Studie: 86 Prozent der Investoren planen mehr oder gleichbleibende Hotelinvestitionen in Europa

| Hotellerie Hotellerie

Das Vertrauen in den europäischen Hotelmarkt bleibt hoch: 86 Prozent der Investoren planen, ihre Kapitalallokation im Jahr 2026 beizubehalten oder zu erhöhen. Das geht aus dem „European Hotel Investor Compass 2026“ von Cushman & Wakefield hervor, wie das Unternehmen mitteilt.

An der Umfrage nahmen laut Mitteilung 74 Investoren zwischen Dezember 2025 und Februar 2026 teil, darunter Vertreter von Private-Equity-Firmen, Fonds und institutionellen Anlegern. Die offenlegenden Teilnehmer investierten demnach zwischen 2020 und 2025 insgesamt rund 18 Milliarden Euro in europäische Hotels.

Steigende Investitionsbereitschaft und höhere Renditeanforderungen

Laut Cushman & Wakefield planen 58 Prozent der Befragten, im Jahr 2026 mehr Kapital einzusetzen als im Vorjahr. Zudem beabsichtigen 54 Prozent, als Nettokäufer aufzutreten, während 7 Prozent von einer Nettoverkaufsposition ausgehen.

Parallel dazu steigen die Renditeanforderungen: Die durchschnittlich geforderte Eigenkapitalrendite liegt laut Bericht bei 15,6 Prozent, nach 13,6 Prozent im Jahr 2025. Das Unternehmen führt dies nach eigenen Angaben unter anderem auf Unsicherheiten bei der Kreditvergabe zurück.

Christine Mayer, Head of Hotel Valuation Germany & Austria bei Cushman & Wakefield, wird in der Mitteilung mit den Worten zitiert: „Diese Ergebnisse zeigen, dass auch bei Hotelimmobilien, ähnlich wie bereits bei Büroimmobilien, eine Tendenz erkennbar ist, zunehmend auf Manage-to-Core-Strategien zu setzen, um die Immobilie gezielt neu zu positionieren.“

Südeuropa vorne, DACH-Region im Mittelfeld

Regional zeigt die Studie Unterschiede bei den Investitionspräferenzen. 78 Prozent der Investoren äußern ein hohes oder sehr hohes Interesse an Italien und der Iberischen Halbinsel, während 60 Prozent Frankreich nennen. Auch Großbritannien und Irland verzeichnen laut Bericht steigendes Interesse.

Die DACH-Region (Deutschland, Österreich und Schweiz) liegt laut Umfrage auf Platz fünf der bevorzugten Investitionsziele. 37 Prozent der Befragten geben an, dort investieren zu wollen, nach 45 Prozent im Jahr 2025.

Christine Mayer erklärt dazu laut Mitteilung: „Die DACH-Region bleibt trotz der aktuellen Selektivität ein Fundament europäischer Hospitality-Investments. Deutschland, Österreich und die Schweiz werden weiterhin als verlässliche, langfristig tragfähige Märkte wahrgenommen.“

Fokus auf europäische Großstädte

Im Städtevergleich stehen laut Bericht mehrere europäische Metropolen im Fokus der Investoren. Genannt werden insbesondere Mailand, Madrid, Rom, London und Paris.

Zuwächse beim Investoreninteresse verzeichnen unter anderem Budapest (+11 Prozent), Nizza und Cannes (+9 Prozent) sowie Berlin (+9 Prozent) und München (+8 Prozent).

Kosten, Risiken und ESG-Faktoren

Als größte Herausforderung nennen 68 Prozent der Befragten steigende Baukosten. Zudem habe die Sorge über die Unsicherheit der Hotelperformance laut Bericht zugenommen. Gleichzeitig seien Finanzierungsprobleme im Vergleich zum Vorjahr rückläufig.

Hotels mit hohen Nachhaltigkeitsstandards erzielen laut Cushman & Wakefield weiterhin Preisaufschläge: Für Gebäude mit entsprechenden Zertifizierungen zahlen Investoren demnach im Durchschnitt 4,3 Prozent mehr.

