrückkaufprogramms bekannt gegeben.

Die Hotelbuchungen zur Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den Vereinigten Staaten liegen bisher unter den Erwartungen. Gründe hierfür sind komplexe Einreiseformalitäten, hohe Reisekosten sowie Verzerrungen durch die Kontingentverwaltung der FIFA.

Das Jufa Hotel in der Hamburger HafenCity verzeichnet einen Meilenstein von einer Million Übernachtungen. Parallel dazu steigt die Zahl der Gäste aus Norddeutschland in der Steiermark an.

Anzeige

In Folge 5 unseres Podcast „AUSGEBUCHT!“ interviewt Gastgeber und HotelPartner-CEO Oliver Meyer Myriam Schlatter, CEO der Laudinella Group, zur beeindruckenden Entstehung ihrer Hotelgruppe. Sie erzählt.

Mercurius Real Estate plant im Frankfurter Gallus-Viertel den Bau von 577 Serviced Apartments. Das Projekt „Green Cam“ ersetzt eine ursprünglich vorgesehene Büronutzung und soll zusätzlich Gewerbe-, Gastronomie- und Freizeitflächen umfassen.

Die Mitgliedshäuser von Relais & Châteaux haben ihren gemeinsamen Umsatz im Jahr 2025 nach Angaben der Vereinigung um sieben Prozent auf 3,308 Milliarden Euro gesteigert. Grundlage der Auswertung seien die Angaben von 94 Prozent der Mitgliedshäuser, teilte die Kooperation mit.

Das Wein- und Spa-Resort Terra Saar soll im September 2026 in Saarburg eröffnen. Geplant sind 80 Zimmer, 20 Winzerhäuser, ein großer Spa-Bereich sowie gastronomische Angebote mit Fokus auf die Weinregion Saar. Mit Bildergalerie.