Studie: Hotelumsätze erst 2024 zurück auf normalem Niveau

| Hotellerie Hotellerie

Die Erholung des europäischen Hotelmarktes wird zunächst von dem inländischen Freizeitreisetourismus angetrieben werden. Dies wird sich vor allem in Deutschland zeigen – hier entfielen 2019 lediglich 18 Prozent der Übernachtungen auf internationale Gäste. Die Hotelumsätze in Europa insgesamt werden aber voraussichtlich erst 2024 wieder das Niveau von vor der Pandemie erreichen, so eine aktuelle Studie des Immobiliendienstleisters CBRE. Hier gibt es den vollständigen Report als PDF.

"Die Corona-Pandemie hat sich dramatisch auf den deutschen Hotelmarkt ausgewirkt. Die Auslastung sank im vergangenen Jahr in einigen Monaten auf unter zehn Prozent. Da die meisten Hotelbetreiber ihre Hotels mit festen Pachtverträgen betreiben, wurden sie als erste von der Krise getroffen. Während die Eigentümer im vergangenen Frühjahr noch Pachtstundungen zugestimmt haben, beginnen sie nun angesichts der anhaltenden schweren Krise, einen Teil der Pacht zu reduzieren. Diese Zusammenarbeit ist ein wichtiges Signal für den Markt. Wir gehen davon aus, dass sich die Anzahl der Übernachtungen insbesondere im Resortbereich schnell erholen wird, sobald ein großer Teil der Bevölkerung geimpft ist. Der Geschäftsreisetourismus wird etwas länger brauchen, bis das Vorkrisenniveau wieder erreicht wird", so Olivia Kaussen, Head of Hotels Germany.

Die Hotelmärkte in Europa mit einer geringen Abhängigkeit von ausländischen Gästen, werden sich wahrscheinlich früher erholen. Insbesondere Märkte, die stark von Reisenden aus USA und Asien abhängig sind, werden erst mit einer zeitlichen Verzögerung wieder anspringen. Dieser Trend war bereits während der teilweisen Wiedereröffnung von Hotels in den Sommermonaten 2020 zu beobachten, als die inländische Freizeitnachfrage der Haupttreiber der Hotelperformance in ganz Europa war. Besonders Hotels in Ferienregionen oder touristisch attraktiven Städten wie etwa Freiburg oder Dresden wurden sofort gebucht, als die Reisebeschränkungen gelockert wurden. Auch Serviced Apartments übertrafen den Markt, da sie mehr Privatsphäre und Platz als klassische Hotels bieten.

"Der hohe Anteil des Inlandstourismus, gepaart mit einem Trend zum erdgebundenen, umweltfreundlichen und entschleunigten Reisen, wird eine vergleichsweise schnelle Erholung des deutschen Ferienhotelmarktes nach Aufhebung des Beherbergungsverbots begünstigen. Wir haben zudem einen großen inländischen Markt für Geschäftsreisende. Dies wird auch eine Erholung des Hotelinvestmentmarktes nach sich ziehen. Die starken Fundamentaldaten bleiben bestehen und werden weiterhin nationales und internationales Kapital anziehen", erklärte Helena Rickmers, Senior Consultant.

Die herausfordernden Transaktionsbedingungen und die Marktunsicherheit trugen zu einem Rückgang des Hotelinvestitionsvolumens in allen Ländern Europas im letzten Jahr bei. Insgesamt beliefen sich die Hotelinvestitionen auf 9,4 Milliarden Euro, ein Rückgang von 66 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In Deutschland betrug das Volumen 1,95 Milliarden Euro, ein Rückgang um 60 Prozent. Dennoch bleibt die Assetklasse für Investoren attraktiv. In jüngster Vergangenheit wurde zusätzliches Kapital in erheblichen Mengen von einer Vielzahl von Investoren aufgebracht, um das erhoffte niedrigere Preisniveau zu nutzen und gezielt in europäische Hotels zu investieren.

„Wir erwarten – abhängig vom Impftempo – für die zweite Jahreshälfte 2021 eine langsame Erholung des gesamten europäischen Marktes, wobei die aufgestaute Nachfrage in den Sommermonaten und im Frühherbst für eine starke Performance im Freizeitsektor sorgen wird. Das Verbraucherverhalten nach Corona wird Produktinnovation stark vorantreiben und ESG wird zunehmend an Bedeutung gewinnen. Die Betriebsstrukturen werden sich weiter entwickeln und Franchise wird die vorherrschende Art und Weise bleiben, wie die meisten Marken ihren Vertrieb weiter ausbauen“, sagt Owen Pritchard, Executive Director und COO, EMEA Hotels bei CBRE.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Ensana Fürstenhof in Bad Griesbach hat nach einer umfassenden Modernisierung wiedereröffnet. Das Hotel umfasst 148 Zimmer und eine 4.500 Quadratmeter große Spa-Landschaft. Ein medizinischer Bereich ist für Anfang 2027 geplant.

Das von Fairmont Hotels & Resorts geführte Plaza Hotel in New York soll ab Januar 2027 mindestens vier Jahre geschlossen bleiben. Geplant sind Reparatur- und Restaurierungsarbeiten an der denkmalgeschützten Fassade. Das Plaza diente als Schauplatz mehrerer Filme.

Die Comer Group will das ehemalige Hilton-Hotel in Gravenbruch kaufen. Nach einem Bericht der Hessenschau ist der Vertrag unterschrieben, die behördliche Genehmigung steht jedoch aus. Der sanktionierte Geschäftsmann Ali Ansari darf von dem Verkauf nicht profitieren.

Kapital und Gästenachfrage sind vorhanden, doch Hoteltransaktionen müssen höhere Anforderungen erfüllen. Die vierte Ausgabe des „Expert Papers“ „Booking the Future“ von mrp hotels beleuchtet, worauf Investoren, Banken und Betreiber bei Finanzierung, Konzept und Wachstum achten.

Stayery expandiert nach München und übernimmt ein Apartmenthaus am Oberwiesenfeld mit 105 Einheiten. Die Eröffnung des konvertierten Bestandsgebäudes am Olympiapark ist für Anfang 2027 geplant.

Seetelhotels meldet einen Ransomware-Angriff auf interne IT-Systeme. Ein möglicher Datenabfluss wird untersucht; bei Buchungen und Anfragen kann es zu Verzögerungen kommen.

Die Radisson Hotel Group hat in Breslau ihr 20. Prize-by-Radisson-Hotel eröffnet. Das Haus im Sky Tower verfügt über 208 Zimmer und ist der zweite Standort der Marke in Polen.

Accor tritt mit dem geplanten ibis Styles Helsinki Helka erstmals in den finnischen Hotelmarkt ein. Das Haus mit 157 Zimmern soll Ende 2027 aus dem traditionsreichen Hotel Helka hervorgehen.

Das bisherige Mercure Tagungs- und Landhotel Krefeld soll ab Januar 2027 als eigenständiges Haus unter dem Dach einer neu gegründeten GmbH fortgeführt werden. Das bestehende Team soll bleiben; neue Tagungskonzepte sind in Arbeit.

Der Ulmer Gemeinderat hat nach einem Bericht der Südwest Presse mit knapper Mehrheit eine Bettensteuer beschlossen. Ab 2030 sollen Übernachtungsgäste drei Euro pro Nacht zahlen.