Das Hotel Steigenberger Camp de Mar auf Mallorca sieht sich mit wirtschaftlichen Konsequenzen durch Medienberichte über angebliche Verbindungen zum iranischen Finanzwesen konfrontiert. Nach der Buchungsplattform Booking.com hat nun auch das Portal Expedia die Zusammenarbeit mit dem Luxusresort eingestellt. Laut einer aktuellen Pressemitteilung der Hotelbetreiber führt die Sperrung auf den großen Online-Plattformen zu einer massiven Verunsicherung bei Gästen und Geschäftspartnern. Das berichten die Mallorca Zeitung und das Malloca Magazin übereinstimmend.
Buchungsportale kündigen Zusammenarbeit einseitig auf
Die Betreiber gaben demnach in einer Verlautbarung bekannt, dass bestehende Reservierungen über die Plattformen ohne Wissen und Zustimmung des Hotels storniert wurden. Dies habe bereits zu einem erheblichen wirtschaftlichen Schaden geführt. Ursprung der Situation ist ein Bericht der Financial Times. Darin wurde behauptet, das Resort im Südwesten Mallorcas gehöre dem iranischen Geschäftsmann Ali Ansari. Diesem wird von britischen Behörden vorgeworfen, die iranischen Revolutionsgarden mitzufinanzieren, welche inzwischen von der Europäischen Union offiziell als Terrororganisation eingestuft wurden. Das Hotelmanagement weist diese Darstellungen entschieden zurück und betont, in der Angelegenheit weder involviert noch informiert zu sein.
Hotelmanagement betont rechtliche Unabhängigkeit durch Pachtmodell
Zur Einordnung der geschäftlichen Hintergründe stellt die Hotelleitung fest, dass es sich um ein klassisches Pachtverhältnis handelt. Der Verpächter der Immobilie ist demnach die spanische Gesellschaft Royal Hotel Camp de Mar S.A., welche wiederum zur in Köln ansässigen Hotel Camp de Mar GmbH & Co. KG gehört. Das Steigenberger Camp de Mar wird von der RIMC geführt. Zwischen dem Hotelbetrieb und dem Eigentümer bestehe lediglich ein langfristiger Pachtvertrag.
Verpächter dementiert Beteiligung von Ali Ansari
In dem Statement distanziert sich das Steigenberger Camp de Mar ausdrücklich von den Vorwürfen einer Verbindung zum iranischen Banker. „Der Verpächter hat uns erneut ausdrücklich versichert und aufgezeigt, dass Herr Ali Ansari nicht Gesellschafter des Verpächters ist“, heißt es in der Mitteilung. Die Betreiber betonen zudem, dass ihnen über das Pachtverhältnis hinausgehende Kenntnisse zu den veröffentlichten Sachverhalten fehlen und sie diese daher nicht bewerten können.
Politische Sanktionen treffen europäische Hotelstandorte
Die Sperrung der Hotelkonten erfolgt zeitgleich mit einer Verschärfung der EU-Politik gegenüber dem Iran. Neben dem Haus auf Mallorca sind auch namhafte Hotels in Frankfurt und Kitzbühel von den Buchungsplattformen genommen worden, da sie dem Portfolio von Ansari zugerechnet werden. Während die iranische Führung die Sanktionen als feindselig bezeichnet, bewerten Diplomaten die Einstufung als notwendiges Signal gegen destabilisierende Aktivitäten. Das gesamte europäische Portfolio des Geschäftsmanns wird auf rund 400 Millionen Euro geschätzt.