Erwartungen an Künstliche Intelligenz

Ein weiterer Schwerpunkt der Befragung ist der Einsatz von Technologie. 81 Prozent der Investoren erwarten laut Studie, dass Künstliche Intelligenz den Sektor bis spätestens 2030 maßgeblich beeinflussen wird.

Jon Hubbard, Head of Hospitality EMEA bei Cushman & Wakefield, wird mit den Worten zitiert: „Europäische Hotelinvestoren gehen mit neuem Selbstvertrauen und klaren Prioritäten in das Jahr 2026: mehr Kapital einsetzen, aber mit größerer Selektivität.“

Weiter heißt es von Hubbard laut Mitteilung: „Auffällig ist, wie schnell sich KI von einem längerfristigen Thema zu einem investierbaren Werttreiber entwickelt.“

Segmentpräferenzen der Investoren

Bei den Hotelkategorien zeigt sich laut Bericht ein Schwerpunkt auf das obere gehobene und gehobene Segment: 81 Prozent der Investoren geben hierfür ein hohes oder sehr hohes Interesse an. Das Luxussegment folgt mit 69 Prozent.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Österreichs Hotels erwarten für die Wintersaison stabile Übernachtungszahlen, aber rückläufige Betriebsergebnisse. Hohe Beschäftigungskosten, zurückhaltende Gästeausgaben und erschwerte Finanzierungen belasten die Betriebe.

Six Senses plant für 2027 vier Neueröffnungen in Mailand, Spanien, Tel Aviv und Saudi-Arabien. Vorgesehen sind Stadthotels, ein Resort auf einem historischen Anwesen und eine Anlage in einer Wüstenlandschaft.

Das Designer Motel glockna in Fusch an der Großglocknerstraße hat fünf Chalets und einen Infinitypool fertiggestellt. Die Eröffnung des Hotels mit Zimmern, Suiten, Spa und Restaurant ist für den 19. Dezember 2026 geplant.

Hotels unter einer Marke stellen inzwischen 45,5 Prozent der Hotelzimmer in Deutschland. Der DACH-Bericht von Horwath HTL dokumentiert steigende Markenanteile in allen drei Ländern und die Expansion durch Marken- und Betreiberwechsel.

Charlotte Pauls ist in den Bremer Familienbetrieb rund um das Hotel Munte eingetreten. Sie und ihr Cousin Luca vertreten die fünfte Generation der Unternehmerfamilie und sollen Mitte 2027 gemeinsam die Betriebsleitung übernehmen.

Premier Inn meldet zehn Hoteleröffnungen und 19 Prozent mehr Halbjahresumsatz in Deutschland. Zugleich steigt der bereinigte Vorsteuerverlust auf acht Millionen Pfund. Für das Gesamtjahr hält Whitbread am Gewinnziel für Deutschland fest.

Relais & Châteaux stellt seinen 580 Mitgliedern die Plattform MyImpact zur Verfügung. Sie erfasst CO₂-Bilanzen der Hotels und schätzt mögliche Emissionsminderungen; ab 2027 sollen betriebliche Praktiken auch in die Bewertung der Häuser einfließen.

May & Co. plant neben dem Kölner Dom ein Hotel mit rund 250 Zimmern. Die Untergeschosse des bestehenden Büro- und Geschäftshauses sollen erhalten bleiben; die Fertigstellung ist für Mitte 2030 vorgesehen.

Die So!Apart 2026 diskutiert das Verhältnis von Hotellerie und Apartmentsegment sowie Fragen zu Finanzierung und Buchungen über KI-Suche. Die Fachtagung findet am 18. und 19. November im Berliner Metropol statt.

 

Die Hotelstars Union sieht Fortschritte bei der Kennzeichnung der Hotelsterne in KI-Assistenten und auf Buchungsplattformen. Sterne sollten ausschließlich für offiziell klassifizierte Hotels verwendet und Bewertungen europaweit einheitlich dargestellt werden.