Studie: Lokale Musik steigert Gästezufriedenheit in der Hotellerie

| Hotellerie Hotellerie

Die auditive Gestaltung von Hotelräumen hat einen messbaren Einfluss auf das Empfinden der Gäste. Eine aktuelle europäische Pilotstudie, durchgeführt von der Agentur HearDis! in Zusammenarbeit mit der Motel One Group, untersucht erstmals datenbasiert die Wirkung lokaler Musikprogramme auf das Hotelerlebnis. Die Ergebnisse zeigen signifikante Effekte auf die Bindung zum Standort sowie die allgemeine Aufenthaltsqualität.

Messbare Steigerung der Gästezufriedenheit

Die Untersuchung unter realen Hotelbedingungen ergab, dass lokale Musikauswahl die Wahrnehmung des Aufenthaltsortes massiv beeinflusst. Gäste, die mit standortbezogenen Playlists beschallt wurden, fühlten sich fast dreimal so häufig mit dem jeweiligen Ort verbunden wie die Vergleichsgruppe mit neutraler Musik. Auch die Gesamtzufriedenheit profitierte von der regionalen Kuratierung. Der Anteil der Gäste, die ihren Aufenthalt mit gut oder sehr gut bewerteten, stieg von 66 auf 79 Prozent an. Darüber hinaus förderte die Musikauswahl die kulturelle Neugier der Besucher und motivierte sie dazu, neue Künstler oder Musikrichtungen zu entdecken.

Methodik unter Realbedingungen

Die Pilotstudie fand im Rahmen des EU-geförderten Forschungsprojekts OpenMusE statt, das faire und innovative Nutzungskontexte für Musik in Europa analysiert. Insgesamt flossen Daten aus sechs Häusern der Motel One Group in die Untersuchung ein. In zwei Testphasen wurden jeweils zwei Musikprogramme eingesetzt, die sich hinsichtlich Markenidentität und Atmosphäre ähnelten, sich jedoch in der Lokalität unterschieden. Während eine Playlist keinen regionalen Bezug aufwies, integrierte die andere lokale Künstler, die Landessprache und regionalen Kontext. Die Bewertung erfolgte anonym durch Gäste und Mitarbeiter mittels QR-Survey, wobei die Testabsicht den Teilnehmern vorab nicht kommuniziert wurde.

Musik als strategisches Instrument der Hospitality

Für die Hotelbranche gewinnt die akustische Komponente als Teil der Guest Journey an Bedeutung. Susan Schramm, CMO der Motel One Group, betont die Relevanz der emotionalen und kulturellen Ankunft der Gäste. Die Studie belege, dass Musik ein hochwirksamer und oft unterschätzter Faktor sei, um lokale Identität erlebbar zu machen. Sören Maisch, Director In-Store Music bei HearDis!, sieht in den Ergebnissen eine Bestätigung dafür, dass Musik nicht nur der atmosphärischen Untermalung dient, sondern ein strategisches Element moderner Hospitality-Experience darstellt. Der Effekt sei dabei unabhängig von Alter, Geschlecht oder dem persönlichen Musikgeschmack der Befragten.

Ausbau der lokalen Musikkonzepte

Die Erkenntnisse der Studie sollen nun direkt in die Praxis einfließen. Motel One und HearDis! planen, die lokalen Musikprogramme weiterzuentwickeln und sukzessive auf weitere Standorte auszuweiten. Ziel ist es, lokale Profile konsistent in die Guest Journey zu integrieren und gleichzeitig regionalen Künstlern eine größere Plattform zu bieten. Entscheidend für den Erfolg sei laut der Studie nicht der Bekanntheitsgrad der einzelnen Titel, sondern der Transport des spezifischen Charakters eines Ortes durch die Musik.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine aktuelle Untersuchung des Fraunhofer IAO beschreibt drei zukunftsweisende Modelle für das Jahr 2035: Den Synergy Hub als regionales Zentrum, das Self-Driving Hotel für mobiles Arbeiten und das Placemaker Hotel als sozialen Anker in den Städten. Die Studie zeigt auf, wie Hotels künftig weit über die reine Übernachtung hinaus an Bedeutung gewinnen.

Die Kooperation Ringhotels begrüßt zum 1. Januar 2026 zwei neue Mitgliedshäuser im Erzgebirge und im Weserbergland. Beide Betriebe werden von jungen Gastgebern geführt und stärken das Angebot im Bereich des naturnahen Aktivtourismus.

Die Tourismusregion Alpbachtal verzeichnet einen Neuzugang im Bereich des nachhaltigen Tourismus. Mit den Naturapartments Alpbach haben die Inhaber Matthias Margreiter und Rainer Keplinger den ersten Beherbergungsbetrieb der Region eröffnet, der die Zertifizierung als „Bio Hotel“ trägt.

Die Traube Tonbach in Baiersbronn hat zum Jahreswechsel zwölf Mitarbeiter für ihre langjährige Betriebszugehörigkeit ausgezeichnet. Die Jubilare bringen es gemeinsam auf über 300 Jahre Berufserfahrung in dem Fünf-Sterne-Superior-Resort.

Nach der Naturkatastrophe im Mai 2025 reagiert das Lötschental mit einer schnellen infrastrukturellen Lösung. Am Freitag eröffnete auf der Lauchernalp das temporäre Hotel Momentum. Der Bau wurde in kurzer Zeit realisiert, auch um den massiven Verlust an Übernachtungskapazitäten im Walliser Bergdorf Blatten etwas abzufedern.

Wo Geröll und Eis ein ganzes Dorf zerstörte, wächst jetzt ein Symbol für Mut: Blatten feiert die Eröffnung des «Momentum» – und gibt einer traumatisierten Dorfgemeinschaft neue Perspektiven.

The Ascott Limited baut die Kooperation mit dem FC Chelsea aus und eröffnet erste Themensuiten in Jakarta. Während in Indonesien die Vereinsgeschichte und das Stadionerlebnis im Fokus stehen, ist für 2026 ein markenspezifisches lyf-Hotel direkt an der Londoner Stamford Bridge geplant.

Hyatt hat die Eröffnung des Kennedy 89 in Frankfurt am Main bekanntgegeben. Das neue Haus gehört zur The Unbound Collection by Hyatt. Das architektonische Konzept orientiert sich am Geist der frühen 1960er-Jahre und nimmt Bezug auf den Frankfurt-Besuch von John F. Kennedy.

Die Stadt Kaiserslautern schafft die rechtlichen Voraussetzungen für ein neues Hotelprojekt. Damit wird der Weg geebnet, ein seit längerer Zeit ungenutztes Areal für den Tourismus wieder zugänglich zu machen und die regionale Bettenkapazität im gehobenen Segment zu erweitern.

Das Hotel Remarque in Osnabrück kehrt zu seinen Wurzeln zurück. Seit dem 15. Dezember ist die Beschriftung der internationalen Kette Vienna House by Wyndham vom Dach des Gebäudes entfernt. Stattdessen trägt das Haus nun wieder den Namen Hotel Remarque.